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Kommentar von Matthias Risser

Ich liebe Lebensmittel ...

„Containern, auch Mülltauchen oder Dumpster Diving genannt, bezeichnet die Mitnahme weggeworfener Lebensmittel aus Abfallcontainern”, lautet die Defintion bei Wikipedia.

Abgelaufene Lebensmittel, aber auch fast frische Backwaren, ebenso Gegrilltes wie Haxen und Hähnchen, landen vor allem in Supermärkten und ihren Bäckereifilialen mit eigenem Imbiss allzu oft im Müllcontainer.

Jetzt ist wieder eine Diskussion darüber entbrannt, ob man dieser unsinnigen Wegwerfmentalität gesetzlich einen Riegel vorschieben soll. Noch bewegen sich jene Mülltaucher, die unbefugt das Gelände von Märkten aufsuchen und in Behältnissen nach Entsorgtem „tauchen”, auf unsicherem Terrain. Denn der Gesetzgeber hat dieses Tauchen bereits vereinzelt als Hausfriedensbruch eingestuft.

Unnötiges Wegwerfen von Lebensmitteln – 20 Prozent der Lebensmittel oder 82 Kilogramm pro Person landen in Deutschland auf dem Müll – sollte uns die Augen öffnen.

Ein Beispiel aus Main-Spessart: Vor etwa drei Wochen, um 19.11 Uhr, schiebt eine Verkäuferin einen Rollwagen, bepackt mit einer Plastikkiste voll mit Gegrilltem aus ihrem Bäckereibereich durch den Eingang eines Supermarktes – der mit dem Slogan wirbt: „Wir lieben Lebensmittel!” Nichtsahnend frage ich: „Betreibt ihr nun auch einen Partyservice?” „Nein, das kommt alles weg”, sagt die Verkäuferin. „Wie, weg?”, frage ich. „In die Mülltonne”, sagt sie. Ungläubig hake ich nach: „Das wollen Sie tatsächlich alles wegwerfen?” „Ja, weil das bis jetzt keiner gekauft hat.” „Und warum passen Sie den Preis nicht der geringeren Nachfrage an?” Laut Geschäftsführung seien Preisreduzierungen verboten, antwortet sie. Dann werde ich lauter: „Bis Ladenschluss sind es doch noch 50 Minuten, oder?” „Wann sollen wir mit unserer Arbeit denn fertig werden?” Danach war ich fertig, fix und fertig!

Als ich dann selbst das Tauchen ausprobieren wollte, entdeckte ich in einer grünen, unverschlossenen Tonne „meine” Haxen und Hähnchen – darüber gestreut undefinierbare gelbe Körnchen. Und das Containergelände – das war frei zugänglich.     

Matthias Risser

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