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    Zwei Wochen lang lernten junge Leute aus dem Bistum Amazonien kennen

    Reise ins Partnerbistum

    Auf dem schimmernden Amazonas im Boot fahren. Unter Palmen durch den Regenwald streifen. In Hängematten übernachten. Wie sich das anfühlt, wissen die acht Brasilien-Rückkehrer. Die jungen Erwachsenen aus dem Bistum Würzburg sind in diesem Sommer von einer Jugend-Partnerschaftsreise zurückgekommen. Zwei Wochen lang waren sie eingetaucht in das Leben Amazoniens – und hatten sich auch ins Wasser gewagt.

    „Braun.“ Dieses Wort fällt Eva-Maria Wirthmann als erstes zur Frage ein, wie der Amazonas aussieht. Ja, der Fluss sei riesig, bestätigt sie. Oft sehe man vom Boot aus das andere Ufer nicht und fühle sich wie auf dem Meer. Aber das Wasser des Hauptstroms kam ihr trübe vor. Und in diesem Wasser hat sie gebadet? „Es gibt Badestellen, da ist das Wasser klarer. Mehr an den Seitenflüssen“, erklärt Paula Klafke. Das Baden im Fluss ist ihr im Gedächtnis geblieben.

    Mit dem Boot unterwegs

    Kühlendes Wasser tat gut bei der tropischen Schwüle, die die Brasilien-Reisenden begleitete. Eva-Maria Wirthmann aus Wernfeld und Paula Klafke aus Zell am Main sind beide 19 Jahre alt und jetzt vertraut mit dem Amazonas-Tiefland. Verschiedene Orte im Würzburger Partnerbistum Óbidos hatte die Gruppe besucht und dabei viele junge Leute aus der Gegend getroffen. Eingeladen hatten der Würzburger Diözesanverband des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Diözesanstelle Weltkirche.

    Weil die Stadt Óbidos am Wasser liegt, fuhren die Reisenden oft mit dem Boot. Wellen bringen Boote ins Wanken, und beim Einsteigen müssen Fahrgäste manchmal akrobatisch über ein anderes Boot steigen. Daher fiel eine Teilnehmerin anfangs beim Einsteigen gleich mal ins Wasser. Kleines Pech, aber kein Stimmungskiller. Die brasilianische Kultur half dabei, die Dinge locker zu sehen. „Sie singen, tanzen und klatschen viel mehr“, stellt Eva-Maria Wirthmann fest, wenn sie Brasilianer und Deutsche miteinander vergleicht.

    Viele Begegnungen

    Bei der Ankunft in Óbidos wurden die Gäste aus Unterfranken mit Jeeps abgeholt und zum Haus von Bischof Bernardo Johannes Bahlmann gefahren. Sechs junge Einheimische in traditionellen grün-weiß-roten Kleidern tanzten für die Gäste den Carimbó, einen in Nordbrasilien beliebten Tanz. Um sich zu revanchieren, hatten die Reisenden einen Tanz einstudiert, den sie öfter vorführten. Tanzen, Singen und Spielen habe alle zusammengeführt, erzählen Paula Klafke und Eva-Maria Wirthmann. Dadurch habe sich das Sprachproblem gelöst. Der einzige in der Gruppe, der Portugiesisch sprechen konnte, war der frühere „weltwärts“-Freiwillige Marius Amrhein. Er leitete die Reise gemeinsam mit der ehrenamtlichen BDKJ-Diözesanvorsitzenden Vanessa Eisert.

    Bei ihren Besichtigungen und Begegnungen haben Eva-Maria Wirthmann und Paula Klafke ein Bild von Brasilien bekommen. Sie erzählen: Außerhalb der Stadt Óbidos leben die Menschen kilometerweit verstreut. Wer eine weiterführende Schule besuchen will, muss in die Stadt ziehen, falls die Familie sich das leisten kann. Kinder helfen in der Landwirtschaft mit, etwa beim Anbau der Maniok-Pflanze. In der Stadt Juruti sah die Gruppe den großflächigen Abbau von Bauxit, der zu Lasten des Regenwaldes geht. Viele Menschen seien jedoch froh, wenn sie irgendwie Arbeit bekämen, erläutert Eva-Maria Wirthmann.

    In der Hängematte

    Sie und ihre Mitreisenden übernachteten in kirchlichen Häusern. In Óbidos in einem Gebäude nahe des Bischofshauses. Und in der Gemeinde Juruti Velho in einem Pfarreigebäude. Dort schliefen sie in Hängematten, die an Balken festgeknotet wurden. „Man muss nur die richtige Schlafposition finden“, erläutert Wirthmann, dann komme man in der Hängematte leicht zur Ruhe.

    Was sie noch an Kenntnissen mitgenommen hat: Das Bistum Óbidos finanziert Gesundheits-, Kultur- und Bildungseinrichtungen. Die Kirche ist für viele Menschen sehr wichtig, junge Menschen bringen sich beim Gestalten von Gottesdiensten ein. Um die einheimische Jugendband zu unterstützen, spielte Paula Klafke beim Gottesdienst in der Kathedrale von Óbidos Karinette, ihre ältere Schwester Sonja steuerte Flötenspiel und Gesang bei. Es war eine besondere Krönung des Festes der Diözesanpatronin Sankt Anna. Einer der wichtigsten Termine im Kirchenkalender von Óbidos – und ein Erlebnis auch für die angereisten Gäste.

    Ulrich Bausewein