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    Kunstwerk in Aschaffenburg bietet Raum zum Reden

    Wenn das „Offene Ohr“ zum Gespräch einlädt

    Auf offene Ohren stoßen. Die Ohren offenhalten. Zuhören können. Alles wichtige Ansätze, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, gerade auch in Glaubensfragen. In Aschaffenburg gibt es dafür jetzt einen passenden symbolischen Ort: Das Kunstwerk „Offenes Ohr“.

    Es ist nicht zu übersehen: knapp drei Meter hoch, gut vier Meter breit ist das von Andrea Kraus vom Aschaffenburger Atelier „Raumkünste“ und befreundeten Handwerkern geschaffene Werk. Die Idee zu dem riesigen Ohrenpaar auf Rollen, das aus Styropor mit einem Alugerüst besteht und mit grauer Wandfarbe gestrichen wurde, stammt von Eva Meder-Thünemann. Die Gemeindereferentin für Citypastoral hatte nach Wegen gesucht, Kirche in der Stadt präsenter zu machen.

    Gemeinsam mit der evangelischen Pfarrerin Ulrike Gitter, mit der Meder-Thünemann auch den ökumenischen Kirchenladen „Sinnschätze“ in der Aschaffenburger Innenstadt leitet, setzte sie die Idee um. Die Frauen beteiligten sich an der Ausschreibung des Netzwerks Citykirchen und suchten sich Sponsoren für die Finanzierung. Erstmals zum Einsatz kam das große Ohr, in dessen Mitte sich eine Art Gesprächskabine befindet, auf der Nacht der Offenen Kirchen an Pfingsten.

    Auf ein Wort

    Was steckt hinter der Symbolik? „Das Objekt zeigt zum einen unsere Gesprächsbereitschaft, die Offenheit für die Themen der Menschen. Zum anderen will es auch einen einladenden Raum eröffnen, um zur Ruhe zu kommen, um in sich selbst hineinzuhorchen“, beschreiben es Meder-Thünemann und Gitter.

    „Wir laden keine bestimmten Personengruppen ein, man braucht auch kein Problem zu haben. Wenn wir selbst vor Ort sind, dann kann man vielleicht auch mal Fragen stellen, die man einer kirchlichen Mitarbeiterin oder einer Pfarrerin immer schon mal stellen wollte. Oder man hält einfach ein Schwätzchen mit uns. Oder man erzählt von seinem Leben. Wir wollen nicht missionieren, wir wollen da sein – und das gilt für Menschen aller Religionen oder auch Konfessionslose“, betont Eva Meder-Thünemann. Auch ernsthafte Lebensprobleme der Besucher seien in dem geschützten Rahmen bereits angesprochen worden. „Viele Menschen aber wollen einfach nur mal mit jemandem sprechen“, meint Gitter. Und sie hat wie ihre Kollegin festgestellt: Sobald jemand im Ohr sitze, fange er oder sie automatisch an zu reden.

    Passender Platz?

    Derzeit hat das „Offene Ohr“ seinen Platz im Foyer der Aschaffenburger Volkshochschule (Vhs). Dort sitzen Eva Meder-Thünemann und Ulrike Gitter auch immer mal wieder. Und hören zu, wenn beispielsweise Heinz Polke von seinem bewegten Leben erzählt. Der 97-Jährige kommt täglich in die Vhs, um dort die Tageszeitung zu studieren.

    Weil das Offene Ohr sehr groß ist, haben die Initiatorinnen auch ein ebensolches Problem: wohin damit, wenn es im Herbst aus dem Vhs-Foyer weichen soll? „Wir haben lange und echt verzweifelt nach einem Platz gesucht, wo das Objekt eine Zeit lang stehen kann und wir es auch für Gespräche nutzen können. Wir haben wirklich bei vielen Stellen und Institutionen, besonders natürlich im kirchlichen Bereich, nachgefragt, aber überall war man sehr zögerlich“, bedauern beide. Und sie hoffen, „dass dieses wundersame Kunstwerk bald irgendwo ankommt, wo es geschätzt wird und sicher stehen kann.“

    Cornelia Müller

    Kontakt per E-Mail an: ulrike.gitter@elkb.de oder eva.meder-thuenemann@bistum-wuerzburg.de.