Hinweis

Ihre Browserversion wird leider nicht mehr unterstüzt. Dies kann dazu führen, dass Webseiten nicht mehr fehlerfrei dargestellt werden und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Wir empfehlen Ihnen, Ihren Browser zu aktualisieren oder einen der folgenden Browser zu verwenden:

Äpfel

Die Kirchenzeitung verschenken!

Mit dem Sonntagsblatt eine Freude bereiten.
Entdecken Sie unser Geschenk-Abo!

    Mit dem Sonntagsblatt eine Freude bereiten.
    Entdecken Sie unser Geschenk-Abo!

      Mehr
      Für die Innensanierung der Wallfahrtskirche wurde ein Förderkreis gegründet

      Das Käppele soll wieder strahlen

      In der Vorstellung von Wallfahrtsrektor Josef Treutlein und Kirchenpfleger Klaus Michler strahlt der Innenraum des Würzburger Käppele bereits wieder in vollem Glanz. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Sechs Millionen Euro soll die dringend notwendige Innensanierung der Wallfahrtskirche auf dem Nikolausberg kosten. Um die finanziellen Mittel dafür zu stemmen, hat die Kirchenstiftung Käppele nun einen Förderkreis gegründet.

      45 Jahre ist die letzte Innenrenovierung des Würzburger Wahrzeichens her. Seitdem haben der Zahn der Zeit und die umfangreiche Nutzung ihre Spuren hinterlassen. „Die gesamte Raumschale, Wandflächen, Stuck und Fresken sind erheblich verschmutzt“, berichtet Josef Treutlein. „Der Glanz des prachtvollen Rokoko-Bauwerks ist verschwunden, die Kirche wirkt dunkel und wenig einladend.“ An einzelnen Stellen löse sich zudem schon der Putz. Hinzu kommen nach den Worten des Seelsorgers eine marode Installation und eine veraltete technische Infrastruktur, die nicht mehr den aktuellen Sicherheitsbestimmungen entsprechen.

      Angesichts ihrer kunstgeschichtlichen und spirituellen Bedeutung ist der Zustand der Wallfahrtskirche für Josef Treutlein und Kirchenpfleger Klaus Michler ein Gräuel. Entstanden ist die Wallfahrt aufs Käppele gegen Ende des 30-jährigen Krieges, nachdem ein Fischer um 1640 ein geschnitztes Vesperbild auf dem Nikolausberg aufgestellt hatte. Weil schon bald von wundersamen Heilungen berichtet wurde, ließ Johann Philipp von Schönborn 1684 die in den Grundzügen bis heute erhaltene und immer wieder erweiterte Gnadenkapelle errichten.

      Zur Betreuung der Wallfahrt wurden 1747 die Kapuziner auf den Nikolausberg gerufen. Zugleich begann man mit dem Bau der Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“, die im rechten Winkel an die Gnadenkapelle angebaut wurde. Baumeister war kein geringerer als der Residenz-Erbauer Balthasar Neumann. Für die opulente Innenausstattung sorgten Matthäus Günther (Fresken) und Johann Michael Feichtmayr (Stuck).

      Gnadenort

      Doch das Rokoko-Juwel begeistert nicht nur Kunstfreunde, sondern spielt auch eine wichtige geistliche Rolle. „Das Käppele ist ein Gnadenort, an dem ich die Fürsprache und Hilfe der Gottesmutter erwarten und von Herzen danken kann“, bringt es der leidenschaftliche Pilger Klaus Michler auf den Punkt. Dass es nicht nur ihm so geht, belegen zahllose Votivtafeln im Mirakelgang. Der stark gestiegene Opferlicht-Verkauf im vergangenen Jahr zeige zudem, dass das Käppele auch in der Corona-Pandemie für viele Menschen ein wichtiger Zufluchtsort ist.

      Neben vielen Gläubigen, die das tägliche Gottesdienst-Angebot schätzen, zieht die romantisch gelegene Kirche auch zahlreiche Heiratswillige an. „Bei etwa 40 Hochzeiten in der Sommersaison geben sich die Brautpaare an manchen Wochenenden die Klinke in die Hand“, so Treutlein. Vor allem aber stehe die Wallfahrtskirche für die Liebe der Franken zur Mutter Jesu. 22 Fußwallfahrten und Gebetsprozessionen führen jährlich auf den Berg; hinzu kommen die Festtage der Maria-Schmerz-Bruderschaft mit sage und schreibe 1200 Mitgliedern und viele Einzelpilger, die auf dem Fränkischen Marienweg, dem Jakobusweg oder der Via Romea unterwegs sind.

      Mittel reichen nicht

      Das an die Kirche angrenzende Kloster hat nach dem Weggang der Kapuziner im Oktober 2014 die Diözese Würzburg übernommen. Die Kirche gehört – ebenso wie der Stationsweg und die angrenzenden Gärten – der „Katholischen Kirchenstiftung Käppele“, die den finanziellen Bau- und Sachaufwand des Gebäudes stemmen muss. „Für Personal, Beleuchtung, Heizung, Steuern, Gebühren und sonstige Sachkosten fielen 2020 jeden Monat im Schnitt 10 000 Euro an“, berichtet Klaus Michler. Außerdem entstehen immer wieder Kosten für kleinere Reparaturen. Die Finanzierung erfolgt zum größten Teil durch die Einnahmen aus Klingelbeutel, Opferstock und Spenden.

      Damit ist auch klar, dass die Kirchenstiftung mit den Kosten für die Innensanierung weit überfordert ist. Abwarten komme dennoch nicht in Frage, denn: „Je länger, wir warten, desto schlimmer und desto teurer wird es“, weiß der Wirtschaftsprüfer im Ruhestand und sucht gemeinsam mit einem engagierten Team innovative Finanzierungswege. Mit professioneller Unterstützung durch die Fundraising-Beratung der Diözese hat die Kirchenstiftung im Dezember 2020 einen Förderkreis gegründet. Erklärtes Ziel ist die Unterstützung der Renovierungsarbeiten gemäß dem Motto: „Unser Käppele soll wieder strahlen“. Aktuell habe man 50 Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet, Klaus Michler träumt aber bereits von weit mehr. „Unsere Mitglieder werden regelmäßig über Veranstaltungen und Maßnahmen am Käppele informiert und an jedem ersten Sonntag im Monat in das Gebet eingeschlossen. Außerdem gibt es einmal im Jahr eine Einladung zu einem geistlich-musikalischen Abend“, wirbt er.

      Darüber hinaus organisiert das Fundraising-Team des Käppele immer wieder Sonder-Aktionen wie ein Benefizkonzert im Januar 2020, das stolze 15 000 Euro eingebracht hat; auch für 2021 ist ein solches Konzert mit dem Würzburger Polizeichor geplant.

      Fördermittel

      Ein weiterer wichtiger Finanzierungsschritt konnte im Januar 2021 getan werden. „Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat dem Käppele den Rang eines Denkmals von nationaler Bedeutung zuerkannt“, freut sich Michler, denn: „Damit bekommen wir Zugang zu wichtigen Fördermitteln.“

      Starten will man im Herbst 2022 nach Ende des Baumoratoriums. Denn obwohl die Kirchenstiftung von der Diözese keine Zuschüsse erwarten darf, benötigt sie die Planungsgenehmigung der Diö­zese als Rechts- und Fachaufsicht. Sobald diese vorliegt, muss das Finanzierungskonzept stehen, ein Architekt benannt, ein Darlehen beantragt und Handwerker beauftragt sein. Bis zum 200-jährigen Kirchweihfest im Jahr 2024 soll die Gnadenkapelle fertig sein, das Hauptschiff soll bis 2026 in einem zweiten Bauabschnitt folgen.

      Einen Vorgeschmack vom Sanierungsergebnis bekommt der aufmerksame Besucher übrigens schon jetzt an drei kleinen Stellen in Gnadenkapelle und Hauptschiff, wo das Restauratorenteam Turek und Achternkamp 2014 eine Probereinigung vorgenommen hat. Die dabei zum Vorschein gekommenen leuchtenden, lebensfrohen Farben zeigen nicht nur den hohen Verschmutzungsgrad des Bauwerks, sondern auch welche Detailfülle und Strahlkraft den Rokoko-Fresken innewohnt.

      Infos

      Mehr Infos bekommen Sie hier: Förderkreis Käppele, Spittelbergweg 21, 97082 Würzburg. Telefon 0931/ 79407760, E-Mail „kirchenstiftung@kaeppele-wuerzburg.de”, Internet „www.kaeppele-wuerzburg.de”. Bitte beachten Sie den Beileger in dieser Sonntagsblatt-Ausgabe.

      Anja Legge

      Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung