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      Eine Schule auf den Beinen

      Gegen starken Wind stemmen mussten sich die rund 500 Mädchen der Würzburger Maria-Ward-Schule, die Lehrer sowie einige Eltern und Großeltern bei ihrer Sternwallfahrt zur Klosterkirche Fährbrück. Doch die Witterung brachte das Unternehmen nicht zum Scheitern. Unter dem Motto „Mit Maria Ward nach Rom gehen“ traten die Teilnehmerinnen einen Vormittag lang in die Fußstapfen der Namensgeberin der Schule.

      Die Ordensgründerin Maria Ward (1585–1645) war dreimal zu Fuß nach Rom und zurück gegangen und hatte dabei jeweils rund 2600 Kilometer zurückgelegt. Ungefähr diese Strecke wollten die Schülerinnen schaffen. Für jeden Kilometer ließen sie sich von selbst gesuchten Sponsoren bezahlen.

      Für den guten Zweck

      Der Erlös kommt der Generalsanierung ihrer Schule sowie einem Hilfsprojekt in El Cabure zugute. In der argentinischen Stadt engagieren sich drei Maria-Ward-Schwestern in den Bereichen Bildung und Ernährung. Beispielsweise leiten sie die Einwohner beim Anbau von Gemüse und Salat an und unterrichten Hygiene-Grundwissen.

      Bei der Wallfahrt für den guten Zweck führte die 14-jährige Julia als Schildträgerin eine Gruppe an. „Es geht noch, ich hatte es mir eigentlich anstrengender vorgestellt", sagte sie kurz vor der Ankunft an der Klosterkirche. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie und die anderen nach vier Stunden rund 14 Kilometer Weg in den Beinen. Sie waren in Güntersleben und damit am weitesten von der Wallfahrtsstätte entfernt gestartet. „Ich finde diese Aktion klasse", so Julia, weil dabei Spenden gesammelt werden. Als Sponsoren unterstützten sie ihr Bruder sowie ihre Mutter und Tante. Julia vermutete, dass sie wegen ihres Einsatzes etwa 45 Euro bekommt. „Damit wäre ich sehr zufrieden."

      „Ich bin zwar etwas erschöpft", gestand eine 14-Jährige gleichen Namens kurz vor dem Einzug zum Wortgottesdienst in Fährbrück, „aber auch sehr froh, dass wir es geschafft haben". Auch sie gehörte zu der „Marathongruppe", die in Güntersleben losgegangen war. Als „super Aktion" bezeichnete sie die Sternwallfahrt – wegen des guten Zwecks und des Erlebens von Gemeinschaft. „Maria Ward ist halt unser Vorbild", fügte sie hinzu und hielt dabei selbstbewusst den Stock des Wallfahrtsschildes in Händen, der nach einer heftigen Windböe auf dem Weg nach Fährbrück abgebrochen war.

      Monatelange Arbeit

      Am Anfang des Projekts stand die Idee der Religionslehrerin Theresia Oschmann-Behr, mit einem Sponsorenlauf Geld für die General­sanierung der Schule zu sammeln. „Aber es ist öde, wenn man zehn Runden um den Sportplatz läuft", erklärte sie. So keimte der Gedanke an die Sternwallfahrt: „Maria Ward hat ihre Ziele zu Fuß erreicht."

      Gemeinsam mit vier weiteren Lehrerinnen bereitete Oschmann-Behr in monatelanger Arbeit die aufwändige Aktion vor. Vor logistische Herausforderungen stellte es die Organisatorinnen vor allem, wie die Teilnehmerinnen zu ihren insgesamt neun Ausgangspunkten gelangen sollten. Außer in Güntersleben ging es los am Waldhaus Einsiedel, in Burggrumbach, Unterpleichfeld, Bergtheim, Gramschatz, Essleben, Schwanfeld und Hilpertshausen. Mit Unterstützung der Eltern und in öffentlichen Verkehrsmitteln kamen die Teilnehmerinnen zu ihren Startpunkten. „Ein Vater hat sogar einen Sonderbus zur Verfügung gestellt", lobte Oschmann-Behr die tatkräftige Hilfe. Auch der Elternbeirat engagierte sich, indem er unter anderem Brotzeit und Getränke an der Kirche finanzierte und die Ausgabe selbst übernahm.

      Oschmann-Behr erläuterte, dass es bei der Sternwallfahrt nicht nur um einen möglichst hohen Erlös ging. Von zu Hause brachten alle Mädchen einen Stein mit, der als Symbol für Sorgen oder eine seelische Last diente. Die Steine wurden vor dem Gottesdienst gesammelt und auf den Altarstufen abgelegt. Zuvor war das Projekt intensiv im Unterricht besprochen worden.

      Das Zeichen des Teilens

      Diese Vorbereitung fiel bei der 13-jährigen Cynthia offenbar auf fruchtbaren Boden: „Wir gehen, um es so zu machen wie Maria Ward." Cynthia fand die richtige Mischung aus Besinnung und Gebet, Zeit für sich selbst, aber auch die Unterhaltung mit Klassen­kameradinnen besonders erwähnenswert. Jede Gruppe legte auf ihrem Weg einen Halt ein und teilte als Zeichen der Gemeinschaft selbst gebackenes Brot.

      „Ich habe vorhin jemand aus einer anderen Klasse kennengelernt", freute sich die ebenfalls 13-jährige Elisabeth. Sie musste allerdings einen Wermutstropfen verkraften, weil sie sich in neuen Schuhen an beiden Füßen Blasen gelaufen
      hatte. Nachdem sie die Verletzungen mit Pflaster versorgt hatte, konnte auch sie ihre Wunschstrecke von Bergtheim über Opferbaum nach Fährbrück trotz Schmerzen bewältigen.

      Während des Gottesdienstes in der Klosterkirche machte Pfarrvikar Christian Stadtmüller darauf aufmerksam, dass jeder an diesem Tag zurückgelegte Weg eine Herausforderung darstellte. Stadtmüller, der selbst eine Gruppe begleitet hatte, berichtete, wie unterschiedlich die Schülerinnen an diese Herausforderung herangegangen waren: Die Bandbreite reichte von „großer Freude" bis hin zu kurzfristigem „Sitzstreik".

      Hilfe bei der Orientierung

      „Wege zu gehen, ist noch nie einfach gewesen", unterstrich der Geistliche in seiner Predigt. Die direkte Strecke müsse nicht unbedingt die beste Entscheidung sein, außerdem seien auch Umwege wichtig. Vor allem in unsicheren
      Situationen sei das Wissen von großer Bedeutung, dass es hilf­reiche Begleiter gebe, und Gott einem jederzeit die richtige Richtung zeigen könne.

      Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde noch ein Rätsel gelöst. Auf der Rückseite jedes Gruppenschilds standen ein oder mehrere Wörter. Von den Schülerinnen zusammengefügt, ergaben sie ein einpräg­sames Leitmotiv von Maria Ward: „Du findest den Weg nur, wenn Du Dich auf den Weg machst."

      Der Erlös des Sponsorenlaufs stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Das Sonntagsblatt wird über die Summe informieren. Wer die Generalsanierung der Maria-Ward-Schule oder das Hilfsprojekt in Argentinien unterstützen möchte, erhält Informationen im Schulsekretariat unter Telefon 0931/3559426.

      Franz Nickel

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