Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Himmel

Die Sternsinger waren wieder unterwegs!

Unsere Bildergalerie zeigt einige der Gruppen, die im Bistum als Drei Könige durch die Orte gezogen sind und den Segen in die Häuser gebracht haben.

    Unsere Bildergalerie zeigt einige der Gruppen, die im Bistum als Drei Könige...

    Mehr
    Wort zum Sonntag am 9. August 2020

    Von der ausgestreckten Hand gehalten

    Das Leben mit all seinen Widrigkeiten macht oft Angst. Jesus gibt uns aber die Zusage Gottes: Ich bin es, ich bin da für dich.

    Von Angst und Sorge handelt der Text aus dem Matthäusevangelium, von Bedrohung und Gefahr, Vertrauen und Zweifel. Hochaktuell, wie uns nicht nur die Corona-Pandemie vor Augen führt. Angst vor Krankheit, Tod, Arbeitsplatzverlust.

    Evangelium

    Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten. Als es Abend wurde, war er allein dort. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch sogleich sprach Jesus zu ihnen und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Petrus erwiderte ihm und sagte: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du.    

    Matthäus 14,22–33

    Angst um meine Lieben, um Frieden und Sicherheit, um Einkommen und Versorgung. Angst ist eine Grundgegebenheit des Menschen. Sie ist wichtig, kann sie mich doch aus falscher Ruhe aufwecken und vor Gefahren warnen. Angst kann aber auch einengen, den Blick trüben, krank machen. Angst führt zu Kriegen, grenzt aus. Fremde, Flüchtlinge, Andersdenkende, am Rand der Gesellschaft Stehende müssen dies leider oft hautnah erleben. Das Wort Angst kommt von Enge. Angst lässt mich eng werden.

    Um all dies geht es in der Geschichte von der Begegnung mit Jesus auf dem See. In dunkler Nacht, im kleinen Boot, herumgeworfen von Wind und Wellen, da kann man schon Angst bekommen und seinen guten Freund Jesus für ein Gespenst halten. Ob und wie das alles wirklich damals stattgefunden hat, ist nicht das Entscheidende für den Evangelisten und auch nicht für die damaligen Leserinnen und Leser beziehungsweise Hörerinnen und Hörer. Vielmehr soll erzählerisch und bildlich verdeutlicht werden, wer Gott ist und wie er zu uns ist, zu uns von Angst gebeutelten Menschen.

    "Habt Vertrauen. Ich bin es. Fürchtet euch nicht." Das sagt Jesus zu seinen ängstlichen Freunden. Wenn ich den christlichen Glauben prägnant zusammenfassen sollte, würde ich genau diese drei Sätze nennen. Jesus verkündet einen Gott, der zu mir persönlich sagt: Ich bin es, ich bin da für dich, auch wenn du es vielleicht oft gar nicht zu merken scheinst. Fürchte dich nicht, lass dich nicht von der Angst unterkriegen. Habe Vertrauen in mich, in das Leben, in dich selbst und in die Menschen.

    Sicherlich meint das kein blindes, unvernünftiges Vertrauen, das die Augen verschließt vor realen Gefahren, vor Not und Leid. Es geht um einen tiefer liegenden Glauben, dass ich nicht alleine bin, dass Gott mich trotz aller Gefahren, trotz allen Leids hält und nicht untergehen lässt. Damit sind Sorgen und Not nicht einfach weg, doch sie sind verändert, ja mein Leben ist verändert.

    Das mit dem Vertrauen ist allerdings gar nicht so einfach, es lässt sich nicht erzwingen. Das berichtet der zweite Teil der Erzählung. Petrus, und das könnte hier durchaus auch ich sein, geht mutig los, Jesus entgegen. Doch plötzlich kommen die Angst, der Zweifel an Jesus und seiner Zusage, der Zweifel an mir selbst, an meinen Fähigkeiten. Dennoch geht die Sache gut für Petrus aus. Jesus lässt ihn nicht hängen. Sofort streckt er die Hand nach ihm aus und hält ihn. So ist Gott. Das ist die Botschaft Jesu.

    Es geht um Ermutigung. Christlicher Glaube ist ein mutmachendes Angebot. Mit all meinen Zweifeln, Ängsten, Bedenken kann ich mich auf die Begegnung mit Gott einlassen. Mir persönlich tut es dabei gut, mir im stillen Gebet vorzustellen, dass Gott zu mir sagt: "Komm!", so wie er es auf dem See zu Petrus sagt. Und wenn ich dann innerlich zu ihm komme wie zu einem guten Freund – ich muss ja glücklicher­weise dafür nicht über einen stürmischen See gehen –, dann kann ich ihm alles vorlegen, auch meine Zweifel, Ängste, Unsicherheiten. Und dann stelle ich mir vor, dass er zu mir diese drei Sätze sagt: "Hab‘ Vertrauen. Ich bin es. Fürchte dich nicht." Dann bin ich still, gemeinsam mit ihm, und schaue, was passiert.

    Wolfgang Scharl ist Landvolkseelsorger der Diözese Würzburg und Präsident des Weltverbandes Katholischer Landvolkbewegungen.

    Das "Wort zum Sonntag" erscheint wöchentlich im Würzburger katholischen Sonntagsblatt.