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Gedanken zum Sonntagsevangelium

Was ist das Beste fürs Kind?

Das ist nicht immer so leicht zu beantworten. Als Mutter möchte ich immer das Beste für meine Kinder und komme schnell ins Abwägen. Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie komme ich da schnell an meine Grenzen.

Evangelium

In jener Zeit ging Jesus in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beelzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Markus 3,20–35

Wer sind mir Schwestern, Brüder und Mutter? Ich glaube, für Maria war die Antwort Jesu alles andere als einfach. Ich bin mir sicher, sie will nur das Beste für ihren Sohn und macht sich extra auf den Weg. Ihr ist es nicht geheuer, dass Jesus mit so vielen Leuten zusammen ist und dabei nicht mal Raum mehr fürs Essen bleibt. Sie macht sich Sorgen.

Ich als Mutter kann das verstehen. Wenn meine Jungs so in eine Sache vertieft sind, dass sie alles um sich herum vergessen, sehe ich es als meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es ihnen körperlich gut geht, dass sie essen und auch schlafen. Auch wenn das für sie gerade gar nicht wichtig erscheint, weiß ich, dass es für sie wichtig ist.

Auch wenn Jesus schon ein erwachsener Mann ist, wird Maria ihre Muttersorge nicht einfach abstellen können. Auch die Geschwister sind mit dabei, um ihren Bruder zurück in die vermeintliche Sicherheit zu holen. Auch wenn es heftig klingt, dass sie ihn mit Gewalt zurückholen wollen und glauben, er ist von Sinnen, gehe ich fest davon aus, dass sie nur das Beste für Jesus im Sinn haben.

Doch was ist das Beste? Das ist nicht immer so leicht zu beantworten. Als Mutter möchte ich immer das Beste für meine Kinder und komme schnell ins Abwägen. Gerade in der Zeit der Corona-Pandemie komme ich da schnell an meine Grenzen. Ist es besser, meine Kinder mit anderen Kindern spielen zu lassen, damit sie noch ein paar Sozialkontakte erleben können, oder schotte ich sie zur Sicherheit von allen anderen ab? Erzähle ich ihnen täglich die aktuellen Zahlen, um ehrlich mit ihnen zu sein, oder verschweige ich diese lieber, um sie nicht zu beunruhigen? Lasse ich sie Oma und Opa umarmen, da die körperlichen Kontakte eh rar werden, oder halte ich sie lieber auf Abstand? Wie oft schicke ich sie zum Händewaschen, so dass sie nicht in Angst vor jeder Berührung verfallen? Wie weit lasse ich sie teilhaben am eigenen Gefühlschaos, um ihnen zu zeigen, es ist okay, wenn es mir mal nicht gut geht – oder soll ich lieber der feste Fels in der Brandung sein?

Fragen über Fragen, und immer steht darüber, was mache ich, damit es das Beste für mein Kind ist? Vielleicht kann mir da Jesus heute helfen, der deutlich macht, es muss immer um die frohe Botschaft gehen. Wir sollen unser Leben voll Hoffnung und Gottvertrauen leben. Und das soll auch mein Handeln leiten. Ich möchte zeigen, dass nicht Angst, aber Vorsicht, nicht Lügen, sondern hoffnungsvolle Worte, nicht Leichtsinn, aber Zusammenhalt lebenswichtig sind. Und so möchte ich ein Teil von der Familie Jesu werden und hoffnungsvoll und voller Vertrauen auf Gott in die Zukunft blicken.

Monika Pickert („monika.pickert@bistum-wuerzburg.de“) ist Gemeindereferentin und Jugendseelsorgerin für die Region Schweinfurt.

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