Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Amazonas-Synode

Bischof Bernardo Johannes Bahlmann

Bischof Bernardo Johannes Bahlmann

Zum Interview:
Kommentar von Wolfgang Bullin

Wertegemeinschaft oder Zweckbündnis?

Kommentar von Wolfgang Bullin
Europa war das beherrschende Thema der Herbstvollversammlung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) am 22. und 23. November. Und ebenso wie bereits eine Woche zuvor das Landeskomitee der Katholiken in Bayern forderte auch das ZdK, dass in einer Verfassung der Europäischen Union die christliche Prägung Europas deutlich zum Ausdruck kommen und der Text ausdrücklich Bezug auf Gott nehmen müsse (siehe Beiträge auf den Seiten 4 und 5). Dass es dabei um mehr geht als um nur formale Dinge, um ein Festhalten an überlebten Traditionen oder Zugeständnisse an die Kirchen, zeigen die weiteren Forderungen an die künftige EU und deren Verfassung, die das ZdK aufgelistet hat. Ob es nun um die Festschreibung des Schutzes von Ehe und Familie, um die Aufnahme der Europäischen Grundrechte-Charta in die Verfassung, um den Orientierungsrahmen für die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Gemeinschaft oder um das (Kräfte-) Verhältnis zwischen der Gemeinschaft und ihren Gliedern geht. In zweifacher Hinsicht steht die Europäische Union vor entscheidenden Weichenstellungen: im Hinblick auf die Werte und geistigen Fundamente der Gemeinschaft einerseits; im Blick auf Strukturen, die es dem Bürger leichter machen, sich mit der EU zu identifizieren und sie mitzutragen. Hierher gehört auch die in Zusammenhang mit der Diskussion um einen Beitritt der Türkei vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel bei der Vollversammlung des ZdK gestellte grundsätzliche Frage, wo überhaupt die Europäische Union ihre Grenzen ziehen wolle. Teufel warnte ausdrücklich davor, nur auf Größe zu setzen und wieder in den Status einer Wirtschaftsunion zurückzufallen.
Es ist wichtig, dass Gremien wie Zentral- und Landeskomitee diese Dinge deutlich ansprechen und öffentlich entsprechende Forderungen stellen. Dass sie deutlich machen, dass es mehr als Zierrat ist, ob nun Gott und christliche Werte in der künftigen EU-Verfassung Bedeutung haben und erwähnt werden oder nicht. Dass es dabei weder um eine Privilegierung der Kirchen, noch um das Erhalten alter Zöpfe geht. Dass es vielmehr darum geht, ob die Europäische Gemeinschaft von Dauer und tragfähig ist, weil sie eine geistige Basis und ein Wertefundament hat, oder ob sie auf ein rein wirtschaftliches und damit instabiles, gegebenenfalls kündbares Zweckbündnis hinausläuft.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung