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Kloster Heidenfeld – Folge 3 der Serie: Klöster im Bistum Würzburg

Kloster mit wechselvoller Historie

Kloster Heidenfeld – Folge 3 der Serie: Klöster im Bistum Würzburg
Folgt man dem Lauf des Mains von der Mainschleife hinauf nordwärts, so gelangt man kurz vor Schweinfurt nach Heidenfeld. Bereits von weitem leuchtet es dem Besucher mit einer imposanten Klosteranlage entgegen.
1069 stiftete Gräfin Alberada aus dem Geschlecht der Markgrafen von Schweinfurt gemeinsam mit ihrem Gemahl Graf Hermann von Habsberg-Kastel eines ihrer Heiratsgüter zur Errichtung eines Klosters – der Legende nach genau an der Stelle, wo das tote Söhnchen des Stifterehepaars ans Ufer gespült wurde. Bischof Adalbero von Würzburg, dem die Stiftung übergeben wurde, gab diese 1071 an die Augustinerchorherren weiter, die sich vor allem der Seelsorge widmeten und über 20 Pfarreien betreuten.
 
Neumann war am Werk
In seiner vermutlich viereckigen Anlage erinnerte das mittelalterliche Kloster, das dem heiligen Mauritius geweiht war, wohl eher an eine kleine Burg; dennoch konnte es den Stürmen der Zeit nicht widerstehen und brannte im Bauernkrieg und Markgräflerkrieg zweimal völlig aus. Trotz der schweren Zerstörungen hielten die Augustinerchorherren bis zur Aufhebung im Jahr 1803 die Stellung und bauten die Klosteranlage größer und schöner wieder auf. Kein Geringerer als Balthasar Neumann lieferte die Pläne für den imposanten Neubau des Konventsgebäudes, das bis heute zu sehen ist: Zwischen 1723 und 1733 entstand ein dreiflügeliger Bau, der sich an die schwer zerstörte Stiftskirche anschloss und so einen Innenhof bildete. Auch die Kirche sollte prächtiger denn je wieder erstehen – doch die Säkularisation verhinderte die Realisierung dieser Pläne und der neue Besitzer der Klosteranlage, Graf Türkheim, ließ die Kirche einreißen. Von 1807 bis 1901 waren die Freiherren von Bodeck Besitzer der weitläufigen Anlagen, bis schließlich 1901 die Würzburger Erlöserschwestern das Kloster kauften und es zunächst als Erholungsheim, dann als Alten- und Pflegeheim für Angehörige der Kongregation nutzten. „Gut 130 Schwestern leben heute hier“, erzählt Oberin Clementis Spenkuch. Und da das 1975 angebaute Pflegeheim den Ansprüchen nicht mehr genügte, ist man weiter eifrig am Bauen.
Noch heute betritt der Besucher die imposante Anlage durch das mächtige, von Polsterquadern gefasste Tor der Außenmauern. Schlicht und dennoch edel wirkt die Fassade des durch Pilaster und Fenster streng gegliederten Konventsbaus. Im Inneren sind indes einige Leckerbissen verborgen. So empfängt den Besucher zunächst eine über drei Geschosse reichende, einarmige, freitragende Treppe mit herrlichem Schmiedeeisen-Geländer – angeblich von Johann Anton Oegg, wie Schwester Antonita Weiß, das „Gedächtnis des Klosters“ zu berichten weiß. Diese führt hinauf in die alte Propstei, die Amts- und Schlafzimmer des Propstes, die sich Propst Schreiber in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts reichhaltig mit Deckenstuck, einer handbemalten Stofftapete und einer reich verzierten Alkoventür ausstatten ließ. Im selben Flügel befindet sich der Prunksaal mit einer italienischen Stuckdecke von Johannes Bajerna.
 
Reiche Ausstattung
Auch das Refektorium im Nordflügel glänzt mit ausgiebigen Deckenstukkaturen, die Szenen aus dem Leben des heiligen Augustinus und Allegorien der vier Elemente zeigen. „Und damit die Herren hier nicht ganz in irdischen Genüssen versanken, wurden sie in der Mitte durch eine herrliche Monstranz an das Himmlische Mahl erinnert“, fügt Schwester Antonita schmunzelnd hinzu.
Da seit dem Abbruch durch Türkheim keine Klosterkirche mehr existierte, mussten sich die Schwestern lange Zeit mit einem Notbehelf im Hauptsaal zufrieden geben. Als 1935 die lang ersehnte Baugenehmigung kam, konnte man endlich die durch den Kirchenabbruch entstandene Baulücke schließen und dem dreiflügeligen Bau einen vierten Flügel hinzufügen. Für den Besucher kaum vom Altbau zu unterscheiden, beherbergt der neue Südflügel eine Kapelle mit einem Barockaltar, der das Martyrium der Frankenapostel und die Krönung Mariens zeigt.
Anja Legge

 

Kurz notiert
Fahrradtour: Den Maintal-Radwanderweg entlang, zum Beispiel von Volkach über Fahr, Heidenfeld, Grafenrheinfeld nach Schweinfurt (ca. 28 km).
Besichtigung: Die Außenanlagen des Klosters können jederzeit besichtigt werden. Wer Interesse an den Innenräumen hat, wird gebeten, sich zunächst mit der Pforte in Verbindung zu setzen (Telefon 09723 /9320). Schwester Antonita Weiß führt dann nach vorheriger Absprache gerne durch einige historisch interessante Räume.
Außerdem sehenswert ist die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Laurentius in Heidenfeld, die von 1904 bis 1906 in neubarockem Stil erbaut wurde. Am Eingang links erinnert ein Ehrenmal an Kardinal Michael Faulhaber, der 1869 in Heidenfeld geboren wurde. Im Inneren zieht vor allem der Wallfahrtsaltar mit Reliquien des seligen Liborius Wagner, der 1631 wegen seines katholischen Glaubens auf den Mainwiesen bei Schonungen erschossen wurde, die Blicke auf sich.
Gastronomie: Hungrige können im Gasthaus Rehberger in Heidenfeld oder im Gasthaus Weisses Lamm in der Nachbargemeinde Röthlein einkehren.

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