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Caritas und Diakonie fordern ihren Erhalt und weitere Finanzierung durch die Krankenkassen

Familienpflege und Mütterkuren in Gefahr

Caritas und Diakonie fordern ihren Erhalt und weitere Finanzierung durch die Krankenkassen
Nicht mit uns: Politik will Familienpflege streichen. Familien muss diese Hilfe erhalten bleiben! - Unter diesem Motto starten Caritas, Diakonisches Werk und ihre angeschlossenen Träger der Familienpflege und Dorfhilfe eine Aktion, um die Bundesregierung und Krankenkassen von der Notwendigkeit der Familienpflege zu überzeugen und ihren Fortbestand zu sichern. Mit Plakaten, Unterschriftenlisten und Protestbriefen an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt soll erreicht werden, dass die Familienpflege weiter von den Krankenkassen bezahlt wird.
 
In Wahlprogrammen und Wahlreden steht Familienpolitik ganz oben. Im politischen Alltag hingegen sieht es anders aus. Jüngstes Beispiel: Im Rahmen der geplanten Gesundheitsreform will die Bundesregierung die Haushaltshilfe durch Familienpflegerinnen aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen streichen. Wie diese Leistungen in Zukunft weiter finanziert werden sollen, ist ungewiss. Einige Krankenkassen sind bereits mit schlechtem Beispiel vorangegangen, indem sie immer öfter die Kostenübernahme ablehnen. Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) in Bayern hat noch weitere Kürzungen angekündigt.
 
Bisher spielte es keine Rolle, ob sich die erkrankte Mutter in einer Klinik oder zu Hause befindet. Jetzt will die AOK nur noch bei stationären Behandlungen des Versicherten ab dem ersten Tag Leistungen übernehmen, bei ambulanter Behandlung hingegen erst ab dem vierten Tag. Dies würde die Familie mit bis zu 450 Euro belasten. Die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK) hat die Genehmigung von Familienpflege auf 20 Wochen in drei Jahren beschränkt. Für die Wohlfahrtsverbände eine rigide Praxis, die den Familien nicht mehr gerecht wird. Getroffen werden hier vor allem allein erziehende und sozial schwache Mütter.
Wenn die Mutter in der Familie von heute auf morgen krank wird, den Haushalt nicht mehr weiterführen kann und auch die Betreuung der Kinder nicht mehr möglich ist, dann steht der Rest der Familie "auf dem Schlauch". Die Kassen setzen manchmal scheinbar Haushaltshilfe mit den bloßen Tätigkeiten in einem Familienhaushalt gleich. So entsteht mitunter die Vorstellung, dass auf Kosten der Krankenkasse die Wohnung sauber gehalten und das Essen für die Familie gekocht wird. Im Mittelpunkt der Familienpflege steht aber die Entlastung der kranken Hausfrau oder des kranken Hausmannes. Dadurch soll der Heilungs- und Genesungsprozess gefördert werden. Haushaltshilfe ist eine wichtige Voraussetzung, damit kranke Mütter an Müttergenesungskuren teilnehmen können.
 
Auch mit der Genehmigung von Mütterkuren wurde es immer prekärer. Mit großer Sorge stellten die Wohlfahrtsverbände in jüngster Vergangenheit fest, dass viele grund- sätzlich genehmigungsfähige Anträge von den Krankenkassen zunächst abgelehnt wurden. Dabei machen Mutter-Kind Kuren nur 0,2 Prozent des gesamten Kassenbudgets aus. Die Wohlfahrtsverbände meldeten sich zu Wort. "Bei allem Verständnis für Sparmaßnahmen: Wer an Müttern und Kindern spart, spart am falschen Platz".
 
Jeder Euro, der für die Gesundheit von Müttern und Kindern ausgegeben wird, ist eine kluge Investition in die Zukunft", so Caritas-Direktor Franz Stephan bei einer Protestkundgebung der nordbayerischen Caritasverbände und des Müttergenesungswerks in Nürnberg. Laut einer Satzungsänderung der AOK Bayern sollten Mütterkuren nur noch anteilig übernommen werden. Auf Druck der Wohlfahrtsverbände wurde diese Änderung noch einmal bis zum 1. Juli 2002 ausgesetzt. Inzwischen scheint jedoch Hilfe durch die Politik zu kommen. Ein im Gesetzesentwurf der Regierungskoalition in Berlin, der noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll, definiert Mütterkuren als Regelleistung der Krankenkassen. Übrigens: Häuser für Mütterkuren gibt es in unserer Diözese in Bad Kissingen und Bad Brückenau. Auskunft erteilt der Caritasverband unter Telefon 09 31/386-659.
 
Wer Familienpflege anbietet, legt drauf. Die Familienpflegestationen von Caritas und Diakonie müssen bereits heute pro Einsatzstunde rund zehn Euro zuzahlen. Bei den Würzburger Ritaschwestern summiert sich dieser Wert auf durchschnittlich 600 Euro pro Einsatz. Die daraus entstehenden Gesamtdefizite sind erheblich höher. Ohne die Zuschüsse der Kirchen und der Staatsregierung wäre die Familienpflege schon heute am Ende. Die Forderung der Wohlfahrtsverbände an die Politik lautet daher: Lasst Familien nicht im Regen stehen! Macht ernst mit euren Parteiprogrammen, gewährt Familien die Hilfe, die sie auch brauchen und nehmt ihr diese nicht noch weg!
 
Am Samstag, 13. Juli, ist die ökumenische Arbeitsgemeinschaft der Familienpflege - bestehend aus Caritas, Diakonie und Ritaschwestern - von 10 bis 14 Uhr mit einem Informationsstand am Dominikanerplatz in der Innenstadt von Würzburg vertreten. Am selben Vormittag findet im Rahmen der Kilianiwoche im Dom die Kranken- und Behinderten-Wallfahrt der Caritas statt. Über 1000 Teilnehmer werden erwartet.

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