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Im Nadelwald

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      Die Katholische Landjugend­bewegung und ihr Einsatz gegen den Klimawandel

      Jugend fordert mehr Klimaschutz

      Der Klimawandel legt keine Pause ein. Hitze, Dürre, Starkregen – ohne wirksames Gegensteuern werden solche Phänomene beim Wetter noch zunehmen. Dass es zum Klimaschutz keine Alternative gibt, bekräftigen kirchliche Akteure immer wieder. Zum Beispiel die Katholische Landjugend­bewegung (KLJB). Der Verband mischt sich mit konkreten Forderungen in die politische Debatte ein.

      „Bayern muss vorangehen!“ Diesen Titel trägt ein aktuelles Positionspapier der KLJB Bayern. Beim Landesausschuss im niederbayerischen Niederalteich haben die Delegierten den Zehn-Punkte-Katalog im November verabschiedet. Die KLJB hält darin fest, wie das 2020 verabschiedete bayerische Klimaschutzgesetz aus ihrer Sicht verändert werden müsste. Bisher passiere viel zu wenig, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen, kritisiert die KLJB.

      Schnelles Handeln nötig

      Rebekka Hettrich (27) und Manuel Rettner (21), die ehrenamtlichen Vorsitzenden des Würzburger KLJB-Diözesanverbands, dringen auf rasches Handeln der Politik. Anders als es im bayerischen Klimaschutzgesetz steht, müsse sich Bayern auf das 1,5-Grad-Ziel verpflichten, fordert Rettner. Sprich: Der durchschnittliche weltweite Temperaturanstieg sollte im Vergleich zur vorindustriellen Zeit 1,5 Grad nicht überschreiten. Außerdem sollte Bayern aus KLJB-Sicht spätestens 2035 eine ausgeglichene Klimabilanz erreichen.

      Der Würzburger KLJB-Vorstand glaubt, dass die Zeit für die nötigen Maßnahmen reif ist. Hettrich nennt als Beispiel die Verkehrswende auf dem Land, die für sie vordringlich ist. Der Öffentliche Personenverkehr (ÖPV) müsse ausgebaut werden. „Zu viele müssen noch aufs Auto umsteigen, daher müssen stillgelegte Bahnstrecken reaktiviert werden.“ Hettrich stammt aus Eßleben und ist zufrieden mit dem dortigen ÖPV. Aber zum Beispiel die Bahnstrecke zwischen Volkach und Würzburg sähe sie gerne in Betrieb.

      Mission in Glasgow

      Rettner bedauert, dass in Bayern Windkraftanlagen nur in weitem Abstand zu Ortschaften stehen dürfen. Der Abstand muss dem Zehnfachen ihrer Höhe entsprechen. „Verglichen mit anderen Bundesländern ist das eine strenge Regelung“, kommentiert er. Die Bevölkerung trage ökologiefreundlichere Regelungen mit, wie man an anderen Regionen Deutschlands sehe.

      Hettrich und Rettner nahmen in diesem Herbst nicht allein am Landesausschuss ihres Verbands in Niederalteich teil. Auch bei der UN-Klimakonferenz (COP) im schottischen Glasgow zählten sie zum Teilnehmerkreis – neben 120 Staats- und Regierungschefs sowie rund 25000 Angehörigen von Verhandlungsdelegationen. Seit 2018 ist die KLJB als Beobach­terinnenorganisation der
      UN-Klimaverhandlungen akkreditiert. Verbandsvertreter haben daher die Chance, als „Observer“ („Beobachter“) die Verhandlungen zu begleiten.

      Gipfelerlebnisse

      Observer können nicht mitverhandeln. Aber sie suchen das Gespräch mit Politikern und Verhandlern und werben für ihre Anliegen. „Termin über Termin“ hätten sie und die anderen Jugenddelegierten gehabt, erinnern sich Hettrich und Rettner. Zusammenkünfte im großen Plenarsaal und Austauschrunden mit Delegationen etwa aus Deutschland, Polen und dem Vatikan. Zwischendurch bot sich die Chance, den Blick auf den einen oder anderen Prominenten zu werfen, etwa den früheren US-Präsidenten Barack Obama.

      Freilich – die Ergebnisse des Gipfels von Glasgow blieben hinter den Erwartungen junger Klimaaktivisten zurück. Keine Überraschung, sagt Manuel Rettner, sie seien darauf eingestellt gewesen. Immerhin: Die Rivalen USA und China fanden in Glasgow eine gemeinsame Sprache und alle Delegationen einigten sich auf ein Verringern der Kohlenutzung. Rebekka Hettrich merkt an, dass finanziell zu wenig für Entwicklungsländer getan werde, die unter dem Klimawandel leiden. Sie spricht damit an, was auch Hilfsorganisationen beklagen: Der globale Süden profitierte von der Konferenz in Glasgow zu wenig.

      Ist das 1,5-Grad-Ziel für die Weltgemeinschaft überhaupt noch zu erreichen? Rettner zeigt sich optimistisch und verweist auf Technologien, die dabei helfen könnten, Kohlenstoffdioxid nachträglich aus der Atmosphäre zu entfernen. Hettrich hat da weniger Hoffnung. Jetzt müsste etwas geschehen, unterstreicht sie. Aber der Gipfel von Glasgow habe lediglich Absichtserklärungen gebracht – ohne Sanktionsmöglichkeit bei Verstößen.

      Ulrich Bausewein

      Die Fernsehredaktion des Bistums hat ebenfalls zu diesem Thema berichtet. Hier geht es zum Video.

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