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Der emeritierte Patriarch Gregor III. Laham besuchte Würzburg

Mit Glanz und Friedensappell

Weihrauchduft, liebliche Gesänge, viel Kerzenlicht und prächtige Gewänder. Das alles zeichnet eine bischöfliche Liturgie im byzantinischen Ritus aus. Glanz verströmt dieses orientalische Zeremoniell in der Würzburger Neumünsterkirche. Hier zelebriert der ehemalige melkitische Patriarch Gregor III. Laham, der in der Stadt zu Gast ist.

Laham gehört zu den bekanntesten Kirchenmännern der arabischen Welt. Von 2000 bis 2017 war er Oberhaupt der vor allem in Syrien und dem Libanon beheimateten melkitischen griechisch-katholischen Kirche.

Weit vernetzt

Die Kontakte des 85-Jährigen reichen weit über den Orient hinaus – bis nach Unterfranken. Der Erste Vorsitzende des Main-Franken-Kreises, Georg Götz, und Laham sind seit Jahrzehnten miteinander befreundet. Lahams soziale Projekte werden vom Main-Franken-Kreis mit Spenden bedacht. Dank dieser Verbindung kommt Laham immer wieder einmal an den Main. Laham lebt im Libanon. Aber er beobachtet aufmerksam die Situation in Syrien, wo seit 2011 Krieg herrscht.

„Bitte beten wir für den Frieden im Nahen Osten. Wenn Frieden herrscht, können wir weiter Zeugnis geben für Christus. Mit Terror gibt es keine Zukunft – weder für Christen noch für Moslems“, appelliert Laham an die Besucher der Neumünsterkirche. Manche Orte in Syrien sähen schlimmer aus als Würzburg im Zweiten Weltkrieg. Dennoch glaube er daran, „dass wir in Frieden zusammen­leben können auf der Erde“.

Würdigung Scheeles

Friedliches Zusammenleben war auch ein Anliegen des verstorbenen Würzburger Bischofs Paul-Werner Scheele. Bei der Liturgie in der Neumünsterkirche betet Laham in Erinnerung an den Verstorbenen dessen bevorzugtes Gebet „Abba, amen“. Wenige Stunden zuvor hatte Laham nach einem gemein­samen Domgottesdienst mit Dom­kapitular Dr. Helmut Gabel Scheeles Grab in der Domkrypta besucht. Spontan stimmte der Patriarch am Grab Gesänge in arabischer Sprache an.

Gregor III. Laham beherrscht acht Sprachen, darunter Deutsch. Im Gespräch mit dem Sonntagsblatt beklagt Laham die große Abwanderung von Syrern seit Kriegsbeginn. Hunderttausende syrische Christen leben heute im Ausland. Verwandte von Laham verschlug es nach Niederbayern und ins Rheinland.

Heute steht das syrische Territorium weitestgehend unter Kontrolle der Regierung. Laham verteidigt nachdrücklich den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, dem verschiedene Verbrechen vorgeworfen werden. Laham sieht in Assad einen Mann, der die Freiheit der syrischen Christen garantiert und radikale Islamisten von der Macht fernhält. „Nie hat mir die Regierung oder irgendjemand Anweisungen gegeben. Ich war frei, im Dienst der Menschen zu handeln“, beschreibt er seine Erfahrungen mit dem Assad-Regime.

„Ich bin dafür, dass Syrer zurückkehren“, ergänzt er und schlägt vor, als Anreiz Rückkehrern die ersten drei Jahre zu finanzieren. Lahams Ziel bleibt ein friedliches Zusammenleben der Religionen im Nahen Osten. Wenn dies gelinge, sei es ein Zeichen der Hoffnung für die ganze Welt.     

Ulrich Bausewein

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