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      Gedanken zum Evangelium – Christkönigssonntag

      In die Welt ausstrahlen

      Christus, unser König: Unser Bekenntnis darf nicht folgenlos bleiben. Wenn wir gemeinsam Gottesdienst feiern, dann darf, dann muss unser Umgang miteinander, auch der der Seelsorger, jenseits der Kirchentüren anders sein. Dann muss unsere Gemeinde, unsere Kirche, eine Gemeinschaft in Jesus Christus sein.

      Evangelium

      In jener Zeit fragte Pilatus Jesus: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus oder haben es dir andere über mich gesagt? Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die Hohepriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Königtum von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Königtum nicht von hier. Da sagte Pilatus zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

      Johannes 18,33b–37

      Königtum – das reimt sich in unserer Welt auf Macht und Einfluss, Prunk und Pomp, Rohstoffe und Geld, Krieg und Frieden. Als Papst Pius XI. im Jahr 1925 das Christkönigsfest einführte, war es nicht anders als heute.

      Könige – das sind für viele Menschen nicht nur weltliche Herrscher, sondern zugleich geheimnisvolle, fast göttliche Gestalten. Die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts, das vielen dieser Gestalten den Garaus gemacht und an ihre Stelle andere, deshalb aber oft nicht bessere Herrscher gesetzt hat, war für manche deshalb eine Zeit tiefer Sehnsucht nach Königen und ihrer Macht und Pracht. Das Königtum Christi – mitten in der Welt.

      Das Christkönigsfest ist so von Anfang an ein politisches Fest. Die Älteren unter uns erinnern sich wahrscheinlich noch: Christus, der König des Alls und der Herrscher der Welt, begrenzt die Macht der Herrscher der Erde. Gegen den totalen Anspruch der Herrschaft der Nationalsozialisten wurde das Christkönigsfest zum Bekenntnistag der Jugend. Und die Erinnerung an diesen Tag verbindet sich vielleicht mit dem Bedauern darüber, dass es so etwas heute und bei uns nicht mehr gibt.

      Das Königtum Christi – ist dafür in unserer Welt kein Platz mehr? Die Königsherrschaft Christi, sie ist eine Vision, eine Hoffnungsbotschaft für die Welt. Macht und Einfluss und Pracht und Pomp haben in ihr nicht das letzte Wort. Durch die Königsherrschaft Jesu Christi zieht keine neue Grenze in unsere Welt ein. Nicht gegen die Moderne und nicht gegen die Demokratie, nicht gegen die, die den Glauben verloren oder noch nicht gefunden haben, und nicht gegen die Feinde der Kirche.

      Christus, der König, errichtet keine „Gegen-Herrschaft“ gegen die Mächtigen dieser Welt, seien es Könige oder Kanzler, Mächtige oder Manager. Aber er gibt jeder Herrschaft eine Perspektive. Sie steht unter seinem Gericht. Das Königtum Christi – kein Königtum dieser Welt!

      Und doch hat das Christkönigsfest eine bleibende politische Sinnspitze. Er macht uns ihm gleich. Er lädt uns ein, mit ihm und untereinander Schwestern und Brüder zu sein. Eine größere Relativierung von Macht und Einfluss kann es nicht geben. Christus, der Herr der Welt, will keine Herren und keine Sklaven, keine Herrscher und niemanden, der sich für unwichtig hält: Er will uns, so wie wir sind, an seiner Seite.

      Es zählen nicht Macht und Einfluss, nicht Können und Ansehen, nicht Geld und gute Beziehungen. Wir nennen uns „Schwester und Bruder“. Wir preisen gemeinsam Gott und Christus, unseren König. In der christlichen Gemeinschaft ist sein Geist lebendig unter uns.

      Christus, unser König: Unser Bekenntnis darf nicht folgenlos bleiben. Wenn wir gemeinsam Gottesdienst feiern, dann darf, dann muss unser Umgang miteinander, auch der der Seelsorger, jenseits der Kirchentüren anders sein. Dann muss unsere Gemeinde, unsere Kirche, eine Gemeinschaft in Jesus Christus sein. Dann muss sie die Liebe Jesu in die Welt ausstrahlen. Unser Beginnen, so klein und hilflos es zu sein scheint, wird er vollenden.

      Christus, unser König: Er ist niemand, der politisch Einfluss nimmt, Einflusszonen und Interessenssphären absteckt und im Zweifelsfall in den Krieg zieht. Christus ist ein König, der die Menschen verändert. Der mich verändert.

      Gerhard Fischer (gerhard.fischer@bistum-wuerzburg.de) ist Diakon mit Zivilberuf in der Pfarreiengemeinschaft Um Maria Sondheim.

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