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      Gedanken zum Evangelium – 24. Sonntag im Jahreskreis

      Ermutigt zum guten Leben

      Hinter Jesus hergehen bedeutet, Stück für Stück zu erkennen, was Gott von uns will. Frère Roger, ein evangelischer Christ, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Burgund die ökumenische Taizé-Gemeinschaft gegründet hat, ermutigt uns: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast, und sei es noch so wenig!“

      Evangelium

      In jener Zeit ging Jesus mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Auf dem Weg fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen? Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten. Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Christus! Doch er gebot ihnen, niemandem etwas über ihn zu sagen. Dann begann er, sie darüber zu belehren: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete mit Freimut darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen. Jesus aber wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Tritt hinter mich, du Satan! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.

      Markus 8,27–35

      „Er biss die Zähne aufeinander, dass es knirschte. Seine rechte Hand packte das schwere Kruzifix mit sicherem Griff. Ein Laut, einem Urschrei gleich, dröhnte aus seinem Mund. Dann schlug er zu.“ Im Anschluss versteckte der Pfarrer die Leiche des gewalttätigen Ehemanns in der Krypta der Kirche und beseitigte die Blutspuren. Eine spannende Dichterlesung durfte ich kürzlich in meinem Urlaub genießen. Der evangelische Pastor Bernd Schwarze, der seit über 20 Jahren in der Lübecker Kulturkirche St. Petri wirkt, ließ uns Zuhörer den Atem anhalten – mit Passagen aus seinem mit schwarzem Humor gespickten Kriminalroman „Mein Wille geschehe“ (frisch erschienen bei Knaur, Juli 2021).

      Abgesehen von der moraltheologischen Problematik, ob Tyrannenmord zu vertreten ist – also jemanden zu töten, um die größere Mehrheit der Bevölkerung vor Schlimmerem zu bewahren (die Widerstandskämpfer im Dritten Reich standen in diesem Gewissenskonflikt) –, stellt sich uns die Frage, wie wir mit Konfliktsituationen umgehen. Die Emotionen erstrecken sich von „Ich könnte diese Person umbringen“ bis hin zu „Kann ich verzeihen?“ „Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren.“ Was müssen wir uns gefallen lassen? Wo sollen wir eine Grenze setzen und uns einen gesunden Egoismus bewahren?

      Der Maßstab für unser Denken und Handeln ist Christus: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst.“ Besser übersetzt: „Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst“. Uns muss bewusst sein, dass wir in der Nachfolge Christi nicht allein sind, sondern in einer wirklichen Gemeinschaft mit Jesus gehen – angefangen bei den ersten Aposteln, die zunächst nicht kapiert haben, um was es ging. Recht heftig wird Petrus angefahren: „Du Satan! Denn du hast nicht im Sinn, was Gott will.“

      Hinter Jesus hergehen bedeutet, Stück für Stück zu erkennen, was Gott von uns will. Frère Roger, ein evangelischer Christ, der nach dem Zweiten Weltkrieg in Burgund die ökumenische Taizé-Gemeinschaft gegründet hat, ermutigt uns: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast, und sei es noch so wenig!“ Ein wenig von dieser Haltung spürt man bei uns im Taizé-Gottesdienst in Oberdürrbach (Pfarreiengemeinschaft Dürrbachtal/Würzburg) – normalerweise jeden letzten Samstagabend im Monat. Schauen Sie doch mal rein!

      Sich verleugnen könnte heißen: sich selber neu sehen; lernen, mit Aggressionen oder Wut besser umzugehen; auf innere Stabilität und ein gutes Selbstwertgefühl zu achten; negative Gedanken wegzulassen wie zum Beispiel den, im Leben zu kurz gekommen zu sein. Und schließlich könnte die Erkenntnis wachsen: runter vom Sofa – zum Christentum gehört auch politisches Engagement! Lassen wir uns ermutigen zu einem guten Leben im Sinne Jesu. Nicht wie der Titel des Krimis „Mein Wille geschehe“ – der Titel meines Lebens soll lauten: „Gottes Wille geschehe.“ Im Alltag offen und tolerant sein, Gastfreundschaft im persönlichen Umfeld gewähren – gesellschaftlich wird dies für uns Christen angesichts der jüngsten menschlichen Katastrophe in Afghanistan eine Herausforderung sein.

      Wolfgang Senzel (wolfgang.senzel@bistum-wuerzburg.de) ist Pfarrvikar in der Pfarreiengemeinschaft Dürrbachtal.

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