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Gespräch mit Michaela Brönner (BDKJ)

„Die Lehre sollte angepasst werden“

Junge Leute unter 30 werden beim Synodalen Weg von 15 Delegierten vertreten. Zu ihnen gehört Michaela Brönner (30) aus Würzburg. Brönner ist Mitglied der Bundesleitung der Kolpingjugend Deutschland. Im Interview erläutert sie ihre Sicht auf den Synodalen Weg.

Frau Brönner, vor sieben Monaten hat die Arbeitsphase des Synodalen Wegs begonnen. Ist der Reformdialog auf einem guten Weg?

In den sieben Monaten haben wir Teilnehmer relativ wenig voneinander mitgekriegt, weil coronabedingt einige Veranstaltungen ausfallen mussten. Ich selbst bin nicht in einem Forum, also einer Arbeitsgruppe. Bisher sind erst zwei Foren in die textliche Arbeit eingestiegen – das Frauen-Forum und das Forum zum Thema gelingende Beziehungen. So sind für die Regionenkonferenzen Arbeitstexte entstanden. Die anderen zwei Foren zu den Themen „Macht“ und „Priesterliche Lebensform“ haben sich bisher erst zu konstituierenden Sitzungen getroffen.

Sie selbst haben an der Regionenkonferenz in München teilgenommen. Was war denn positiv an diesem Erlebnis?

Da wir nur um die 50 Teilnehmer waren, war es angenehm, sich über die Themen Frauen und Leben in gelingenden Beziehungen auszutauschen. Es ist im kleinen Rahmen einfacher, als wenn 230 Leute in der Vollversammlung beisammensitzen. Uns lagen die Arbeitspapiere der Foren vor. An denen konnte man sich entlanghangeln und seine Meinung dazu äußern.

Ist Ihnen etwas auf die Nerven gegangen?

Nein, es war eine gute Atmosphäre. Jeder hat zugehört, es gab keine Zwischenrufe. Eine gute Diskussionskultur.

Bei den Konferenzen wurde, wie Sie sagen, insbesondere über Sexualität und die Frauenfrage diskutiert. Man hat den Eindruck: Viele Delegierte wollen bei diesen Themen Reformen anstoßen, andere wehren sich beharrlich dagegen – und dabei wird es voraussichtlich bleiben, oder?

Die Hauptarbeit wird in den Foren weitergehen. Es wird darum gehen, Lösungen zu finden, die möglichst viele mittragen können. Entweder kommt es zu Kompromisslösungen, oder es gibt am Schluss zwei mögliche Wege, die gegangen werden können. Das könnte ich mir vorstellen. Da bis jetzt aber nur Arbeitspapiere vorliegen, ist es reine Spekulation, wie das Ergebnis am Ende aussehen könnte.

Kardinal Reinhard Marx wird mit den Worten zitiert, Kirche habe zum Thema Sexualität etwas zu sagen. Ist das tatsächlich so? Immerhin weichen die Auffassungen intern stark voneinander ab, etwa wenn es um das Ja oder Nein zur Fortpflanzung oder um Gleichgeschlechtlichkeit geht ...

Ich denke schon, dass Kardinal Marx Recht hat. Ich bin nur der Meinung, dass bei der Lehre der Kirche geschaut werden muss, inwieweit sie mit der heutigen Zeit noch vereinbar ist – und dass die Lehre auch angepasst werden muss. Das betrifft zum Beispiel die Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Die Idee, einen Segnungsritus einzuführen, halte ich für gut, sie sollte umgesetzt werden.

Kommen sich Befürworter und Gegner einer solchen Idee bei den Versammlungen des Synodalen Wegs näher?

Schwierig zu sagen. Die meisten, die sich zu Wort gemeldet haben, zeigten klare Kante dafür oder dagegen. Ein Aufeinanderzugehen würde ich mir wünschen, weil die Kirche nicht von vornherein Menschen ausschließen kann, nur weil sie eine andere sexuelle Orientierung haben.

Was erwarten Sie persönlich noch vom Synodalen Weg? Der Vatikan hat im Jahr 2020 bisher keine große Reformbereitschaft gezeigt ...

Vieles ist von kirchenrechtlicher Seite möglich, was bis jetzt nicht umgesetzt wurde. Frauen könnten bei der Gemeindeleitung viel mehr mit eingebunden werden, als es tatsächlich geschieht. Ich erhoffe mir, dass die vorhandenen Möglichkeiten genutzt werden. Und ich würde mir wünschen, dass man die Machtstrukturen der Kirche mehr an die heutige Zeit anpasst. Der Hauptanteil der Macht sollte nicht bei Priestern und Bischöfen liegen, sondern auf mehrere Schultern verteilt werden.  

Interview: Ulrich Bausewein

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