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50 Jahre Theologie im Fernkurs (Teil 2): Ehemalige Teilnehmer berichten

Was bedeutet Christus lieben?

Das Ja zum Studium war ihr nicht ganz leichtgefallen, gibt Mechthild Finster zu. Würde sie das, was gefordert war, auch wirklich schaffen? Finster fasste Mut und ließ sich im Jahr 2000 auf das Angebot „Theologie im Fernkurs“ ein: „Ich wollte einfach mehr wissen über den Glauben und dessen Bezug zu meinem Leben.“ Was die Lehrerin für Textiles Gestalten und Werken während des Studiums hörte, las und lernte, begeisterte sie. Auf viele brennende Fragen fand sie fundierte Antworten.

Der Glaube hat Mechthild Finster schon immer interessiert. Es verlangte sie danach, das, was sie zum Beispiel sonntags in der Predigt hörte, in der Tiefe zu verstehen. Was bedeutet beispielsweise „Liebe zu Christus“? Man kann einen anderen Menschen lieben. Ein Tier. Vielleicht auch ein bestimmtes Buch. Ein Musikstück oder auch eine Sportart – Fußball etwa. Aber wie „liebt“ man Christus, den man doch nicht anfassen, nicht sehen, nicht mit den konkreten Sinnen erfahren kann? Schon im Grundkurs fand die Lehrerin aus Frankenwinheim hilfreiche Antworten auf diese Fragen.

Was der Glaube für das Leben bringt?

Mechthild Finster verfolgte konsequent das Ziel, sich in die Theologie einzuarbeiten. „Den Grundkurs schloss ich sehr zügig ab“, berichtet die Mutter dreier Töchter. In ihrer ersten Hausarbeit befasste sie sich ausführlich mit der Frage, was der Glaube für das Leben bringt. Nach dem Grundkurs pausierte Finster eine Weile: „Doch dann reizte es mich, eine zweite Arbeit zu schreiben.“ Sie nahm den Aufbaukurs in Angriff. Vor rund 15 Jahren war sie mit dem Studium fertig. Durch den Studiengang, sagt Finster bescheiden, habe sie „ein bisschen“ mehr begriffen. Von dem, was sie verstanden hat und weiterhin zu verstehen versucht, berichtet die Gottesdienstleiterin regelmäßig in ihren Predigten.

Sie wäre früher so gerne fähig gewesen, seelsorgerliche Hilfe zu leisten, berichtet Michaela Klüpfel, die 2002 bei „Theologie im Fernkurs“ zu studieren begann. Klüpfel, heute 64 Jahre alt, arbeitete als junge Frau in München als Assistentin in der Radiologie, wo sie „mit sehr harten Schicksalen konfrontiert wurde“.

Menschen, die zum Beispiel schwer nierenkrank waren, mussten sich langwierigen, unangenehmen Untersuchungen unterziehen. Medizinisch wurde für diese Patienten alles getan, was möglich war: „Um die psychische Befindlichkeit kümmerte man sich jedoch nicht so stark.“ Ihr selbst hatten oft die Worte gefehlt, um glaubhaft Trost zu spenden und Mut zu machen.

In die Geheimnisse des Glaubens einsteigen

Vor knapp 20 Jahren erfüllte sich die Thüngersheimerin ihren lang gehegten Wunsch, tiefer in die Geheimnisse des Glaubens einzudringen. Allerdings wollte sie dies nicht nur für sich persönlich tun: „Das Studium sollte in einen theologischen Beruf münden.“ Die Entscheidung war auch für die vierfache Mutter nicht ganz leicht. „Ich habe mich gefragt, ob meine Kraft für das Studium wohl reichen würde.“ Als sie zum zweiten Mal in ihrem Leben über einen Flyer von „Theologie im Fernkurs“ stolperte, meldete sie sich spontan an. Was sie keine Minute bereut hat. „Das Studium hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt Klüpfel, die heute als Gemeindereferentin in Thüngersheim tätig ist.

Vor allem die Hausarbeiten sind Gold wert, stimmt Michaela Klüpfel ihrer ehemaligen Kommilitonin Mechthild Finster zu. Denn dadurch kann man sich mit einem Thema besonders intensiv auseinandersetzen. Klüpfel verglich in ihrer Arbeit die Evangelien. Sie wollte herausfinden, welches Evangelium besonders relevante Aussagen für die Menschen von heute enthält. Schließlich kam sie auf ein Evangelium, das sie am Anfang gar nicht im Blick hatte: „Nämlich das von Lukas.“ Seine Aussagen über die christlichen Gemeinden hält Michaela Klüpfel bis heute für sehr wichtig.

Skepsis Zu Beginn des Fernstudiums

Eine Hausarbeit zu schreiben, bereitet bestimmt sehr viel Mühe, ist schwierig und vielleicht sogar belastend, befürchtete Stephan Kleinhenz, als er begann, zu überlegen, ob er über „Theologie im Fernkurs“ studieren sollte. Der Mitarbeiter beim Bayerischen Roten Kreuz hat kein Abitur und nicht studiert. Beides ist für „Theologie im Fernkurs“ auch nicht Voraussetzung – allerdings, so Michaela Klüpfel, von gewissem Vorteil: „Mir hat es geholfen, dass ich das Große Latinum habe.“ Kleinhenz stieg dennoch in das Studium ein, da er Diakon mit Zivilberuf werden wollte.

Dank seiner glühenden Begeisterung für die Sache konnte er die Anforderungen des Studiums problemlos meistern. Es ist ein großer Unterschied, ob man freiwillig oder, wie in der Schule, mehr oder weniger unter Zwang lernt, sagt Kleinhenz, der 2013 mit seinem Studium begann. Aus eigenem Antrieb zu lernen, ist intensiver. Und befriedigender. So machte sich der dreifache Vater mit Elan an seine erste Hausarbeit über den Heiligen Geist. „Ich sog alles, was ich dazu las, wie ein Schwamm auf“, so der 49-Jährige aus Sulzheim-Alitzheim im Kreis Schweinfurt.

Während seine Mutter, die mit im Haus wohnt, auf die drei Kinder aufpasste und seine Frau auf Arbeit war, vertiefte sich Stephan Kleinhenz während seiner Elternzeit drei Monate lang in theologische Bücher. Heute ist Kleinhenz nicht nur in der theologischen Nomenklatur zu Hause. Er übt auch mit Leib und Seele, neben seinem Job beim Roten Kreuz, den Beruf des Diakons aus. Offiziell tut er dies fünf Stunden pro Woche: „Wobei ich letztlich 24 Stunden am Tag Diakon bin.“

Antrieb: persönliches Interesse

Dass es in der Theologie Begriffe gibt, die sich Laien sehr schwer erschließen, finden nicht nur Mechthild Finster und Stephan Kleinhenz. Auch für Reinhold Götz war dies einer der Hauptgründe, warum er sich auf „Theologie im Fernkurs“ einließ. Der 55-jährige Betriebswirt aus Würzburg studierte, allein aus persönlichem Interesse, von 2014 bis 2017. Während des Studiums setzte er sich unter anderem intensiv mit dem Begriff der „Gnade“ auseinander.

Ob man in Deutschland, Österreich, Sierra Leone oder Ruanda auf die Welt kommt, das, sagt Götz, hat mit göttlicher Gnade zu tun. Ein welch großes Geschenk es bedeutet, in Wohlstand, Sicherheit, Frieden und Freiheit aufzuwachsen, wurde Götz bei einer zweiwöchigen Studienreise durch Äthiopien bewusst. Aus diesem Bewusstsein, sagt der Würzburger, leitet sich für ihn eine große Verantwortung ab, mit dazu beizutragen, dass die Welt gerechter wird.     

Pat Christ

Insgesamt vier Studiengänge

Das Angebot „Theologie im Fernkurs“ besteht aus vier Studiengängen. Neben dem Studiengang „Theologische Grundlagen“ gibt es die Studiengänge „Religionspädagogik“ und „Pastoraltheologie“ sowie einen Gesamtstudiengang „Religionspädagogik und Pastoraltheologie“. Grund- und Aufbaukurs sind für alle Studiengänge gleich.

Danach fächern sich die Kurse auf. Die Regelstudiendauer pro Kurs beträgt 15 bis 18 Monaten. Maximal können fünf Jahre studiert werden. Jeder Kurs umfasst 24 Lehrbriefe mit bis zu 90 Seiten. Außerdem sind je Kurs ein Studienwochenende sowie eine Studienwoche vorgesehen.

Im Grund- und Aufbaukurs finden die Präsenzveranstaltungen an verschiedenen Orten in Deutschland statt. Das Studium kann zum 15. Januar, 15. April, 15. Juli oder zum 15. Oktober begonnen werden. Anmeldeschluss ist der erste Kalendertag des Monats. Der Grundkurs kostet 450 und der Aufbaukurs 480 Euro.

Der Pastoraltheologische sowie der Religionspädagogische Kurs kosten jeweils 650 Euro. Kontakt: E-Mail theologie@fernkurs-wuerzburg.de.     

Es wird gefeiert

Am 25. und 26. April 2020 feiert „Theologie im Fernkurs“ 50-jähriges Jubiläum mit einer zentralen Veranstaltung in Würzburg. Am 25. April wird ein interner Studientag für Fernstudierende des Grund- und Aufbaukurses sowie für Absolventen organisiert. Danach findet eine Vesper mit Würzburgs Bischof statt. Zum Abschluss zelebriert Reinhard Kardinal Marx am 26. April um 10 Uhr den Festgottesdienst im Dom.

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