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Kommentar von Ulrich Bausewein

Ein Trend, der alle betrifft

Erfreulich sachlich hat vor Kurzem der Göttinger Staats- und Kirchenrechtler Hans Michael Heinig die Lage der christlichen Kirchen in Deutschland beschrieben. Die religionspolitische Ordnung unseres Landes wandle sich, erläuterte Heinig in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Der Trend zur Entkirchlichung in Deutschland werde sich in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen – „gleich einer Naturgewalt“.

Heinig dürfte Recht haben. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich der gesellschaftliche Gewichtsverlust der Institution Kirche aufhalten oder umkehren ließe. Die Kirchen in Deutschland stehen damit vor einigen Herausforderungen. Nicht nur Mitgliederzahlen und Geldmittel gehen zurück. Auch eine motivierende Perspektive fehlt. Der Jurist Heinig malt selbst kein scharf umrissenes Zukunftsbild. Er stellt fest: Ob Religionsunterricht oder staatliche Geldflüsse an die Kirchen – alles komme in Debatten auf den Prüfstand, weil die kulturellen Grundlagen des Staat-Kirche-Verhältnisses erodieren.

Aus Sicht Heinigs trägt zur kirchlichen Ausdünnung bei, dass sich die katholische Kirche einem modernen Verständnis von Gleichberechtigung und sexueller Vielfalt verweigert. Das fördere den Weg-von-der-Kirche-Trend. Unter deutschen Katholiken gibt es eine Menge Befürworter dieser These. Zu Recht. Aber Änderungen der Kirchenlehre sind in dieser Hinsicht bedauerlicherweise nicht zu erwarten. Plakat- oder Unterschriftenaktionen oder auch der Synodale Weg werden daran kaum rütteln können. Die Kirchenleitung in Rom nimmt Widerspruch aus Deutschland zwar hin. Als Maßstab für die Weltkirche betrachtet sie ihn aber nicht.

Sollte man sich deshalb vergrämt zurückziehen und mit der eigenen Ohnmacht hadern? Eher nein. Schließlich betrifft der Trend zur Säkularisierung alle Kirchen – unabhängig von Lehr- und Strukturunterschieden. Die Dynamik unserer Zeit sollte Christen in Deutschland erkennen lassen, dass sie alle in einem Boot sitzen.

Ulrich Bausewein

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