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Marienfiguren

Bildergalerie – ein Blick zurück

Zum 80. von Bischof em. Friedhelm Hofmann hat das Sonntagsblatt ins Archiv geschaut.

    Zum 80. von Bischof em. Friedhelm Hofmann hat das Sonntagsblatt ins Archiv...

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    Kommentar von Wolfgang Bullin

    Das Bild von der Welt

    Das Bild, das wir uns von der Welt machen, wird immer mehr von medial vermittelten Wahrnehmungen bestimmt. Und Medien sind nicht mehr nur die klassischen, von Journalisten und Autoren genutzten Verbreitungs- und Kommunikationswege, sondern auch die vielen von jedem bespielbaren Netzwerke und Kanäle. Diese Vielfalt suggeriert, umfassend und objektiv informiert zu sein, jeden Winkel der Erde im Blick zu haben.

    Dass dem keineswegs so ist, darauf weist die Hilfsorganisation Care mit einer Medienanalyse vergessener Katastrophen hin. In ­ihrem Auftrag hatte der Dienst Meltwater über 1,8 Millionen Online-Artikel in fünf Sprachen im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. September 2021 analysiert. Die nach dieser Analyse weltweit am wenigsten wahrgenommene Katastrophe war die Hungersnot in Sambia, von der mehr als 1,2 Millionen Menschen betroffen sind. Darüber gab es lediglich 512 Beiträge, während es die Weltraumflüge der Milliardäre Bezos und Musk auf 240.000 Beiträge brachten, die Olympiade in Tokio auf 3,5 Millionen, das Thema Home-Office immerhin noch auf 1,6 Millionen.

    Mit umfassender und objektiver Informiertheit sowie dem Blick in alle Winkel dieses Planeten ist es also nicht so weit her. Mit der Fülle der Information steigt nicht automatisch der Grad an Informiertheit, weitet sich nicht unbedingt der Horizont. Und nur allzu oft geht die Fülle zu Lasten der Tiefe. Zudem prägt das Laute, das Zugespitzte, das auf Schlagworte Verkürzte zunehmend die Medienwirklichkeit, ebenso die Tendenz, in eine Informationsblase zu geraten, die Teile der Wirklichkeit ausblendet oder nur verzerrt wiedergibt. Die neuen Kommunikationstechnologien machten Journalisten überflüssig, habe ich einmal gelesen, weil jeder sich nun unmittelbar informieren könne. Das Gegenteil ist der Fall. Gerade die Informationsflut erfordert fachkundige Auswahl, Erklärung und Einordnung ­– durch Menschen, die mein selbstgezimmertes Weltbild auch einmal in Frage stellen dürfen.

    Wolfgang Bullin