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Meditation von Dompfarrer Dr. Jürgen Vorndran

Die Drei Könige im Dom

Im Würzburger Kiliansdom steht an drei Pfeilern auf der linken Seite des Hauptschiffes eine wunderschöne Figurengruppe: Die Muttergottes, das Jesuskind und die heiligen Drei Könige.

Vor der Muttergottes kniet der älteste König aus der Gruppe der drei Weisen aus dem Morgenland. Seine linke Hand stützt seinen rechten Arm, mit dem er dem Jesuskind sein Geschenk entgegenstreckt: Gold. Das Matthäusevangelium berichtet uns davon, wie die drei Weisen aus dem Morgenland den neugeborenen König der Juden suchen. Vor König Herodes geben sie Zeugnis über ihre Motivation: „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen um ihm zu huldigen“ (Mt 2,2).

Nun sind sie am Ziel: Dem König ist sein hohes Alter anzusehen. Er hat sein Knie gebeugt und seine Krone vom Haupt genommen – vielleicht auch ein Hinweis auf die lange Zeit des Regierens, die hinter ihm liegt und die ihm jetzt nichts mehr wert zu sein scheint im Vergleich zu dem, was er jetzt vor Augen hat: Jesus, in dem er den Messias erkennt. Sein Blick verrät, dass er nicht nur am Ziel seiner Reise ist, sondern auch am Ziel seines Lebens: Jetzt und hier begegnet er seinem Heiland.

Ganz nah bei sich

Auch der Blick der Gottesmutter ist auf Jesus gerichtet. Sie trägt ihn auf ihrem Arm und hält ihn ganz nah bei sich. Ihr Antlitz ist ein einziges Lächeln, voller Anmut und voller Freude über die Geburt ihres Sohnes. In Maria schauen wir auf die erlöste Frau: Ihr Lächeln gibt Zeugnis, dass der gläubige Mensch aufatmen darf in der Freiheit und Gelassenheit, die Jesus Christus schenkt. Elisabeth hatte Recht, als sie bei der Begegnung mit ihrer Cousine Maria ausruft: „Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ“ (Lk 1,45).

Ein weiterer König steht rechts daneben: Er ist deutlich jünger, ein Mann in den besten Jahren: Mit der Krone auf dem Haupt steht er für die mittlere Generation, die tagtäglich mit viel Arbeit konfrontiert ist, damit diese Welt sich weiter dreht. Er hat Jesus bereits im Blick, muss aber noch ein Stück des Weges zurücklegen, bis auch er am Ziel ist. Und schließlich steht links hinter dem ältesten König noch der jüngste der Dreiergruppe. Er hat noch keinen Bartwuchs, ist aber bereits zum König gekrönt und mit dem Königsmantel bekleidet, mit dem sein linker Arm spielt. Sein Blick geht ins Weite, als möchte er sagen: „So viel zu tun, so wenig Zeit!“ Jesus hat er noch kaum im Blick und sein Geschenk hält er ganz in der Rückhand, so als ob er noch gar nicht bereit sei, es herzugeben.

Die Dreikönigsgruppe im Kiliansdom zeigt die drei Lebensalter vor Jesus: Die Jugend in ihrer Unbekümmertheit, die mittlere Generation in ihrer Geschäftigkeit und die ältere Generation mit ihrer Lebenserfahrung, in der sich manches relativiert und wie eine drückende Krone vom Haupt genommen wird, um das ganz Andere in den Blick zu nehmen: den Glauben, der allein über diese Welt hinausweist und zu Jesus Christus führt.

Ständiges Auf und Ab

Wenn ich die Dreikönigsgruppe im Dom betrachte, dann wird mir neu bewusst, dass Glaube ein Weg ist, ein ständiges Auf und Ab, das einen aber auch reifen lässt, von Jahr zu Jahr, so dass sich die drei Könige auch sehr voneinander unterscheiden in ihrer Nähe zu Jesus und ihrem Augenmaß für das, was im Leben wirklich zählt.

Die heiligen Drei Könige im Dom ermutigen dazu, im eigenen Leben nie aufzuhören, Jesus Christus zu suchen. An Weihnachten haben wir uns im Glauben versichert, dass Gott uns begegnet in unserer eigenen Geschichte. Gehen wir mit dieser Zuversicht hinein ins neue Jahr 2020! Halten wir auf unserem Weg durch das neue Jahr das Ziel fest im Blick: Voller Freude Jesus finden im Alltag, ihn anstrahlen wie die Muttergottes und ganz aufgehen in der Begegnung mit ihm.

Deswegen haben wir Weihnachten gefeiert, um uns einzuüben in die Freude der Ankunft bei Jesus, die einst unser ganzes Leben vollenden soll. Der Blick auf die Dreikönigsgruppe im Dom kann uns immer wieder von Neuem darauf vorbereiten, selbst zu Jesus Christus hintreten zu dürfen. So kann sich die Feier des Weihnachtsfestes wirklich gnadenreich für uns auswirken, weil wir jetzt mit der Gelassenheit und der Freude weitergehen können, die die Muttergottes ausstrahlt. Im so heimeligen Lied „Stille Nacht“ singen wir nicht ohne Grund: „Christ, der Retter ist da!“ Diesem Ruf dürfen wir uns als gläubige Menschen für unser ganzes Leben anvertrauen, egal in welchem Alter.         

Dr. Jürgen Vorndran

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