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Himmel

Die Sternsinger waren wieder unterwegs!

Unsere Bildergalerie zeigt einige der Gruppen, die im Bistum als Drei Könige durch die Orte gezogen sind und den Segen in die Häuser gebracht haben.

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    Vielen Christen bereitet das Desinteresse der jungen Generation an der Kirche Sorgen

    „Meine Kinder wollen von Kirche nichts wissen ...“

    Was tun, wenn die eigenen Kinder sich gegen eine kirchliche Trauung entscheiden? Wenn die Enkelkinder nicht getauft werden? Wenn Kirche oder religiöse Erziehung im Leben der jungen Familie scheinbar keine Rolle mehr spielen? Mit Fragen wie diesen sehen sich Mitarbeiter kirchlicher Beratungsstellen in den letzten Jahren immer häufiger konfrontiert. Doch wie geht man damit um und was rät man sich sorgenden Menschen in dieser Situation?

    Um auf solche Fragen zu antworten, hat Walter Lang, Ehe- und Familienseelsorger im Raum Aschaffenburg, gemeinsam mit sechs weiteren Kolleginnen und Kollegen aus dem Bistum Würzburg zu einem Austausch eingeladen; neben Lang waren die Ehe- und Familienseelsorger(i)nnen Angelika Reinhart, Birgit Kestler, Ullrich Goebel und Yvonne Faatz sowie Elisabeth Amrhein vom Familienbund der Katholiken und der ehemalige Ehe-, Familien- und Lebensberater Burkard Fleckenstein im Vorbereitungsteam. Unter dem Titel „Meine (erwachsenen) Kinder wollen von Kirche nichts mehr wissen …“ wollten die Seelsorger Mütter und Väter, denen der christliche Glaube für das eigene Leben wichtig ist, miteinander ins Gespräch bringen, um gemeinsam Wege der Entlastung und vielleicht auch Ermutigung zu suchen.

    Schmerzhafte Erfahrungen

    Fünf Frauen und sieben Männer haben an der ersten Online-Veranstaltung dieser Art teilgenommen. „Sie standen für 33 Kinder und 26 Enkelkinder und sie alle haben gute Erfahrungen mit kirchlicher Jugendarbeit und Kirche gemacht“, berichtet Walter Lang. Die meisten Teilnehmer sind seiner Beobachtung nach „hochengagiert in den Gemeinden unterwegs, bringen sich auf vielerlei Weise ein, sehen aber zugleich, dass die Basis bröckelt“. Mit Bedauern stellen Christen der älteren Generation heute fest, dass die nachkommende Generation kaum oder gar kein Interesse mehr an Kirche hat – die eigenen Kinder und Enkel eingeschlossen. Der Kontakt zur Gemeinde vor Ort breche bei vielen spätestens nach der Firmung ab, kirchliche Jugendarbeit spiele kaum noch eine Rolle, Erwachsene wenden sich immer mehr von der Kirche ab oder treten ganz aus.

    „Für Eltern und Großeltern, die selbst aktiver Teil von Kirche sind und eine positive Geschichte mit Kirche haben, sind solche Erfahrungen schmerzhaft“, fasst Walter Lang das Empfinden vieler zusammen. Was diese Menschen denn auch am meisten bewege, sei der Gedanke: „Das, was ich selbst an Gutem in der Kirche erlebt habe, würde ich auch meinen Kindern und Enkeln wünschen.“ Konkret benannt werden dabei „Erfahrungen von Gemeinschaft, Gottvertrauen, Halt und Geborgenheit“, „eine innere Kraft und Ruhe, die aus dem Glauben kommt“. Jungen Menschen wünschen sie, dass sie „sich festmachen können an der Kraft, die Gott schon längst in sie hineingelegt hat“, „dass sie Jesus als Freund kennenlernen, der ihnen ein Wegbegleiter fürs Leben ist“ und dass sie Vorbilder und „glaubwürdige Menschen“ treffen, „die die Liebe Gottes aufblitzen lassen“.

    Keine Patentrezepte

    In diese Wünsche nach einem gelingenden persönlichen Lebensweg mischen sich immer wieder Hilflosigkeit und Melancholie im Hinblick auf die kirchliche Zukunft, aber auch die große Sehnsucht nach einem „Aufbruch durch den Synodalen Weg“ und die Hoffnung, dass die kommende Generation „alsbald eine aufgeschlossene und ehrliche Amtskirche erleben“ kann.

    So sehr sich die Sorgen und Träume ähneln, ein Patentrezept oder pauschale Antworten gibt es nicht. Noch vor 50 Jahren – zu Zeiten der christlichen Volkskirche – wurden Kinder und Jugendliche häufig zum Glauben gedrängt, nach dem Motto: „Wir gehen sonntags alle zusammen in die Kirche und damit basta.“ Oder „Wenn Du nicht in die Kirche gehst, darfst Du auch nicht zum Tennis“. Heute ist Zwang glücklicherweise kein Thema mehr, denn: Druck erzeugt Gegendruck, erschüttert das Vertrauensverhältnis und erstickt die persönliche Entscheidungsfreiheit. Genau das – Vertrauen und Freiheit – ist aber enorm wichtig für junge Menschen, die sich in der Pubertät nicht nur von den Eltern emanzipieren, sondern auch im Glauben selbständig werden müssen.

    Mit Blick auf erwachsene Kinder, die vielleicht selbst schon wieder Kinder haben, sollten enttäuschte Großeltern sich klarmachen, dass „jeder seinen eigenen Glauben“ hat, so Lang. Sicherlich wünsche man sich als Eltern, dass man das, was einem selbst wichtig ist, eins zu eins weitergeben kann. „Doch Glaube sei immer auch eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Gottesbild und verändere sich im Laufe des Lebens permanent durch eigene Erfahrungen, Schicksalsschläge und Glücksmomente. Gerade die jetzige Elterngeneration, die mit Skandalen, Missständen und Zweifeln an der Kirche groß geworden ist, spürt das Auseinanderklaffen zwischen spirituell-biblischem Anspruch und amtskirchlicher Wirklichkeit besonders stark. Und für diese Diskrepanz zwischen dem Eigentlichen – also Erfahrungen von Geborgenheit, Vertrauen, Ermutigung und Kraft – und den Zweifeln an der Institution müsse jeder seinen eigenen Weg finden.

    Die Saat ist gelegt

    Sich sorgende Eltern sollten sich immer wieder vergegenwärtigen, dass sie schon ganz viel mitgegeben und eine gute Saat gelegt haben, rät Lang: „Diese Saat ist da, sie wirkt weiter und wird schon daran sichtbar, wie sich Kinder und Enkel in die Gesellschaft einbringen, wie sie mit anderen Menschen umgehen und ihr eigenes Leben gestalten“, ermutigt er. Eltern und Großeltern empfiehlt er, im Gespräch zu bleiben und eine gute Kommunikation zu pflegen. Sowohl beim Kontakt mit Kindern und Jugendlichen als auch im Gespräch mit erwachsenen Kindern sei ein „Austausch auf Augenhöhe“ wichtig. „Seien Sie neugierig, zeigen Sie Interesse an den Gedanken der jungen Generation, bleiben Sie offen für den Augenblick, lassen Sie zufällige Sternstunden geschehen!“ Am wichtigsten sei es aber, „authentisch zu sein und immer wieder von dem zu erzählen, was man selbst erlebt hat“, betont Walter Lang. „Sie selbst sind der beste Beweis für das Gute an Kirche.“

    Anja Legge

    Info

    Eine weitere Veranstaltung dieser Art ist für Oktober 2023 geplant. Der Termin wird auf der Homepage der Ehe- und Familienseelsorge veröffentlicht.

    Ansprechpartner:

    Ehe- und Familienseelsorge im Bistum Würzburg, Angelika Reinhart, Telefon 09 31/386 65-230, E-Mail „fami­lienseelsorge@bistum-wuerzburg.de“, Internet:  www.familie.bistum-wuerzburg.de.

    Familienbund der Katholiken, Elisabeth Amrhein, Telefon 09 31/386 65-225, E-Mail „elisabeth.amrhein@bistum-wuerzburg.de“, Internet:  www.familienbund-wuerzburg.de/eltern/kess-erziehen/.

    Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Diözese Würzburg; die regionalen Kontaktstellen finden Sie im Internet unter www.eheberatung-wuerzburg.de/kontakt/.