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Kommentar von Anna-Lena Herbert

Chance zum Umdenken

Angesichts der verminderten Steuereinnahmen wäre es gut, über unser Konsumverhalten nachzudenken.

Das drohende Milliardenloch im Bundeshaushalt, durch niedrigere Steuereinnahmen und höhere Ausgaben, ist eine Chance. Was sich zunächst bedrohlich und einfach nur nach negativen Folgen anhört, bietet für die Gesellschaft die Möglichkeit daran zu wachsen. Der Kapitalismus mit seiner immerwährenden Forderung nach mehr Wachstum und Konsum wird seit Jahrzehnten unhinterfragt als bestmögliches Wirtschaftssystem propagiert.

Das ist ein Fehler. Der Kapitalismus boomt nicht zuletzt, weil viele Unternehmen, ihre Bosse und Manager sich dabei eine goldene Nase verdienen. Ihre Gewinne parken sie – nicht immer, aber oft – im Ausland oder arbeiten mit sonstigen Tricks, um Steuern zu sparen. Steuern, die eigentlich für das Allgemeinwohl bestimmt sind.

Auch das ist ein Grund für zu niedrige Steuereinnahmen. Der Kapitalismus boomt auch, weil er den meisten Bürgern ein sehr komfortables Leben ermöglicht. Öfter mal ein neues Handy, mehrmals pro Jahr in den Urlaub – die Werbung macht es vor, und die meisten machen es ohne zu hinterfragen nach. Mäßigung, Sparen? Angestaubte Begriffe und viel zu selten praktiziert. Das ist auch die Schuld der Politik. Die so dringend nötige Ermahnung zum Wassersparen blieb im Hitzesommer 2018 in Deutschland aus. Stromsparen, damit die Energiewende gelingt? Viel zu unbequem.

Hoffnung macht der Minimalismus, der sich langsam zum Trend entwickelt. Dabei wird der eigene Konsum zurückgefahren: weniger Kleider im Schrank, nur die nötigsten Einrichtungsgegenstände, Carsharing, Selbermachen und die Wiederentdeckung des Gartens (samt Ökobewirtschaftung) sind nur einige Kennzeichen.

Sicher hat auch dieses Konzept Nachteile und stößt an Grenzen. Jedoch sollte die Politik alternative Lebensentwürfe stärker in ihre Planungen einbeziehen, Anreize schaffen und die Wirtschaft, wo sinnvoll, dahingehend anpassen. Die vermeintlich schlechte Nachricht des Bundesfinanzministers bietet einmal mehr die Chance neu zu denken.    

Anna-Lena Herbert

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