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Kinderkrippe Liborius Wagner in Schonungen eingeweiht

Ein Hort im Grünen

Mit der Einweihung der Kinderkrippe des Kindergartens Liborius Wagner ging ein lang ersehnter Wunsch vieler Eltern in der 8000 Einwohner zählenden Gemeinde Schonungen (Dekanat Schweinfurt-Nord) in Erfüllung: Der Kindergarten ist damit seit Mai auf sieben Gruppen angewachsen. Statt einer gibt es nun drei Gruppen für jeweils zwölf Kleinkinder. Der 2,5 Millionen Euro teure Anbau war in knapp zwei Jahren fertig.

„Wenn es nach den Eltern gegangen wäre, hätte es noch schneller gehen können“, stellt Ludwig Roßkopf vom Trägerverein fest. Der Vorsitzende hat Verständnis für die Schwierigkeiten der Eltern, die berufstätig und auf eine Betreuung angewiesen sind. Viele arbeiten in einer der nahen Schweinfurter Fabriken, oftmals im Schichtdienst. Mit der Erweiterung besuchen den schon 1993 eingeweihten katholischen Kindergarten nun insgesamt sieben Gruppen mit zusammen 136 Kindern. Roßkopf ist froh, dass es damals dem Verein gelungen ist, sich ein Grundstück zu sichern, das sich unmittelbar neben dem Schulzentrum befindet. Damit ist der Kindergarten zwar aus dem Altort, wo er 1912 als Kinderbewahranstalt gegründet und von Franziskaner-Schwestern betreut wurde, auf die Höhe gezogen. Es gab jedoch auch Platz, um zu wachsen, und die Möglichkeit, den Kindergarten an die Hackschnitzelheizung der Gemeinde anzuschließen.

2,5 Millionen Euro

Von den Kosten haben die Diözese 541000 Euro, der Freistaat 740000 Euro und die Gemeinde rund 1,1 Millionen Euro übernommen. Für den Liborius Wagner Verein war es wichtig, dass der Kindergarten ein Haus wird, in dem die Kinder auf eine Umgebung treffen, die anregt. Er hat darum nochmals 117000 Euro draufgelegt, um Dinge zu finanzieren, für die es ansonsten keine Fördermittel gibt, die einen Kindergarten jedoch erst liebenswert und heimelig machen, erklärt Roßkopf. Jeder der drei Gruppenräume ist mit einer aus Holz gezimmerten Krabbeltreppe gestaltet, die in einer Galerie mündet. Ein großer Lebensbaum mit Fotos der Kinder schmückt den Aufstieg. Die Treppe ist so konstruiert, dass es selbst den Kleinsten unter den Kindern gelingt, eigenständig nach oben zu kommen. Manche setzen zaghaft Beinchen vor Beinchen, die größeren wiederum muss man bremsen. Und wenn es mit dem Laufen noch nicht so ganz klappt, dann schaffen sie es krabbelnd auf allen Vieren. Mit Vorliebe legen die Kinder unterwegs eine Pause ein, um durch eines der runden, bunten Fensterchen hindurch zu grinsen.

„Kinder, die die Möglichkeit haben, ihrem Bewegungsdrang nachzukommen, sind ausgeglichener“, hat Erzieherin und stellvertretende Leiterin Lena Müller beobachtet. Keine Sorge: Hindernisse verhindern, dass bei einem Fehltritt Schlimmeres passieren kann. Auch haben die Prüfer des TÜV grünes Licht gegeben. Geschaffen hat das Werk samt Galerie ein Künstler aus Zeil am Main, in Tage und Nächte langer Arbeit. „Er hatte sich einquartiert und ist geblieben, bis alles fertig war“, erzählt Roßkopf. Beliebt bei den Kindern ist auch die Höhle unter der Treppe, in die sich die Mäuse, Igel und Eulen verkriechen können.

Kreativdusche

Überhaupt vermitteln die drei gleich gestalteten Räume einen durchdachten, hellen und freundlichen Eindruck. Jede Gruppe verfügt über eine Einbauküche, um den Kindern das Kochen oder Backen erlebbar zu machen. Im Bad gibt es eine „Kreativdusche“, in der sich sogar die Wände bemalen lassen. Nebenan befindet sich ein weiterer etwas kleinerer Raum, wo sich die Kinder zum Morgenkreis versammeln, aber auch zum Schlafen.

Wichtig ist auch der große Versammlungs- und Veranstaltungsraum in der Gebäudemitte. Mit beweglichen Wänden lässt er sich abtrennen und etwa als Turnraum nutzen. Einmal in der Woche startet eine „Wochenrakete“. Dann werden die Türen geöffnet und gruppenübergreifend gebastelt, gesungen oder experimentiert. Es gehört zum Konzept der Kita, die Kinder zu Kreativität und kreativen Lösung anzuregen. Dabei hilft das vielgestaltige Umfeld. Aber auch ein ritualisierter Tagesablauf, der das Gerüst dafür bietet: Der Tag startet mit dem Morgenkreis, bei dem die Kinder zur Ruhe kommen. Dann geht es zum Händewaschen und Frühstück.

Es folgen das Freispiel oder Aktionen, bei denen gesungen oder getanzt, ein kleines Nacherzähl-Theaterstück gestaltet oder auch zum Picknick im Grünen aufgebrochen wird. Wichtig ist das gemeinsame Mittagessen. Danach geht es ins Bett. Ab 14 Uhr werden die Kinder abgeholt.

Kirchliche Feiern

Besondere Höhepunkte im Jahr sind zudem die Gottesdienste, die Pfarrer Andreas Heck feiert, oder die Besuche der beiden Diakone, der St. Martinsumzug und natürlich die großen Feste im Kirchenjahr, oft in enger Zusammenarbeit mit der evangelischen Pfarrei. Das christliche Menschenbild, das jedes einzelne Kind in den Blick nimmt, und eine wertorientierte Erziehung sind tragende Stützen für den Alltag schon der ganz Kleinen. Ein besonderer Moment für die Kinder ist etwa das gemeinsame Gebet vor dem Essen, hat Lena Müller beobachtet: „Dann wird es ganz leise und jedes der Kinder spürt den besonderen Moment.“    
Christian Ammon

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