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Kommentar von Ulrich Bausewein

Bäume und die Goldene Regel

Gläubige Menschen sollten die Welt verbessern, indem sie die Goldene Regel beherzigen: Verhalte dich so, wie du es dir von anderen wünschst.

Religionen heilen nicht nur, sie können auch verletzen. Das war im Sommer wieder zu beobachten. Etwa in der Türkei, wo die Regierung rücksichtslos ehemalige christliche Kirchen in Moscheen umwandelte. Die Islam-Politik der türkischen Regierung schlug insbesondere bei orthodoxen Christen Wunden.

In Indien begann die von nationalistischen Hindus unterstützte Regierung mit dem Bau eines Tempels. Den errichtet sie an einem Ort, an dem Jahrhunderte lang eine Moschee stand. Diese war 1992 bei Ausschreitungen zerstört worden. Mit dem Tempelbau demonstrieren Indiens radikale Hindus ihre Macht über die muslimische Minderheit im Land. Auch Christen leiden unter dem Hindunationalismus. Das Hilfswerk „missio“ zählte 2020 schon Hunderte Hassverbrechen gegen Christen in Indien.

Und in Brasilien? Dort beendeten Ärzte kürzlich die Schwangerschaft eines zehnjährigen Mädchens, das von seinem Onkel vergewaltigt worden war. Evangelikale Prediger und der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz traten für das ungeborene Leben ein, aber nicht für das Wohl des vergewaltigten Kindes. Als die Zehnjährige unter Polizeischutz die Klinik betrat, wo die Abtreibung vorgenommen werden sollte, inszenierten Lebensschutzaktivisten vor dem Gebäude einen Tumult. Hier waren es Christen, die sich gnadenlos verhielten.

Solche Vorgänge sind bestürzend. Sie überdecken, wozu Religionen da sind. Gläubige Menschen sollten die Welt verbessern, indem sie die Goldene Regel beherzigen: Verhalte dich so, wie du es dir von anderen wünschst. Diese Regel wurde in den oben genannten Fällen verletzt.

Religiöse Eiferer könnten sich einmal die Bäume anschauen. Bäume stehen verwurzelt und aufrecht, aber niemand braucht sie zu fürchten. So sollten gläubige Menschen sein. Friedlich wie ein Baum und im Einklang mit der Goldenen Regel – so können Religionen heilsam sein.   

 Ulrich Bausewein

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