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Kommentar von Anna-Lena Ils

Chapeau und Gottes Segen

Die Entscheidung junger Männer Priester zu werden, verdient größten Respekt. Denn Priester sein sollte nie als Beruf, sondern als Berufung verstanden werden.

Am Samstag wird Bertram Ziegler aus Baunach zum Priester geweiht. Ist das im Jahr 2020 überhaupt noch eine gute Entscheidung? Klar, die Kirche braucht junge Priester als Seelsorger. Sie erfüllen wichtige Aufgaben. Beispielsweise stehen sie Sterbenden bei, begleiten Menschen bei Notfällen und helfen ihnen in Ausnahmesituationen. Gerade hier werden sie gebraucht. Aber natürlich auch bei der Gestaltung des Glaubens vor Ort, wo die Priester Eucharistie feiern, taufen oder das Sakrament der Kommunion spenden oder Religionsunterricht in der Schule geben und so den Weg des Glaubens begleiten.

Die Entscheidung junger Männer Priester zu werden, verdient größten Respekt. So müssen sie sich den Vorwürfen stellen, für einen „Missbrauchsladen“ zu arbeiten und sie werden selbst von einigen aus der Gemeinde misstrauisch beäugt. Ein Priester muss auf Misstrauen reagieren können, schwierige Themen diskutieren können und gleichzeitig muss er bemüht sein, Vertrauen zu seiner Gemeinde aufzubauen.

Doch nicht nur das ist eine Herausforderung: Priester sein sollte nie als Beruf, sondern als Berufung verstanden werden. Ein selbst bestimmtes Privatleben, in das man nach Feierabend zurückkehrt, ist schlichtweg nicht möglich. Immer kann ein Anruf kommen, der den Einsatz eines Priesters verlangt. Und geht der Priester auf eine Veranstaltung, repräsentiert er auch immer irgendwie die Kirche.

Die Weihnachts- oder Osterzeit mit der Familie zu verbringen, auch das ist nahezu unmöglich. Schließlich gibt es gerade in dieser Zeit bei Priestern viel zu tun. Und während alle anderen Menschen dann im Familienkreis beisammensitzen, kehrt der Priester nach der Christmette oft alleine ins Pfarrhaus zurück.

Das Thema Einsamkeit unter Priestern ist eine besondere Herausforderung. Nicht jeder wird das so empfinden, aber der bewusste Verzicht auf Ehe oder eine eigene Familie kann schon an einem zehren. Priester verzichten auf viele Dinge, um sich in den Dienst der Gemeinschaft der Gläubigen zu stellen. Chapeau, Bertram Ziegler. Und viel Kraft und Gottes Segen!    

Anna-Lena Ils

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