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Kommentar von Wolfgang Bullin

Die Kirche und ihre Papiere

Mit seinem sturen Beharren auf der Unveränderlichkeit rechtlicher Normen in Sachen Gemeindeleitung zeugt das Schreiben aus Rom zumindest davon, dass die Verfasser meilenweit entfernt sind von der Lebenswirklichkeit hierzulande und in vielen anderen Teilen der Weltkirche.

Papiere produziert die katholische Kirche viele – auf nahezu allen Ebenen. Umgesetzt ins Leben wird nur ein Teil davon. Wie viele Impulse etwa des Zweiten Vatikanischen Konzils oder der Gemeinsamen Synode warten noch darauf.

Andererseits sind die Papiere durchaus unterschiedlich qualitäts- und sinnvoll. So ist es bei manchen gut, wenn sie bald dem allgemeinen Vergessen anheimfallen. Manchen Papieren geht ein Konsultations- und Beratungsprozess voraus; andere fallen quasi  vom Himmel – wie die unlängst veröffentlichte „Instruktion der Kongregation für den Klerus: Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“.

Anlass oder Adressaten werden nicht genannt, doch legt der Inhalt die Vermutung nahe, dass das Schreiben – zumindest auch – mit der Strukturreform im Bistum Trier zu tun hat. Sie wurde im November 2019 zwecks Prüfung von eingegangenen Beschwerden vom Vatikan gestoppt.

Mit seinem sturen Beharren auf der Unveränderlichkeit rechtlicher Normen in Sachen Gemeindeleitung zeugt das Schreiben zumindest davon, dass die Verfasser meilenweit entfernt sind von der Lebenswirklichkeit hierzulande und in vielen anderen Teilen der Weltkirche. Daran ändert auch nichts, dass der Text mit vielen Papst-Zitaten garniert ist, in denen Veränderungsbereitschaft, Zugehen auf die Menschen sowie Offenheit für und Eingehen auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen propagiert werden. Das eine passt schlichtweg nicht zum anderen. Es spricht für sich, dass sich ziemlich spontan etliche deutsche Bischöfe kritisch zu dem Papier geäußert haben (siehe Seite 8/9). Das ist eher unüblich.

Ein zweites Papier ist dieser Tage vorgelegt worden: „Schwerpunktsetzungen der Bistumsleitung für das Bischöfliche Ordinariat Würzburg mit den zugeordneten Einrichtungen und der Caritas 2020 bis 2025“. Auch das ist nicht perfekt; aber es spricht – anders als die Instruktion – diese Begrenztheit an und signalisiert Bereitschaft zu Entwicklung und Veränderung.     

Wolfgang Bullin

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