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      Kommentar von Wolfgang Bullin

      Mach weiter!

      Hatten wir in der vergangenen Woche das Rücktrittsangebot von Kardinal Reinhard Marx gemeldet, das er am 4. Juni bekanntgemacht hatte, so können wir diese Woche melden, dass Papst Franziskus das Angebot nicht angenommen hat.

      Marx leitet also weiterhin das Erzbistum München und Freising, ist weiterhin Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz, wird sich weiterhin auf europäischer Ebene und im Beraterstab des Papstes engagieren. Also alles wieder, wie gehabt – nach einigem Wirbel und jeder Menge öffentlicher Aufmerksamkeit für die katholische Kirche in Deutschland?

      Gewiss nicht. Wiewohl der Papst den Rücktritt nicht angenommen hat, zeugt sein Antwortschreiben an den Kardinal nicht nur von Respekt und Verständnis für dessen Schritt, sondern dokumentiert ebenso Übereinstimmung mit Marx in der Situationsanalyse und vor allem in der Zielrichtung. „Mach weiter, so, wie Du es vorschlägst, aber als Erzbischof von München und Freising”, heißt es in dem Brief, den der Vatikan am 10. Juni veröffentlicht hat. So würdigt der Papst einerseits die Bereitschaft des Kardinals, auch persönlich Verantwortung zu übernehmen, entlässt ihn aber andererseits nicht aus der Verpflichtung, das mit der Würde und Bürde des Amtes zu tun.

      Damit sagt er seinem Mitbruder Reinhard, dass er ihn gerade dort haben will und braucht, wo er bis jetzt gewirkt hat. Das stärkt Marx zwar, macht die Sache für ihn aber nicht leichter. Denn damit verpflichtet der Papst ihn und alle die aus der Bischofskonferenz, die sich nach dem Rücktrittsgesuch für die Fortsetzung des Reformkurses ausgesprochen hatten, den Worten jetzt Taten folgen zu lassen. Wobei die ersten Taten durchaus auch Worte sein könnten: wenn nämlich Bischöfe nicht immer nur allgemein von der Notwendigkeit grundlegender Reformen sprechen, sondern sagen, was sie damit meinen.

      Sie sollten sich das jetzt trauen. Denn mit seiner Entscheidung hat der Papst nicht nur Kardinal Marx in die Pflicht genommen, sondern auch sich selbst.

      Wolfgang Bullin

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