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      50 Kirchen in Main-Spessart sollen nach tierischen Bewohnern kartiert werden

      Fledermäusen und Vögeln auf der Spur

      Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landratsamtes Main-Spessart hat jüngst das Projekt „Kartierung von Kirchen im Landkreis Main-Spessart auf Vorkommen von Fledermäusen und Gebäudebrütern“ gestartet.

      In der Vergangenheit erfolgten Erfassungen nur bei der Erneuerung von Kirchendächern, erklärte Julia Grauberger (UNB). Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind geschützt und finden oft in Kirchen Unterschlupf. Heuer sollen 50 Kirchen im Landkreis Main- Spessart von Diplom-Biologe Jürgen Thein (Büro für Faunistik und Umweltbildung Haßfurt) auf den Bestand von Fledermäusen und Gebäudebrütern untersucht werden.

      Im Sinngrund startete Thein das Untersuchungsprojekt in der Pfarrkirche St. Jakobus- Obersinn. Dabei erklärte Thein das bayernweit angelegte Programm des Bayerischen Landesamtes für Umwelt und der Universität Erlangen.

      In großen Gruppen

      Auf der Höhe des Glockenstuhls angekommen erläuterte er, dass sich gerade in den Sommermonaten Weibchen des Mausohrs in großen Gruppen in geräumigen Dachböden oder Kirchtürmen einfinden, um ihre Jungen in „Wochenstuben“ aufzuziehen. Geringere Lebensräume und verschlossene Einflugöffnungen sowie das sinkende Nahrungsangebot reduzieren die Bestände.

      Bei der Untersuchung des Obersinner Glockenturms stellte Thein neben haufenweise toter Grauer Feldwanzen Besiedelungsspuren von Fledermäusen fest. Konsistenz und Farbe des vorgefundenen Kotes genügten ihm, sofort die Fledermausart und das Alter der Ausscheidung zu bestimmen. Glitzernde Partikel beispielsweise lassen auf ein Mausohr schließen, das eine Vorliebe für Nachtfalter hat. Größere Insektenflügel am Boden hingegen weisen auf das braune oder graue Langohr hin. Der Biologe entdeckte auch die Feder eines Mauerseglers, der vermutlich vor einigen Jahren einmal im Kirchturm unterwegs war oder gar brütete.

      Nicht zu sehen

      Auch im eigentlichen Spitzturm der Pfarrkirche konnte Thein derzeit nicht eine einzige Fledermaus entdecken. „Das ist keine Seltenheit, aber Kothinterlassenschaften und der Nachbar des Gotteshauses bestätigen den nächtlichen regen Flugverkehr“.

      Im großen Dachboden der Kirche erkannte Thein erneut eine Besiedelung durch Kotspuren. Aber weder hier, noch im verwinkelten Gebälk des Chorraums waren die Säugetiere in ihren Quartieren sichtbar. Augenzwinkernd bezeichnete er die Fledermäuse als die „regelmäßigsten Kirchgänger“, die jedes Jahr ihr gleiches Quartier beziehen. „In der Obersinner Kirche verorte ich das braune Langohr sowie die Bartfledermaus“.

      Turmfalken

      Auf Nachfrage des Nutzens der Fledermäuse sagte der Experte, dass diese wie jeder Vogel oder Käfer ein Gebilde der Schöpfung seien. Die in Bayern nachgewiesenen 23 Fledermausarten stehen fast alle auf der roten Liste. Sie ernähren sich ausschließlich von Insekten. So vertilgt eine kleine Zwergfledermaus pro Nacht bis zu zweitausend Stechmücken.

      Zum Abschluss fanden sich noch Exemplare von Gebäudebrütern: So hat ein Turmfalken-Pärchen in einem Mauerloch über dem Kirchenchor sein Zuhause gefunden und mittlerweile sind zwei Jungvögel geschlüpft.

      Jürgen Gabel

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