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Welche Rolle Religionsunterricht heute spielt und wie zeitgemäßer Unterricht aussieht

„Ist ja nur Reli” oder „Wegweiser in die Zukunft”?

Früher war die Eins im Schulfach Religion Pflicht, heute sieht man gerne großzügig über die Vier im Zeugnis hinweg: „Ist ja nur Reli.” Und doch: „Gerade in einer sich immer rasanter verändernden Welt ist schulischer Religionsunterricht wichtiger denn je“, meint Schulreferent Jürgen Engel. Für ihn hat das Fach „zentrale Bedeutung für die innere Orientierung“.

Wenn er den Wert des schulischen Religionsunterrichts betone, heiße das keineswegs „dass alle nach der katholischen Pfeife tanzen müssen“, stellt der Schulreferent und stellvertretende Leiter der Hauptabteilung „Bildung und Kultur“ klar. „Junge Menschen brauchen aber Wegweiser für ihren Weg in die Zukunft. Willst du nach dem Modell der Leistungsgesellschaft leben oder stellst du das Prinzip Nächstenliebe an die erste Stelle? Geht es dir darum, dich allein durchzusetzen oder willst du auch mit anderen in Kontakt treten?“ Auf solche Fragen suchen junge Menschen Antworten, weiß er aus Erfahrung. Zeitgemäßer Religionsunterricht sei deshalb nicht in erster Linie wissensorientiert, formelhaft und analytisch, sondern eher kreativ, emotional und reflexiv.

Den ganze Menschen ansprechen

Während früher ganze Absätze aus dem Katechismus auswendig gelernt wurden, wollen die Themen heute den ganzen Menschen ansprechen und Hilfe zum Leben sein. „Junge Menschen sollen ihren Glauben eigenständig kennenlernen, ihn nach außen vertreten können und dialogfähig werden.“ Der Unterricht umfasst deshalb das Kennenlernen der wichtigsten Grundvollzüge des Glaubens ebenso wie Fragen der Lebensführung, der Ethik und des menschlichen Zusammenlebens. „Im Grunde geht es um all das, was wir nicht mit dem Kopf lösen können, sondern im Herzen haben“, so Engel.

Von den insgesamt 3300 Religionslehrern, die aktuell im Bistum Würzburg Katholische Religionslehre unterrichten, sind nur 300 Lehrer im Kirchendienst beziehungsweise in der Seelsorge tätig; alle anderen sind staatliche Religionslehrer und wurden von der Kirche durch die Missio canonica mit Verkündigungs- und Lehraufgaben beauftragt. Der Nachwuchs ist rückläufig. Neben den bekannten Ursachen mag das auch an den vielfältigen Fragen liegen, mit denen die Lehrer heute konfrontiert werden. „Auf der einen Seite haben wir Eltern, die den Wunsch nach multireligiösen Feiern äußern, auf der anderen stehen solche, die nicht wollen, dass ihr Kind im Unterricht den islamischen Propheten Mohammed kennenlernt“, so Engel.

Viele Zusatzaufgaben

Viele Eltern und Lehrkräfte seien auch verunsichert durch die coronabedingte Zusammenlegung von katholischem und evangelischem Religionsunterricht mit dem Fach Ethik. Für den Moment sei das aus Infektionsschutzgründen zwar für viele nachvollziehbar, die Frage sei jedoch, wie es nach Corona weitergeht. Engels Erfahrung nach gibt es auch hier gegenläufige Positionen, also: „Kehren wir zurück zum alten Muster und unterrichten wieder konfessionell getrennt oder geht es vielleicht doch ein Stück weit gemeinsam?“

Darüber hinaus hat das corona-bedingte Home-Schooling den Religionsunterricht seiner Wahrnehmung nach gleichzeitig erschwert und vorangebracht. Völlig zu Recht lege das Kultusministerium momentan den Schwerpunkt auf die Kernfächer. Deshalb könnten „viele lehrplanmäßige Inhalte anderer Fächer in diesem Jahr leider nicht im üblichen Maß behandelt werden“, berichtet er. Zugleich haben aber viele Lehrkräfte den Lockdown für individuelle Kontaktaufnahme und den verstärkten Einsatz digitaler Medien genutzt. „Religionslehrkräfte übernehmen in diesem Jahr überdurchschnittlich viele Aufgaben“, so Engel weiter: „Sie sind im Einsatz in der Notbetreuung, coachen Schülerinnen und Schüler einzeln bei Lernschwierigkeiten am Telefon oder im Chat und versammeln die Klasse am Bildschirm zum Online-Gottesdienst.“

Guter Weg in die Zukunft

Ein innovatives Projekt ist auch die Geocache-Suche „Spuren von Jesu Leben in Würzburg“, die während des Schul-Lockdowns von Lehramtsstudierenden mit Hilfe der App „Actionbound“ entwickelt wurde und in Religionsunterricht und Jugendarbeit eingesetzt werden kann. Dabei spüren Schüler der 5. bis 7. Klasse per Smartphone Orte, Gegenstände, Bilder und Skulpturen auf, die etwas über Jesus erzählen können. Prominentestes Beispiel für eine solche Darstellung ist das „Rütscherle“ am Nordportal der Marienkapelle, wo das Jesuskind auf einer Art Rutsche aus dem Mund Gottes in das Ohr Mariens gelangt. Auf vier Bounds (Bildungsrouten) zu den Themenbereichen „Geburt und Kindheit“, „Worte und Taten“, „Leiden und Sterben“ sowie „Hoffnungszeichen nach dem Tod“ geht es kreuz und quer durch die Stadt. Bei viel Bewegung an der frischen Luft erkunden die jungen Leute so ganz nebenbei, was Jesus mit ihrem Leben zu tun haben könnte.

Angesichts solcher Projekte, vieler hoch engagierter Menschen und einer Vielzahl schulpastoraler Angebote im Lebensraum Schule blickt Jürgen Engel hoffungsvoll in die Zukunft. Denn: „So werden Glaube und Nächstenliebe lebendig, so weisen wir jungen Menschen einen guten Weg in die Zukunft“.

Anja Legge

Actionbound – so geht‘s: Zur Nutzung die Actionbound-App herunterladen; es gibt sie kostenlos im App Store oder bei Google Play. Den gewünschten Bound von „Spuren von Jesu Leben in Würzburg“ auswählen oder über den QR-Code auf der Website „de.actionbound.com/bound/spurenvonjesulebeninwuerzburg” scannen. Religionslehrer und Bistumsmitarbeiter können über die AV-Medienzentrale eine kostenlose Lizenz zur Mitnutzung erwerben, so können sie Routen anpassen oder eigene Bounds für Religionsunterricht, Kommunion- und Firmgruppen oder Jugendarbeit erstellen. Mehr Infos: AV-Medienzentrale, Telefon 0931/38611-642, E-Mail „av-medienzentrale@bistum-wuerzburg.de”.

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