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Persönliche Erinnerungen an Bischof em. Paul-Werner Scheele

Ein Mann, der herzhaft lachen konnte

Pax et gaudium – Friede und Freude – so lautete der Wahlspruch von Bischof em. Paul-Werner Scheele. Wer ihn näher kannte, und auch abseits von Terminen mal ein privates Wort mit dem gebürtigen Ostwestfalen wechselte, glaubte, dass er diesen Wahlspruch bereits sein Leben lang verinnerlicht hat. Er war ein Mann, der herzhaft lachen konnte. Platte Witze waren seine Sache nicht. Sie handelten – bisweilen spontan „aus der Hüfte geschossen” – von den ganz menschlichen Dingen, die aufzeigten, wie klein, unvollkommen der Erdenbürger ist. Er war ein Mann der leiseren Töne – trotz seiner bekannt sonoren und festen Stimme.

Gar nicht zum Lachen war ihm, titulierte man ihn in seinem Ruhestand in einem Artikel als „Altbischof”. Da konnte er auch ein wenig granteln. Alt sein, wo fängt das an, wenn man im Kopf klar ist und sich in zahlreichen Gremien engagiert. So oder ganz ähnlich wird er wohl gedacht haben. In seinem Ruhestand war er unter anderem weiterhin Mitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Scheele engagierte sich in der Bartholomäus-Gesellschaft und als Kuratoriumsmitglied des jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrums Shalom Europa. Und von 2004 bis 2009 fungierte er als Co-Vorsitzender der Internationalen Römisch-Katholisch-Altkatholischen Dialogkommission.

Ein aktiver Mensch

In die Pressearbeit der Würzburger Kirchenzeitung hat sich der ehemalige Hochschulprofessor nie groß eingemischt. Er war dankbar – und sagte es auch – wenn „seine Kirchenzeitung” Themen aufgriff, die ihm wichtig waren. Beispielsweise die Ökumene, der pastorale Dialog „Wir sind Kirche – Wege suchen im Gespräch“ und „Miteinander für das Leben“ – eine Solidaritätsaktion für in Not geratene Frauen und Familien.

Die Musik

Seine Liebe zur Musik war universal. Besonders liebte er Bruckner und ermöglichte in Würzburg vier Brucknerfeste. Auch spielte er ausgezeichnet Klavier, zum Beispiel setzte er sich im großen Saal des Burkardushauses bei der Verabschiedung von Generalvikar Anton Schlembach an den Flügel und spielte J.S. Bachs „Musikalischen Abschied”. „Pianist” – darauf angesprochen, hat er stets geschmunzelt und abgewunken. So auch im Frühjahr 2002, als Walter Kardinal Kasper in seiner Funktion als Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen seinen Würzburger Ökumene-Mitstreiter im Bischofshaus besuchte, lauschte Kasper an einer verschlossenen Türe im ersten Stockwerk, und fragte seinen Begleiter: „Wer spielt denn da so gut Klavier?” „Das, das ist doch Ihr Freund Bischof Paul-Werner”, sagte dieser. „Dass er Klavier spielt, ja, aber so virtous ...?” Als nach etwa fünfminütigem privatem Stehkonzert sich die Türe zum bischöflichen Musikzimmer öffnete, gab sich Scheele ganz bescheiden, winkte ab: „Ach was, das bisschen Geklimper.”

Bis zuletzt ...

In den letzte Jahren tat sich Bischof Scheele nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Gehen schwer. Dennoch versuchte er immer, die großen Domgottesdienste mitzufeiern – unter anderem anlässlich seines 90. Geburtstages im April 2018. Da hatte ihm Weihbischof Ulrich Boom am Ende der Messfeier im Namen des gesamten Bistums gedankt. Und Boom sagte da den Satz, der in seiner Einfachheit angesichts des Todes von Bischof em. Paul-Werner noch einmal eine ganz besondere Dimension erhält: „Wir haben dich gerne bei uns hier im Frankenland.“ Ja, das hatten wir, er fehlt uns.    

Matthias Risser

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