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Besucherandrang beim ersten Erlebnistag im Martinushaus Aschaffenburg

Dem Regenwald auf der Spur

Schmecken, schauen, anfassen, zuhören: beim ersten Amazonas-Erlebnistag im Martinushaus Aschaffenburg kamen die Besucher am 5. Oktober mit allen Sinnen auf ihre Kosten. Eingeladen hatten das Martinusforum und der Weltladen.

Unter dem Motto „Ab in den Regenwald“ vermittelten die Organisatoren Ursula Silber, Rektorin des Martinushauses, Bildungsreferent Burkard Vogt sowie Berit Schurse vom Weltladen den Kindern und Erwachsenen ein erstes Gefühl für das Leben der Menschen am Amazonas und die dortige Umweltzerstörung.

Bewusst gewählt

Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: Einen Tag vor dem Beginn der Amazonassynode in Rom wollten die Veranstalter an die Bedeutung des Regenwalds erinnern, an die Sorgen der Menschen dort und an die Herausforderungen, denen sich auch Kirche stellen muss. Ein erfahrungs- und erlebnisorientiertes Programm ist so entstanden. Gleich beim Eintritt ins große Foyer des Martinushauses ließen üppige Grünpflanzen Dschungelgefühle aufkommen, zwischen den Blättern schienen Vögel zu zwitschern, Tiergeräusche waren zu hören. Wie groß die Vielfalt an Lebensmitteln und Waren aus Lateinamerika ist, bewies der Stand des Weltladens: Von Schokolade über Kaffee, Erdnuss-Creme, Bananen oder Hautöl hatten die Mitarbeiter einen Teil des fair gehandelten Sortiments dabei. In einer Ecke erzählte Petra Reuter-Bulach, Leiterin der benachbarten Stadtbibliothek, den kleinen und großen Zuhörern Märchen aus Brasilien. Aus Wollresten konnte man Schildkröten basteln, die mitgebrachten Sach- und Abenteuerbücher handelten vom Leben am Amazonas.

Kinder-Samba

Im großen Saal wechselten sich die Darbietungen ab: Mehrmals faszinierte die Capoeira-Gruppe des Turnvereins 1860 Aschaffenburg mit ihren rasanten Sprüngen das Publikum. Die Mädchen aus der Kindertanzschule von Silvia Hefter aus Hösbach hatten Samba einstudiert, der Kinderchor der Pfarreiengemeinschaft Leider-Nilkheim mit Leiterin Christiane Michaeli trug Lieder von Freundschaft und Solidarität vor, begleitet von Ina Reinmann-Haines am Klavier und Victor de Rezende-Walter (14) am Cajon.

Wer Hunger hatte, konnte köstliches Fingerfood probieren, das einige brasilianische Frauen gebacken und gekocht hatten. Traudl Völker, die selbst zwei brasilianische Schwiegertöchter hat, wie sie erzählte, bot hausgemachte Brigadeiros an, zuckersüße Pralinen aus Südamerika. Außerdem hatte die rührige Dame mehrere Bolo Gelados gebacken, kalte Kuchen, die gegen eine Spende reißenden Absatz fanden.

Junge Frauen und Männer vom Würzburger Freundeskreis Brasilien fertigten mit den Besuchern Ringe aus Tucuma-Nüssen an. „Die Ringe gelten in Brasilien als Symbol für die Solidarität mit den Armen“, erzählte Amelie Luther, die wie ihre Freunde bereits das südamerikanische Land besucht hat.

Es wurde auch ernst

Doch bei allen Genüssen und Vorführungen kam auch der ernste Hintergrund nicht zu kurz: In Vorträgen und Filmen, auf Bildertafeln oder beim CO2-Parcours erfuhren die Besucher, wie ernst es um den Regenwald steht. Themen wie die Amazonassynode, der umstrittene Rohstoff Palmöl oder fair gehandelte Schokolade, die den Regenwald retten könnte, wurden angesprochen. Auch das Partnerbistum Óbidos, dessen Bewohner, Sehenswürdigkeiten und Produkte konnten die Gäste näher kennenlernen – zumindest auf Bildern und in Vorträgen.

Dicht umlagert waren Barbara Oschmann und ihr Team von der Hammelburger Pfarrei. Dort hatten Gläubige einen Alu-Fasten-Kalender herausgegeben, der große Nachfrage findet. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Oschmann klärte über den immensen Abbau von Bauxit auf, der für die Herstellung von Alufolie oder Aluverpackungen benötigt werde. Am Stand zeigten die Hammelburger, was es an Alternativen gibt. Eine besonders bunte hatten sie auch mitgebracht: es waren Bienenwachstücher zum Abdecken oder Einpacken von Speisen. Interessierte Besucher durften diese unter Anleitung von Silke Arnold herstellen.

Vielfältige Impulse

Auch Wally Keilbart aus Aschaffenburg bügelte emsig Wachs auf Baumwolltücher und erzählte dabei, dass sie die Veranstaltung richtig gut findet. Bis zum Schluss wollte die 68-Jährige bleiben, den spirituellen Impuls und das Konzert mit Voces do Brazil mochte sie sich nicht entgehen lassen. Der brasilianische Chor aus Köln sang Sambas und Bossa Nova-Lieder, auch aus der Zeit der Militärdiktatur in Brasilien. Es waren wunderschöne, traditionell indigene Stücke, die die rund 30 Sängerinnen und Sänger vortrugen.     

Cornelia Müller

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