Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Sonnenlicht und Wolken

Einfach unverbindlich ausprobieren!

Die Kirchenzeitung gibt es kostenlos zum Probe-Lesen. Lernen Sie sie gedruckt oder digital kennen!

    Die Kirchenzeitung gibt es kostenlos zum Probe-Lesen. Lernen Sie sie gedruckt...

    Mehr
    Gedanken zum Evangelium – 33. Sonntag im Jahreskreis

    Mehr als Schmuck

    Kriege, Erdbeben, Seuchen und Hungersnöte, aber auch zwischenmenschliche Konflikte und Enttäuschungen sind Erfahrungen, der die Menschheit immer wieder ausgesetzt ist und sein wird. Jesus ermutigt uns dabei, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Er rät dazu, dass wir uns mutig und gelassen allem stellen, was wir tagtäglich an Herausforderungen erleben.

    Evangelium

    In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schön bearbeiteten Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es werden Tage kommen, an denen von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleibt, der nicht niedergerissen wird. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und was ist das Zeichen, dass dies geschehen soll? Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach! Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Volk wird sich gegen Volk und Reich gegen Reich erheben. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen. Aber bevor das alles geschieht, wird man Hand an euch legen und euch verfolgen. Man wird euch den Synagogen und den Gefängnissen ausliefern, vor Könige und Statthalter bringen um meines Namens willen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch also zu Herzen, nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

    Lukas 21,5–19

    Neulich bin ich mit einer Gruppe durch die Berge Tirols gewandert. Nachdem wir zu einer Berghütte aufgestiegen waren, deutete sich durch das Fenster des Speiseraums hindurch eine kleine Kapelle im lichter werdenden Nebel an, die in einiger Entfernung direkt in den Felsen gehauen war. Später gingen wir dorthin und sahen, wie über der Eingangstüre ein golden schimmerndes Kreuz hing und diesen besonderen Ort hoch in den Bergen wie ein Schmuckstück glänzen ließ. Mir erschien diese Bergkapelle zunächst wie ein Zeugnis gelebter christlicher Tradition in den Alpen, wie sie Wanderern und Bergsteigern vielerorts begegnet und ein wenig Schönheit in die Welt bringt.

    Mich erinnert das ein wenig an den Beginn des vorliegenden Evangeliums. Es beginnt damit, dass Jesus von den „schönen Steinen und Weihegaben“ erzählt, mit denen der Jerusalemer Tempel geschmückt war. Viele kamen dorthin und waren erstaunt über den Glanz und den Reichtum, der sich ihnen bot und sie die Sorgen ihres Alltags ein wenig vergessen ließ. Jesus wies die Menschen auf die kommenden Ereignisse hin, die in der völligen Zerstörung des Tempels münden sollten: Kein Stein wird auf dem anderen bleiben, der nicht niedergerissen wird. Jesus richtet sich an die Menschen mit einer eindrücklichen Empfehlung, den Glauben nicht einfach als oberflächlichen Schmuck zu sehen, der mit ihrem Alltag nichts zu tun hat.

    Er will die Menschen tiefer in den Glauben führen und zählt einiges auf, was die Menschen damals wie heute in Furcht und Schrecken versetzt und hochaktuell bleibt. Kriege, Erdbeben, Seuchen und Hungersnöte, aber auch zwischenmenschliche Konflikte und Enttäuschungen sind Erfahrungen, der die Menschheit immer wieder ausgesetzt ist und sein wird. Jesus ermutigt uns dabei, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. Er rät dazu, dass wir uns mutig und gelassen allem stellen, was wir tagtäglich an Herausforderungen erleben. Sein Versprechen ist sein Dabeisein und seine Hilfe, mit der wir den Widrigkeiten unseres Lebens begegnen können, bis in Extremsituationen hinein.

    Dafür bot die Bergkapelle ein eindrucksvolles Zeugnis. Als wir an ihr standen, sahen wir viele Bilder von verunglückten Bergsteigern und weiteren Verstorbenen, an die hier erinnert wurde. In ihrer Mitte befand sich ein eindrucksvolles Kreuz, in dem sich die ganze Nähe und Liebe Gottes zu den Menschen zeigte, bis ins Äußerste hinein. Jesus ermutigt uns, den Glauben nicht als Schmuckstück zu sehen, das wir dann und wann aus der Schatulle holen. Er will uns echter Lebensbegleiter sein – in allen Erfahrungen unseres Alltags.

    Johannes Krebs (johannes.krebs@bistum-wuerzburg.de) ist Pastoralreferent und Jugendseelsorger in der Kirchlichen Jugendarbeit (kja) Main-Rhön.