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Betrachtung zum Sonntagsevangelium – Fünfter Fastensonntag

Verwandeltes Leben

Die da, sie ist das Letzte! Ich will mit dieser Kirche nichts mehr zu tun haben. Wie kann man in dieser Institution noch mitarbeiten wollen, nachdem sie so viel falsch gemacht hat?

Evangelium

In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? Mit diesen Worten wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie das gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!     
Johannes 8,1–11

Ja, es stimmt: die Kirche hat sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder versündigt und vor allem durch die Missbrauchsfälle sich unglaubwürdig gemacht. Sie hat weltliche Interessen gepflegt statt ihr geistliches Gut zu hüten. Und das Schlimmste: Sie hat geschwiegen und vertuscht, wo sie hätte reden und handeln müssen. Dafür hat sie jetzt zu büßen. So sieht es die Öffentlichkeit. Und egal wo man derzeit hinkommt, zerreißt man sich den Mund und verurteilt die Kirche. Auch auf uns, die wir uns in der Kirche engagieren, wird mit dem Finger gezeigt: wie kann man dieses Fehlverhalten auch noch unterstützen? Die Worte kommen uns wie Steine entgegen. Das trifft. So muss es auch der Ehebrecherin im Evangelium ergangen sein. Sie wurde in flagranti erwischt. Da gibt es nichts zu beschönigen. Und sie ist sich ihrer Schuld bewusst. Das jüdische Gesetz schrieb die Steinigung daraufhin vor. Doch die Römer wollten das öffentliche Aufsehen dabei verhindern. Somit war diese Frage, wie mit Ehebrechern umzugehen ist, damals ein großes Thema. Jesus soll sich dazu äußern. Ihm wird eine Falle gestellt. Je nachdem, zu wem er hält, es wird falsch sein und ziemlich sicher gegen ihn verwendet werden. Doch Jesus handelt klug: er schreibt zunächst in den Sand. Er gibt keine vorschnelle Antwort. Und als er nochmal darauf hingewiesen wird, seine Meinung zu diesem schwierigen Thema zu äußern, weist er die Schriftgelehrten und Pharisäer auf ihr eigenes sündhaftes Verhalten hin. Das trifft sie mitten ins Herz. Wie vermutet, ist keiner von ihnen ohne Sünde. In allen Jahrhunderten hat sich die Kirche durch die in ihr handelnden oder nicht handelnden Personen von Gott entfernt. Das ist Fakt. Und zu allen Zeiten kamen gegen sie als moralische Institution Vorwürfe. Gegen die Kirche selbst wurde Jesus ausgespielt. Doch gerade Jesus schaut voller Barmherzigkeit auf die ihm untreu gewordene Kirche wie auf die Ehebrecherin. Damit schmälert er nicht ihre Schuld und ihr Fehlverhalten. Jedoch verurteilt er sie nicht. Er ermutigt sie, umzukehren und ab sofort heiliger zu leben. Die österliche Bußzeit gibt uns die Chance zu einem Neuanfang – egal was in unserem Leben bisher passiert ist. Egal wie falsch wir gehandelt haben. Wir stehen an einem Punkt – als Kirche und als Personen, die Jesus Christus als Vorbild haben, an dem wir entscheiden können, wie unser Leben weitergeht. Mit der kirchlichen Bußpraxis besteht für uns die Möglichkeit, immer wieder unser Verhalten zu prüfen, dieses zu bereuen und tatsächlich anders weiterzuleben. Dieses verwandelte Leben schenkt uns Gott. Deshalb haben wir nach einer Beichte die Aufgabe, nicht mehr länger zurückzu- schauen, sondern nach vorn. Gott hat sich mit uns versöhnt. Er reicht uns erneut die Hand. Es liegt an uns, jetzt in Christus zu leben und damit glaubwürdig und besonnen wie Jesus zu handeln. Auch und gerade als Kirche!

Melanie Jörg-Kluger („Melanie.Joerg-Kluger@bistum-wuerzburg.de“) ist Diözesanrichterin am Bischöflichen Offizialat und zudem als Pastoralreferentin in Würzburg tätig.

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