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Tabernakel mit Siegeslamm

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    Gedanken zum Evangelium – Zwölfter Sonntag im Jahreskreis

    Nachfolgen – um welchen Preis?

    „Für wen haltet ihr mich?“, fragt Jesus. Bin ich eine nette wohltuende Beigabe zu eurem Alltag, auf die ihr auch verzichten könntet? Ist euer Christentum einer von vielen möglichen Lebensentwürfen, um die Welt zu verbessern; ein Sozialprojekt, das auch von anderen Werteüberzeugungen und nur von einfacher Menschlichkeit getragen werden könnte? Oder ist Jesus Christus für mich „das Heil der Welt“ und Gottes Sohn, der auf die Welt gekommen ist, um uns die Liebe seines Vaters zu zeigen?

    Evangelium

    In jener Zeit betete Jesus für sich allein und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Christus Gottes. Doch er befahl ihnen und wies sie an, es niemandem zu sagen. Und er sagte: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet und am dritten Tage auf­erweckt werden. Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

    Lukas 9,18–24

    Lieber Leser, liebe Leserin, Sie lesen das Sonntagsblatt, daher nehmen wir an, dass Sie am Thema Nachfolge Interesse haben oder sogar sich selbst als Nachfolger oder Nachfolgerin Jesu verstehen. Da wird Ihnen heute einiges zugemutet. Von der Bibelstelle und von uns als Autorenteam. Denn Jesus sagt seinen Jüngern und Jüngerinnen in diesem Text klar den Preis der Nachfolge. Wer ihm nachfolgen will, der muss in seine Fußstapfen treten und ein Kreuz auf sich nehmen. Klingt verstörend.

    Nach dem Tod Jesu war Stephanus der erste, der sich für seinen Glauben steinigen ließ. Unzählige Männer und Frauen folgten ihm und folgen ihm bis heute. Viele Grausamkeiten wurden Menschen angetan, nur weil sie Christen waren. Und auch heute und morgen wird das so sein – Tendenz steigend. Besonders dramatisch ist es beispielsweise seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan, das 2021 den traurigen Spitzenplatz in der Rangfolge der Christenverfolgung eingenommen hat. Sich mit diesem unsagbaren Leid unserer Mitchristen, der Angst und dem Schrecken, in dem sie leben müssen, zu konfrontieren, ist fast unerträglich. Es drängt sich die Frage auf: Was motiviert diese Menschen, das alles auf sich zu nehmen? Warum passen sie sich nicht an und leben unauffällig und in Frieden?

    Eine mögliche Antwort gibt uns das Evangelium. „Für wen haltet ihr mich?“, fragt Jesus. Bin ich eine nette wohltuende Beigabe zu eurem Alltag, auf die ihr auch verzichten könntet? Ist euer Christentum einer von vielen möglichen Lebensentwürfen, um die Welt zu verbessern; ein Sozialprojekt, das auch von anderen Werteüberzeugungen und nur von einfacher Menschlichkeit getragen werden könnte? Oder ist Jesus Christus für mich „das Heil der Welt“ und Gottes Sohn, der auf die Welt gekommen ist, um uns die Liebe seines Vaters zu zeigen? Der gelebt hat, ohne auf die Konsequenzen zu schauen und der nicht einmal vor dem Tod zurückscheute, obwohl dieser ihm auch Angst gemacht hat.

    Wer ist Jesus Christus für Sie? Und welchen Preis sind Sie bereit, zu zahlen, um zu ihm zu stehen? Es muss ja nicht gleich Ihr ganzes Leben sein. Aber vielleicht ein Stück Bequemlichkeit? Ein wenig öffentliches Ansehen, Prestige und Macht? Ein kleines Stück von Ihrem Bankkonto? Von Ihrer Zeit? Respekt, wenn Sie unsere Predigt bis hierher gelesen haben. Zumindest weichen Sie diesem schwierigen Thema nicht aus. Denn nur mit dieser Haltung können wir in der Spur bleiben. Er wird uns vorangehen, wir können ihm vertrauensvoll folgen. Er wird uns die Kraft geben, die wir brauchen auf unserem Weg. Die Christinnen und Christen in den Ländern der Christenverfolgung können uns ein ermutigendes Vorbild sein und uns helfen, unsere Komfortzone wenigstens hin und wieder zu verlassen.

    Stefanie Schwab (mail@stefanieschwab.de) ist christliche Liedermacherin und arbeitet zudem in der Krankenhausseelsorge. Dr. Martin Schwab (martin.schwab@bistum-wuerzburg.de) ist Fundraiser des Bistums Würzburg und arbeitet zudem als Gemeindeberater und Supervisor.