Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Nelke auf Buch

Sonntagsblatt lesen

Kostenloses Probeabo anfordern

Kostenloses Probeabo anfordern

Mehr

Hier zählt der richtige Riecher

Wer riechen und fühlen möchte, der muss nach Abtswind in den Landkreis Kitzingen kommen. Kaum ist die erste Tür zum verwinkelten Gewürzmuseum der Familie Kaulfuss geöffnet, die alten Dielen knarzen unter den Füßen, weht einem schon der Duft verschiedener Kräuter, Gewürze und Kaffees entgegen.
Anis, Zimt und Pfeffer, Pfefferminz und Ingwer – in seinem zum Museum umfunktionierten Werksgebäude stellt Maschinenbauer und Kräuterhändler Norbert Kaulfuss die Nase der Besucher auf die Probe. Mehr als 1100 Quardatmeter sind es inzwischen, auf denen er die aromatische Vielfalt der Gewürz- und Heilpflanzen darstellt. Riechen und Fühlen sind dort ausdrücklich erwünscht. Die Nase ist noch mit dem ersten Dutzend Düften und Gerüchen beschäftigt, da steht man plötzlich vor einer riesigen Weltkarte, zusammengesetzt aus unterschiedlichen Samen und Körnern sämtlicher Pflanzen. Die exotische Welt der Tees und Gewürze sieht, fühlt und riecht man auch an ausgestellten Schalen und Körben: phönizianischer Wacholder, pakistanische Rosenknospen und Kaffeebohnen aus Papua-Neuguinea. All das hat Norbert Kaulfuss über Jahre zusammengetragen. Die Idee hatte aber ein anderer in der Familie. „Mein Vater hatte immer schon den Wunsch, ein Kräutermuseum zu eröffnen“, erzählt der Mann mit den blauen Augen und dem Schnurrbart und nippt genüsslich an seinem frisch aufgebrühten Ingwertee. 2003 machten er und sein Bruder dem Vater zum 80. Geburtstag schließlich die Freude und eröffneten eine kleine Ausstellung. „Das hat dann aber soviel Spass gemacht, dass wir es weitergeführt haben“, erklärt der 47-jährige, vierfache Familienvater.  Seine kräftige Stimme ist inzwischen gut im Training, denn Norbert Kaulfuss führt jährlich bis zu 5000 Besucher durch die Räume seines Museums. Seit Mitte der 90er Jahre leitet der gelernte Maschinenbauer die von seinem Vater 1951 gegründete Gewürzfirma. So hat er von Jugend an die Leidenschaft seines Vaters miterlebt und Geschmack daran gefunden, wie er selbst sagt. In den Jahren der Firmengeschichte hatte sich so Einiges angesammelt: Arbeitsmaschinen, alte Trage- und Trockengerätschaften, Werkzeuge bis hin zu Teedosen und Kaffeekannen. All das zeigt Kaulfuss in seinem Museum. Und unter all den Ausstellungstücken verbergen sich wahre Schätze, wie Dutzende von Samowaren, kunstvoll verzierte, russische Teekocher. Der älteste stammt aus dem Jahr 1540. Und zu allem weiß Norbert Kaulfuss eine Geschichte zu erzählen und schmückt jede mit seinem trockenen Humor: „Grüntee macht ja bekanntlich gesund und fit. Aber so gesund wie dieser Tee schmeckt, möchte ich eigentlich gar nicht werden.“ Da bleibt er lieber beim Ingwertee und nippt weiter an seiner Tasse. Auch wenn er die Frische und Reinheit seiner Produkte mit einem schelmischen Lächeln verkündet – die Gewährleistung hoher Qualität hat oberste Priorität für Norbert Kaulfuss. Tees und Gewürze kauft er ausschließlich aus Deutschland, um sicher zu gehen, dass sie alle Lebensmittelkontrollen durchlaufen haben und auf Schadstoffe hin geprüft wurden. Häufig greift er auch auf Kräuter zurück, die in der Region angebaut werden. „Hier kann man sicher sein, dass nichts beigemischt wurde oder etwas Unsauberes drin ist“, erklärt er. Im an das Museum angrenzenden Laden hat seine Frau Claudia das Sagen. Neben Tee und Gewürzen vertreibt sie dort auch Naturkosmetik und Lebensmittel. Täglich werden die Tees und Kräuter frisch abgefüllt und verpackt. Mit seiner eigens dafür entwickelten Teebeutel-Abfüllmaschine füllt Norbert Kaulfuss viele hundert Teebeutel in wenigen Minuten. Die Aufgussbeutel werden als eigene Produkte vermarktet. Da ist Kaulfuss die Tranzparenz für die Kunden besonders wichtig. „Immerhin steht mein Name drauf.“ Und dieser Arbeit widmet er sich auch gerne persönlich, sind doch Teebeutel seine besondere Leidenschaft. Unzählige Exemplare zieren Wände, Decken und Wäscheleinen im Museum, für seine Frau Claudia kreierte er sogar ein Herz inmitten der hängenden Teebeutel. Überall nimmt Kaulfuss Teebeutel mit und dekoriert damit sein Museum, das nach und nach weitere Ausstellungsräume bekommt – noch bietet das alte Firmengebäude genug Raum. Und wo keine Beutel hängen, zieren rund 13000 Teepackungen aus aller Welt die Wände. Bekannte, Verwandte, Lokalprominenz – alle sammeln auf Reisen Teepackungen und schicken sie nach Abtswind. Diese Sammellust hat Norbert Kaulfuss bereits Anfang der 90er Jahre gepackt, als er während einer Geschäftsreise den Lift in einem türkischen Hotel reparierte und die Verantwortlichen ihm aus Dankbarkeit jeden Morgen eine stattliche Auswahl an Teesorten auf den Frühstückstisch stellten. Neu hinzugekommen ist auch ein kleines Muse­umscafé, in dem man sich nach einer Besichtigung mit Kleinigkeiten stärken kann. Neben Tee, Kaffee und getrockneten Kräutern findet sich allerdings auch Kurioses in dem verwinkelten Museum. Ein wenig versteckt, in einem Glaskasten an der Wand, hängen Käfer und Skorpione zwischen einer Fledermaus und einer Languste. Alle sind irgendwann einmal aus einem der Gewürzcontainer gefallen.    Kontakt: Kräuter-, Tee- und Gewürzmuseum, Ebracher Gasse 11-13, 97355 Abtswind, Telefon: 09383-99797, E-Mail: „teeladen@t-online.de“, Internet: „www.teefuchs.de“.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung