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Marienfiguren

Bildergalerie – ein Blick zurück

Zum 80. von Bischof em. Friedhelm Hofmann hat das Sonntagsblatt ins Archiv geschaut.

    Zum 80. von Bischof em. Friedhelm Hofmann hat das Sonntagsblatt ins Archiv...

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    Betrachtung zum Sonntagsevangelium von Sabine Mehling-Sitter, Oberleichtersbach

    Die Liebe Gottes weitergeben

    Betrachtung zum Sonntagsevangelium von Sabine Mehling-Sitter, Oberleichtersbach
    Evangelium
    In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete. Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.
    Matthäus 22,1–14
     
    Wir feiern heut ein Fest und kommen hier zusammen. Wir feiern ein Fest, weil Gott uns alle liebt. Herein, herein, wir laden alle ein!“
    Wer kennt es nicht, das beliebte Kinderlied von Rolf Krenzer und Ludger Edelkötter? In vielen Kindergottesdiensten wird es mit Begeisterung gesungen. Wie gut es zum heutigen Evangelium passt. Wir laden alle eifrig ein zu unseren Gottesdiensten, in unsere Glaubensgemeinschaft. Doch Hand aufs Herz: Wer kommt? Müssen wir mehr werben? Ist es ein Zeichen der Zeit, dass Kirche nur noch eine leise Stimme hat, und meistens überhört wird? Lädt Gott durch uns ein? Oder stehen wir auch auf der Seite derer, die nicht kommen wollen, weil es noch so viel anderes zu tun gibt?
     
    Diese und ähnliche Fragen werden momentan stark in der Kirche diskutiert. Wir scheinen gar nicht so weit weg zu sein von der Kernaussage des Gleichnisses Jesu, das im Matthäus-Evangelium erzählt wird. Da gibt der König ein großes Festmahl zur Hochzeit seines Sohnes. Doch die geladenen Gäste wollen nicht kommen. Wie verständlich ist da der Zorn des Königs, der die um Ausreden nicht verlegenen Gäste schließlich töten läßt. Damit das Fest trotzdem stattfinden kann, werden daraufhin die Menschen von den Straßen geholt – Böse und Gute. Nun könnte eigentlich das Fest beginnen. Doch dem König fällt ein Mann ohne Hochzeitsgewand auf. Hatte er keine Zeit, keine Lust sich passend zu kleiden? Jedenfalls ärgert sich der König wiederum, so dass er den Mann hinaus werfen lässt.
     
    Der Evangelist erzählt von der Situation der Gemeinde, in der er ungefähr 50 Jahre nach Christi Tod lebte. Matthäus blickt auf die Zerstörung Jerusalems zurück und deutet dies im Gleichnis als Zorn Gottes: Das alte Volk Israel hatte die Einladung Gottes durch Jesus ignoriert oder missverstanden. Die christliche Gemeinde nun, die Matthäus anspricht, ist eine zusammengewürfelte Gemeinschaft aus Heiden und Juden. Sie sind nun geladen. Sie beginnen neu den Weg Gottes mit den Menschen auf der ganzen Welt. Doch dieser eine ohne Festgewand?
     
    Matthäus hat diesen Teil bewusst angefügt. Vielleicht steht jener für die, die äußerlich wie innerlich nicht bereit sind. Die zwar kommen, aber eigentlich gar nicht da sein wollen. Es genügt wohl nicht, einfach gerufen, das heißt getauft zu sein; es genügt wohl nicht, die Einladung angenommen zu haben. Es kommt auf die Vorbereitung für diese Begegnung an. Und auf die Ehrlichkeit sich und anderen gegenüber! Leben wir in unserem Leben wirklich das was uns wichtig ist? Oder werden wir gelebt? Sind wir genauso sprachlos wie der Mann ohne Festgewand, wenn wir nach unserem Da-Sein, unserem Leben gefragt werden?
     
    So denke ich, aus diesem Gleichnis heraus, dass es wohl letztlich nicht darauf ankommt, ob die Zahl der Kirchenbesucher steigt oder fällt. Sondern ob wir durch unser Leben unsere Mitmenschen einladen, zu Gott zu kommen und seine Liebe weiterzugeben, damit wir alle das Leben haben und es in Fülle haben. Damit wir alle das Fest Gottes feiern können.
     
    Die Autorin ist Gemeindereferentin. Sie arbeitet unter anderem als als Dekanatsfamilienseelsorgerin im Dekanat Hammelburg und engagiert sich als Sprecherin der Berufsgruppe der Gemeindereferentinnen und -referenten.