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Betrachtung zum Sonntagsevangelium –19. Sonntag im Jahreskreis

Die Lampe brennen lassen

Das Lukasevangelium ist jünger als die Evangelien von Markus und Matthäus. In seiner Entstehungszeit, um 70 nach Christus, ging die Erwartung der Christen zurück, dass die Wiederkunft Jesu zeitnah bevorstehe. An die Stelle dieser Erwartung trat die Vorstellung eines Heilsgeschehens, einer Heilsgeschichte.

Evangelium

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben. Verkauft euren Besitz und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden! Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst! Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft! Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. Da sagte Petrus: Herr, sagst du dieses Gleichnis nur zu uns oder auch zu allen? Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde einsetzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die Tagesration gibt? Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! Wahrhaftig, ich sage euch: Er wird ihn über sein ganzes Vermögen einsetzen. Wenn aber der Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verspätet sich zu kommen! und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen. Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man umso mehr verlangen.     

Lukas 12,32–48

In diese Heilsgeschichte eingebunden ist das ganze Volk Gottes. Daher ist es für alle wichtig, wachsam und bei Kräften zu bleiben. Der Glaube der jungen Christen sollte nicht schrumpfen, nur weil Gott seine Gnade zeitlich ausdehnt.

„Fürchte dich nicht, du kleine Herde! ... Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel ...“ Diese Aufforderung bezieht sich direkt auf das Heilsgeschehen, und richtet sich selbstverständlich auch an uns. Aber wie soll es gelingen, über einen längeren Zeitraum wach zu bleiben, wie sorgen wir, wie sorge ich für so viel Ausdauer und Konzentration?

Die Aufforderung, die „Lampen brennen zu lassen“, impliziert, dass ich für genug Öl (Energie) sorgen sollte. So ist der Aufruf zur Wachsamkeit zugleich ein Aufruf, für mich selbst zu sorgen: gut zu mir selbst zu sein und bewusst zu leben, bewusst meine Kräfte einzuteilen. Und vor allem Energie für das aufzuwenden, wofür ich wirklich brenne. Erst wenn ich das tue, kann ich mit Freude zielgerichtet und zuverlässig mein Leben führen und zugleich gut zu anderen sein.

„Der kluge Verwalter“ macht nicht nur einen guten Job im Sinne der Pflichterfüllung, er ist derjenige, der um die echten Prioritäten weiß, der sich um die Seinen kümmert: „... der dem Gesinde zur rechten Zeit Nahrung geben wird“. Zuverlässig, ausdauernd seinen Aufgaben nachzugehen, gut und vorausschauend für andere zu sorgen, das hat viel mit Liebe zu tun! Was sonst könnte Kraft geben für die Hingabe an die Menschen und an die Aufgaben, die einem anvertraut werden?

Jesus wusste, dass Menschen nur das geben können, was sie in sich tragen. Er wusste, dass ein kluger, liebender Verwalter zunächst gut für sein Feuer in der Nacht sorgen muss. „Natürlich“ brennt das Feu- er eines jeden Verwalters im Wis-sen und im Fühlen, dass sie oder er zusammen mit vielen anderen „Verwaltern“ Teil dieser Raum und Zeit umspannenden Heilsgeschichte ist.

Das Heilsgeschehen sprengt menschliche Dimensionen, zugleich berührt es das Herz der Menschen im täglichen Sein, im Miteinander. Jesus Christus selbst ist im Hier und Jetzt und für alle Zeit diese Anbindung an das Heil. Im Vertrauen auf ihn dürfen wir verwalten und ent­decken, dass dieses Verwalten persönliche Entfaltung ist, die Freude bereitet und uns immer mehr „Mensch“ werden lässt.

Patrizia Sormani („patrizia.sormani@ bistum-wuerzburg. de“) ist Pastoralreferentin und Gemeindeleitung der Gemeinde St. Josef der Bräutigam in Schweinfurt.

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