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Kommentar von Raphael Schlimbach

Feminismus = Freie Entscheidung

Feministinnen glauben während der Corona-Krise ein erhöhtes Konfliktpotenzial in Familien zu erkennen. Sie sorgen sich um die Rollenverteilung in der Isolation.

Jutta Allmendinger ist Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). In der Talkshow von Anne Will sagte sie, dass Frauen in der Krise eine „Retraditionalisierung“ erführen. Um die Familie zu versorgen, würden Frauen „wieder so richtig die Heimmütterchen“. Anna-Lena Ripperger von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) schlägt in eine ähnliche Kerbe. In einem FAZ-Kommentar schreibt sie darüber, dass sie in Isolation gerne koche. Sie störe daran aber die „Erkenntnis, dass Corona mich häuslich gemacht hat. Auf einem beschämend niedrigen Niveau.“. Dabei sei „eine Zukunft am Herd“ für sie immer schon zu vermeiden gewesen.

Mich erschreckt die hier mitschwingende Geringschätzung für Hausfrauen. Allmendinger zeichnet das Bild eines schwachen „Mütterchens“. Ripperger spricht von beschämender Niveaulosigkeit. Die Ausführungen beider Frauen sind zutiefst anti-feministisch. Denn sie sprechen den Frauen den Willen ab sich frei für ein Leben als Hausfrau zu entscheiden. Sie beide zeichnen ein Bild von äußerem Zwang, als würde man als Hausfrau die eigene Freiheit aufgeben. Was aber wenn die Aufgaben als Hausfrau eine Frau erfüllen?

Warum ist eine Frau emanzipiert, wenn sie sich für das Berufsleben entscheidet, nicht aber, wenn sie das für Aufgaben im Haushalt tut? In beiden Fällen trifft die Frau eine Entscheidung. Es ist arrogant, in eine dieser Entscheidungen von vorneherein äußere Zwänge oder Unwissenheit zu interpretieren.

Solange eine Frau nicht dazu gezwungen wird, sich für einen Lebensentwurf zu entscheiden, muss man ihren Entschluss respektieren, auch wenn dieser einem nicht gefällt. Das empfinde ich als Emanzipation. Wer das nicht tut, wie Ripperger und Allmendinger, hängt selbst einem diskriminierenden Rollendenken an.

Raphael Schlimbach

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