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Das Heil, das Simeon gesehen hat

Ein Mensch, der mit Gott rechnet, wird ihm vielleicht eines Tages in irgendeiner Form begegnen.

Mit dem Glauben ist es nicht einfach. Lässt man sich auf ihn ein, lauern hinter jeder Ecke Ungereimtheiten. Das wusste der 2017 verstorbene ehemalige CDU-Politiker Heiner Geißler. Dem Christentum fühlte er sich eng verbunden. Doch am Ende kam ihm daran einiges unlogisch vor. Gegenüber Journalisten offenbarte Geißler die „Löcher“ seines Glaubens und fragte: Warum sollte ein allmächtiger Gott eine so schlechte Welt erschaffen, dass sie vom eigenen Sohn erlöst werden muss?

Solche Fragen können einen ratlos zurücklassen. Der Verstand verweigert sich. Warum aber beschäftigen sich Menschen dann überhaupt mit dem Glauben? Zum Beispiel Heiner Geißler, der mehrere Bücher über religiöse Themen verfasst hat? Eine mögliche Erklärung für das Reizvolle am Glauben findet sich im zeitlichen Umfeld des Weihnachtsfestes, zu dem der Advent hinführt. Im letzten weihnachtlichen Evangelium im Gottesdienst am 2. Februar wird vom frommen Israeliten Simeon die Rede sein, der im Jerusalemer Tempel dem Jesuskind begegnet und das Lob anstimmt: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden, denn meine Augen haben das Heil gesehen“ (Lukas 2,29–30).

Es ist eine der anrührendsten Stellen in den Evangelien. Denn hier erfährt ein Mensch, den Tod vor Augen, tiefen Frieden sowie Einklang mit sich und seiner Umwelt. Ein geradezu über­irdisches Erlebnis.

Diese Erfahrung des Simeon kann grundsätzlich jeden Glaubenden ereilen. Ein Mensch, der mit Gott rechnet, wird ihm vielleicht eines Tages in irgendeiner Form begegnen. Und ein glaubender Mensch kann im Angesicht des Todes hoffen, von jemandem erwartet zu werden, der Frieden und Einklang verkörpert. Ganz überirdisch. Die Perspektive, getragen zu sein, hilft vielleicht dabei, die logischen Ungereimtheiten des Glaubens besser auszuhalten. Von der Idee des Göttlichen hat sich selbst der bekennende Zweifler Heiner Geißler nicht losgesagt.    

Ulrich Bausewein

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