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Marienfiguren

Bildergalerie – ein Blick zurück

Zum 80. von Bischof em. Friedhelm Hofmann hat das Sonntagsblatt ins Archiv geschaut.

    Zum 80. von Bischof em. Friedhelm Hofmann hat das Sonntagsblatt ins Archiv...

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    Gedanken zum Evangelium – Vierter Sonntag der Osterzeit

    Wer Ohren hat, der höre

    Dort, wo die Lautstärke abebbt, wo wir uns frei machen von all dem, was auf uns eindringt und unsere Aufmerksamkeit belegt, da können wir auch die Stimme Gottes hören. Die sonst leise und unbemerkt an uns vorüberzieht.

    Evangelium

    In jener Zeit sprach Jesus: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

    Johannes 10,27–30

    Im Evangeliumstext haben wir zum einen den guten Hirten. Er ist es, der all seine Schafe im Blick hat. Der auf die Seinen aufpasst und für sie sorgt – komme was möge. Und natürlich die braven Schäfchen, die sich schön an dem Hirten orientieren. Aber wenden wir unseren Blick doch einmal weg vom Erwähnten, dem Offensichtlichen: Was ist eigentlich mit all denen, die nicht so richtig hören wollen? Die anscheinend nicht in der Herde sind? Oder zumindest immer wieder abtrünnig werden? Und ich möchte jetzt auf niemanden mit dem Finger zeigen, zumal ich ihn dann selbst auch häufig genug auf mich richten müsste. Und natürlich – ja –, viele von uns bemühen sich auch redlich und das meist erfolgreich.

    Aber ein Blick in die Medien und vor die eigene Haustür müsste uns doch zeigen, dass auf dem Planeten Erde sicher nicht alles nach dem Willen unseres Hirten im Himmel läuft. Um es noch deutlicher auszudrücken: dass zwar die Worte von grenzenloser Liebe und dem Menschen als Bewahrer der Schöpfung gesprochen wurden – doch ich wage hier einmal zu behaupten, dass wir als Spezies nicht immer gerade ein Segen für diesen Planeten und füreinander sind.

    Aber gilt das auch für uns? Uns, die durchaus bereit sind, Gott zu folgen – und immer wieder versuchen, unser Leben nach dem Herrn zu richten? Auch wir, so behaupte ich, sind manchmal auf einem Ohr taub. Und das sicher nicht aus bösem Willen. Unser Leben ist voll von Geräuschen und Einflüssen: dem Straßenverkehr, dem Radio, den Bildern aus dem Fernsehen oder Computer, den Stimmen von Menschen um uns herum – die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Doch hören wir in all dem Getöse überhaupt noch die Stimme des Herrn?

    Eine wirkliche Chance haben wir nur, wenn wir mal die vielen (Stör-)Geräusche ausblenden. Und das geht wirklich nur in der Stille. Dort, wo die Lautstärke abebbt, wo wir uns frei machen von all dem, was auf uns eindringt und unsere Aufmerksamkeit belegt, da können wir auch die Stimme Gottes hören. Die sonst leise und unbemerkt an uns vorüberzieht. Hier geht es natürlich nicht nur um den Lärm oder die Dinge, die wir wirklich mit den Ohren wahrnehmen: Stress, volle Arbeitslisten, wie auch die ständigen Herausforderungen des Alltags können uns ganz einnehmen und im übertragenen Sinne taub machen für Gott, der nur selten lauter schreit als all die Stimmen um uns herum und all die Antreiber in unserem Kopf. Und so kann es bei all dem Chaos und der Geschäftigkeit auch passieren, dass einmal das ergebenste Schaf nicht mehr den Ruf des Herrn vernimmt und sich damit versehentlich ein Stück von dem Weg entfernt, den Gott für es vorgesehen hat.

    Meine Einladung daher: Nehmen wir uns bewusst stille Momente im Alltag – und sei es nur für wenige Minuten. Zeit, in der wir dem Lärm von außen entfliehen und versuchen, die inneren Antreiber einmal zur Seite zu schieben, um zu lauschen, was Gott uns zu sagen hat. À la: Fenster und Türen zu, Radio und Handy aus, in Ruhe durchatmen und dann: „Guter Gott, schenke du mir Stille und Ruhe, in Ohren und Herzen, und hilf mir zu hören, was du mir mitteilen möchtest.“ Und sicher nicht immer, aber doch häufiger als wir vermuten, erfahren wir, dass Gott ganz nahe bei uns ist und sich bemerkbar macht.

    Versuchen wir, uns bereichern zu lassen von dem, der nicht mit einem Dröhnen zu uns kommt und doch so viel zu sagen hat. Sperren wir dafür immer wieder unsere inneren und äußeren Lauscher auf. Es lohnt sich!

    Sebastian Krines (sebastian.krines@bistum-wuerzburg.de) ist Gemeindereferent im Pastoralen Raum Bad Königshofen.