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      Kommentar von Wolfgang Bullin

      Zu wenig präsent?

      „Der Aufschrei ist ausgeblieben” lautete die Überschrift an dieser Stelle vor ziemlich genau einem Jahr, als ebenfalls die kirchliche Statistik vorgestellt worden war. Für die offiziellen kirchlichen Verlautbarungen hätte man zumeist die Texte aus den Vorjahren recyclen können, hieß es dann im Text. In diesem Jahr hat man zumindest Corona einbauen müssen.

      Denn im „Corona-Jahr” hat es Abweichungen gegeben, einen Rückgang der Kirchenaustritte etwa (siehe dazu die Seiten 9 bis 11 in der Printausgabe). Das nun aber nicht, weil Kirche in diesem Jahr eine so gute Figur gemacht und Vertrauen zurückgewonnen hätte, sondern wohl eher, weil Lockdown und geschlossene Ämter geplante Kirchenaustritte erschwert beziehungsweise verzögert haben oder anderes schlichtweg dringlicher erschien. Coronabedingt waren auch Rückgänge bei Taufen, Eheschließungen oder Erstkommunionfeiern, die aufgrund der restriktiven Infektionsschutzmaßnahmen     vielfach unmöglich waren. Analoges gilt für den Gottesdienstbesuch, wobei man hier das mediale Angebot einrechnen muss; sowohl Angebot wie auch Nutzung sind signifikant gewachsen.

      Aber solche Abweichungen ändern nichts am seit Jahren anhaltenden Abwärtstrend, der auch nicht erst mit dem Missbrauchsskandal begonnen hat. So schlimm dieser Skandal ist, hat er den Abwärtstrend keineswegs ausgelöst, sondern lediglich versstärkt und beschleunigt, was längst in Gang war. Der schleichende Bedeutungsverlust der Kirche hatte lange vorher eingesetzt, auch wenn ihr formaler Status – bislang – weitgehend unangetastet geblieben ist. Insofern ist die Aufdeckung des Skandals wohl sogar eine Art Weckruf, sich dieser Wirklichkeit zu stellen. „Wieder näher dran sein an der Lebenswirklichkeit der Menschen” heißt die Devise; Sozialraumorientierung sagt man im Bistum Würzburg dazu. Umso härter muss da der in jüngster Zeit immer wieder zu hörende Vorwurf treffen, Kirche habe sich im „Corona-Jahr” vielfach weggeduckt, sei zu wenig präsent gewesen.

      Wolfgang Bullin

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