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Gedanken zum Sonntagsevangelium

Leben mit einer Zusage

Evangelium

In jener Zeit war das Volk voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Es geschah aber, dass sich zusammen mit dem ganzen Volk auch Jesus sich taufen ließ. Und während er betete, öffnete sich der Himmel, und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.    

Lukas 3,15–16.21–22

Das Judentum kennt rituelle Waschungen. In diese Tradition seines Volkes hinein lässt Jesus sich taufen. Seine Verbindung zum Volk der Juden drückt der Evangelist Lukas aus, wenn er schreibt: „Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen“ (Vers 21).


Genauso ist es bei meiner Taufe geschehen: Ich wurde in die Tradition des Glaubens meiner Familie, meiner Eltern und Großeltern hinein getauft. Das Erahnen, dass dieser Weg mit Gott ein Weg zum Leben ist, hat meine Eltern damals die Entscheidung treffen lassen. Und auch wir selbst als Eltern haben das für unsere Kinder erahnt und ließen sie taufen.


Dass ich einmal in meinem Leben selbst den Grund finden muss, der mich glauben lässt, das habe ich damals als Kind noch nicht gewusst. Dieses Suchen und immer wieder neue Vertrauen in allen Lebens­lagen, nach Brüchen, Aufbrüchen und auch Hoch-Zeiten, spüre ich bis heute. Für mich ist das die Kraft des Heiligen Geistes, die in der Taufe ja zugesprochen wird, so wie es Johannes im Evangelium ankündigt: „Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen“ (Vers 16).


In diesen Momenten spüre ich, dass dieser Satz mir immer wieder auch zugesagt wird: „Du bist mein geliebtes Kind!“ Es sind die Zeiten, in denen ich meinen Glauben verankere. Ganz leise klingt dieser Satz in meinem Herzen, breitet sich aus, lässt mein Herz weich werden. Eine innere Wärme, ein inneres Feuer wärmt mich und bringt mich zum Brennen. In diese Tradition des Heiligen Geistes und des Feuers hinein wurde ich getauft, wurden wir als Christen getauft. Und es ist an uns, dass wir uns immer wieder daran erinnern: Du bist meine geliebte Tochter, Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Gefallen gefunden.


Wie gut das tut, sich das immer wieder zusprechen zu lassen, weiß jede und jeder, der diese Zusage von seinen Eltern bekommen hat. Und umgekehrt erahnen wir, wie hart es ist, wenn es diese Zusage im Leben nicht gegeben hat.


Ganz nah und deutlich spüren wir das Ansehen, das uns geschenkt wird, wenn wir einem anderen, einer anderen nicht nur kurz, sondern mal bewusst 15 Sekunden oder länger in die Augen schauen und von ihm oder ihr angeschaut werden. Bei einem Familienwochenende durften wir uns dieses Ansehen einmal vor dem Friedensgruß schenken. Plötzlich war etwas von Gottes Geist zu spüren, weil jede und jeder sich nicht nur angesehen gefühlt hat, sondern wirklich dieses Ansehen genossen hat.


Mich selbst wieder in das Ansehen Gottes stellen, ist für mich wie ein Taufgedächtnis, eine Erinnerung daran, dass mir Gott bei der Taufe zugesprochen hat: Du bist mein geliebtes Kind! Das kann auch beim bewussten Wahrnehmen meines Mitmenschen geschehen, oder in der Zuwendung zu der Person, die mich gerade braucht.

Walter Lang („walter. lang@bistum-wuerzburg.de“) ist Ehe- und Familienseelsorgersowie Diözesanbeauftragter für die Internetseelsorge.

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