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Gemeinsam Ausschau halten

In vielfacher Hinsicht erinnert die Lage der Menschen in Äthiopien, dem Beispielland des Monats der Weltmission, an die Situation des blinden Bartimäus, von der uns im Evangelium berichtet wird.

Evangelium

In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen und er folgte Jesus auf seinem Weg.
Markus 10,46–52


Gott ist uns Zuflucht und Stärke – unter diesem Leitwort aus dem Psalm 46 steht der diesjährige Sonntag der Weltmission. Wir hören und schauen auf die Situation vieler Menschen, die in den verschiedenen Teilen der Welt immer wieder und immer noch unter Krieg, Hass und Gewalt zu leiden haben. Wie sehr sehnen sich diese Menschen nach einem Wort, das ihnen neue Hoffnung und Zuversicht schenkt.

Ein Bote der Hoffnung war der Prophet Jeremia: „Verkündet, lobsingt und sagt: Der Herr hat sein Volk gerettet ...“ – so wird es in der Lesung zugesagt. Das Volk Israel hatte damals eine harte Zeit hinter sich, eine Zeit, in der alle Hoffnungen für immer zerstört schienen.

Hatte sich der Gott Israels nun für immer von seinem Volk abgewandt? So fragten sich die Menschen damals. In dieser hoffnungslosen Situation verkündet der Prophet Jeremia eine unerwartete Wende: Der Rest Israels wird in das Land der Verheißung zurückkehren.

Viele Menschen leben noch heute in Situationen, die ihnen den Mut und die Kraft zum Leben nehmen, die aber auch jederzeit in Gewalt umschlagen können. Wie groß muss ihre Sehnsucht nach Menschen guten Willens sein, die mit ihrer Hilfe ein Zeugnis geben, dass Gott in aller Armut, Not und Gewalt an unserer Seite steht!

In diese Not hinein sollen und müssen wir die Frohe Botschaft bringen. Das ist die eigentliche missionarische Sendung der Kirche. In vielfacher Hinsicht erinnert die Lage der Menschen in Äthiopien, dem Beispielland des Monats der Weltmission, an die Situation des blinden Bartimäus, von der uns im Evangelium berichtet wird. So wie Bartimäus fühlen sie sich an den Rand gedrängt und von den Menschen nicht beachtet.

Jesus verhält sich da ganz anders: Er hört den Ruf des Mannes. Er ruft ihn zu sich. Er schenkt ihm Aufmerksamkeit. Er fragt nach der Not, nach dem, was ihn bewegt, was er ersehnt, was er erhofft. In diesem Angenommensein findet Bartimäus bei Jesus Heil und Heilung. Er wird vom Blinden zum Sehenden, von einem, der keine Lebensperspektive mehr hatte, zu einem Menschen, der Jesus nachfolgt.

In dieser Erzählung wird deutlich, wie Menschen aus der Dunkelheit zum Licht finden können; wie Menschen mit den Augen des Herzens erst das Wesentliche in ihrem Leben und Glauben sehen können. In dieser Begegnung mit Jesus Christus ereignet sich Glauben, da wird er erlebbar und spürbar, da wird er – im wahrsten Sinn des Wortes – sichtbar.

Am Weltmissionssonntag dürfen wir uns weltweit miteinander im Glauben stärken, nach Lebensperspektiven Ausschau halten, und unserem Herrn Jesus Christus dankbar begegnen. Mit den Menschen in Äthiopien und hier bei uns dürfen wir in der persönlichen Begegnung mit Jesus Christus Kraft schöpfen für das eigene Leben und für die gesamte Menschheitsfamilie. Als Christen schöpfen wir alle an verschiedenen Orten aus dieser gemeinsamen Quelle.

Ermutigt durch das Wort Gottes können wir unser Umfeld, unsere Gesellschaft ein Stück weit mit gestalten. Wir werden dadurch ermutigt, Zeugnis zu geben von dem Glauben, der uns trägt und uns Hoffnung gibt.

Versuchen wir, mit dem heilenden Blick Jesu, mit dem geheilten Blick des Bartimäus, auch einander einen Augenblick der Liebe zu schenken. Dann werden wir zu glaubwürdigen Zeugen in unserer Welt und Zeit, nach dem Wort des Psalmisten: „Gott ist uns Zuflucht und Stärke.“

Günter Schöneich („guenter.schoen­eich@bistum-wuerzburg.de“)
ist Diakon in der Pfarreiengemeinschaft „Kirche am Zabelstein“.

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