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75 Jahre „Schutzfrau von Münnerstadt“

Lebendige Legende

75 Jahre „Schutzfrau von Münnerstadt“
Wenn ich in das Gewand eines Pfarrers schlüpfe, bin ich ein anderer Mensch: eine Autorität.“ Helmuth Wohlfromm (73) in Münnerstadt ist der dienstälteste Laienspieler der „Schutzfrau von Münnerstadt“. Bei dem Volksschauspiel, das heuer zum 75. Mal aufgeführt wird, mimt er den Stadtpfarrer. Dass er seine Rolle bei dem frommen Spiel sehr gut beherrscht, zeigen immer wieder die Reaktionen: „Fremde Menschen kommen auf mich zu und sprechen mich mit Herr Pfarrer an“, sagt Wohlfromm. Er lächelt erst ein bisschen darüber. Doch wenn wiederholt die Worte „Herr Pfarrer“ fallen, korrigiert er energisch: „Ich spiele nur einen Pfarrer!“, was die Leute nicht glauben wollen. Wohlfromm will sich im nächsten Jahr zum 25. „Dienstjubiläum“ von der Bühne verabschieden.
Aus Freude wird Angst
Auf einer Freilichtbühne spielt das rund 250-köpfige Ensemble Sommer für Sommer das Ereignis des Marienwunders aus dem Dreißigjährigen Krieg: Die Akteure ziehen in einer Art Erntedank-Fest durch die Straßen, Bürger versammeln sich im „Lager der Stadtknechte“. Es wird gesungen, getrommelt, gelacht und getanzt. Plötzlich ist alles stumm. Kanonenschüsse sind zu hören. Später erfährt die Bevölkerung, dass schwedische Soldaten vor der Stadt stehen. Als Münnerstadt in Angst und Schrecken versetzt wird, ist es Sommer 1641. Siegessicher stehen die ungebetenen Schweden mit ihrem Heer vor der Stadt. Die Bürger verlassen schlagartig das Erntedank-Spektakel oder stürmen aus ihren Häusern. Hoffnungsvoll richten sie den Blick zum Himmel und suchen in ihrer Angst Hilfe im Gebet, flehen zur Muttergottes. Da verstummen plötzlich die Kanonen. Die schwedische Besatzung räumt das Feld, Münnerstadt ist gerettet. An dieses historisch verbürgte Ereignis knüpft sich bald eine fromme Legende aus dem 17. Jahrhundert. Die Mutter Gottes, sei über der Stadt erschienen und habe die Kugeln aufgefangen. Voll Angst und Schrecken sei der Feind überstürzt geflohen.
Die Geschichte der wundersamen Rettung der Stadt wird von den Laiendarstellern, die teilweise schon jahrzehntelang aktiv sind, mit viel Geschick nachgestellt. Jedes Jahr kommen neue Spielerinnen und Spieler hinzu, so dass es nicht an Nachwuchs mangelt. Ganze Familien sind dabei.
Motor der Heimatspielgemeinde Münnerstadt ist Bruno Eckert. Der Vorsitzende stand erstmals 1965 auf der Bühne. Seit Jahren agiert er als Stadtknecht. Eckert hat das große Ensemble ganz fest zusammengeschweißt. „Je älter unsere Spielerinnen und Spieler werden, desto stärker identifizieren sie sich mit dem religiösen Inhalt“, fasst er seine Erfahrungen zusammen.

 

Das Volksschauspiel wird auf dem Platz am Anger noch am
1. September um 14.30 Uhr und am 8. September um 15 Uhr
aufgeführt.
Am 1. September ist außerdem das traditionelle Schutzengelfest mit Markt und einer Prozession, die um 13 Uhr beginnt und zu den alten Stadttoren führt.
Am 8. September finden in
der Stadtkirche um 10 Uhr
ein Festgottesdienst und um
19.30 Uhr ein Jubiläumskonzert statt. Information und Vorbestellung im Fremdenverkehrsbüro Münnerstadt, Telefon 0 97 33/ 81 05-28.

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