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Leserreise

Auf der schönen, wasserreichen Donau

Leserreise
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. – Diese Volksweisheit trifft ganz besonders auf die Sonntagsblatt-Leserreise auf der Donau vom 3. bis 11. August zu. Nicht nur wegen des interessanten Programms, sondern auch wegen der ersten Donau-Hochwasserwelle, die für einige Aufregung, aber auch für Erzählstoff sorgte.
 
Flusskilometer 2226:
"Leinen los", heißt es auf der "Moldavia". Das Schiff löst sich vom Passauer Donau-Ufer, wendet und nimmt seine Reise stromabwärts auf. Gleich zu Beginn geht es unter einer niedrigen Brücke durch; die Kommandobrücke ist aus diesem Grund abgebaut, und alle Passagiere, die sich auf dem Sonnendeck befinden, müssen schön brav auf ihren Liegestühlen sitzen bleiben, damit sich niemand den Kopf stößt. Mit an Bord des Donau-Kreuzfahrtschiffes befinden sich 26 Leser und Leserinnen des Würzburger katholischen Sonntagsblattes, die vom 3. bis 11. August die Ufer von vier verschiedenen Ländern an sich vorüberziehen lassen und die Sehenswürdigkeiten der Städte erkunden möchten.
 
Flusskilometer 1979:
Behutsam fährt die Moldavia in die Schleuse Altenwörth ein. Hinter ihr schließt sich das große Schleusentor, und gleich beginnt der Wasserspiegel zu sinken. Meter um Meter geht es abwärts, 16 Meter sind es diesmal. Immer dunkler wird es in den Kabinen und Salons. Bereits sieben Schleusen hat das Schiff auf seiner Reise hinter sich gebracht, drei werden noch folgen. Das andere Schleusentor öffnet sich, und die Moldavia fährt weiter Richtung Wien. Dort gibt es nur einen kurzen Zwischenstopp wegen der Zollformalitäten, weil die Moldavia die Europäische Union verlässt. Einige Stunden später wird Bratislava in der Slowakei erreicht. Hier erwartet die Teilnehmer aus Würzburg nicht nur eine Stadtführung, sondern auch ein Gottesdienst in der frisch renovierten Franziskanerkirche.
 
Flusskilometer 1718:
Imposant ragt die Kathedrale von Esztergom über dem Donau-Ufer auf. Bei diesem ersten Halt in Ungarn gibt es einen Besuch der im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild des Petersdomes errichteten Bischofskirche, die Sitz des Primas von Ungarn ist. Esztergom ist für viele Ungarn ein heiliger Ort, Urzelle des katholischen Ungarn, denn der Dom befindet sich auf dem Felsen der ersten ungarischen Königsburg. Die Besucher hören von König Stephan I. von Ungarn (circa 969 bis 1038), der ihnen in den nächsten Tagen immer wieder begegnen wird. Nach einer Busfahrt nach Visegrad, wo man von der Festung aus einen herrlichen Blick auf das Donauknie – der Fluss biegt im rechten Winkel nach Süden ab – hat, geht die Reise weiter nach Budapest. Während einige Reisende einen ersten Stadtbummel machen, nehmen andere an einem Ausflug in die Puszta teil. Reiterspiele, ungarische Köstlichkeiten, Musik und Tanz machen den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis.
 
Flusskilometer 1647:
Die Moldavia liegt weiterhin in Budapest, auf den beiden Uferstraßen und den beiden Brücken, die in Sichtweite liegen, rauscht der Großstadtverkehr. Nun geht es auf zur Stadtrundfahrt, die an der Zentralen Markthalle, dem Parlament, an prachtvollen Bauten (und weniger schönen, verfallenen Gebäuden) vorbei bis hinauf zur Matthiaskirche und zur berühmten Fischerbastei auf der Buda-Seite führt. Wer will, kann am Nachmittag an einem Ausflug ins Künstlerdorf Szentendre teilnehmen, und als die Moldavia am Abend ablegt, zieht sie an einem märchenhaft schön beleuchteten Budapest vorbei.
 
Flusskilometer 1515:
König Stephan I. hat in Kalocsa im elften Jahrhundert ein Bistum gegründet, das später zum Erzbistum erhoben wurde. Zu den Kuriositäten der kleinen Stadt gehört nicht nur das Paprikamuseum, sondern auch der erzbischöfliche Wartesaal im mit filigranen Blumenornamenten geschmückten Bahnhof. Nach einer Stadtrundfahrt gibt es im Dom ein Orgelkonzert, und die Reisenden haben Gelegenheit, auf einer Csarda die künstlerischen Fähigkeiten ungarischer Frauen zu bewundern. Am Abend wendet die Moldavia und fährt nun flussaufwärts wieder zurück.
 
Flusskilometer 1647:
Ganz kurz macht die Moldavia in Budapest fest, um Zollformalitäten zu erledigen, Zeit für einen Landgang ist nicht. Ohne Landberührung feiert so Josef Schäfer aus Burkardroth seinen Geburtstag, von dem die anderen Gäste beim Abendessen durch ein Ständchen von Reiseleitung und Besatzungsmitgliedern erfahren. Beschaulich ziehen die Donau-Ufer Ungarns vorbei, es regnet ein wenig, aber bei der Besichtigung der Kommandobrücke, Kartenspiel im Salon oder Filmvorführungen über die Donau kommt keine Langeweile auf. Auf dem Fluss treibende Baumstämme jedoch lassen nichts Gutes ahnen. Und richtig:
 
Flusskilometer 1869:
Nichts geht mehr. Wegen Hochwassers ist die Donau flussaufwärts für den Schiffsverkehr gesperrt, und die Moldavia hat es kurz nach Mitternacht gerade noch bis Bratislava geschafft. Nun heißt es für Schiffs- und Reiseleitung umdisponieren. Die für heute geplanten Ausflüge nach Wien finden nicht von der Anlegestelle in Wien, sondern von der Slowakei aus statt, was eine längere Anfahrt und ärgerliche Grenzkontrollen mit sich bringt. Aber Stephansdom, Hundertwasserhaus, Hofburg und Parlament sind all dies wert, und auch Schloss Schönbrunn kann besichtigt werden. Auf den abendlichen Praterbesuch jedoch müssen die Reisenden verzichten. Und dann die bange Frage: Wie geht es weiter? Geht es überhaupt weiter?
 
Flusskilometer 1929:
Wien ist erreicht, wenn auch mit mehr als 24 Stunden Verspätung. In der Nacht hat die Moldavia in Bratislava die Anker gelichtet, mit denen sie den hohen Wasserfluten getrotzt hatte. Das Wasser, das in weiten Teilen Österreichs großen Schaden angerichtet hat, ist zurückgegangen. Nun kann der geplante Ausflug zum Benediktinerstift Melk doch stattfinden – aber mit dem Bus von Wien aus. Die Moldavia soll folgen und die rund 70 Ausflügler in Krems wieder an Bord nehmen. Faszinierend sind die Klosteranlagen mit der rund 85000 Bände umfassenden Bibliothek. Bei der Ankunft in Krems allerdings Ernüchterung: keine Moldavia. Zwei Stunden lang heißt es ausharren und immer wieder sehnsüchtig stromabwärts blicken. Endlich taucht die Moldavia auf. Mit Jubel wird sie begrüßt, und Fahrgäste und Mannschaft sehen mit Staunen am Ufer keine frustrierte Gruppe, sondern Melk-Ausflügler, die fröhlich singen: "Nimm mich mit Kapitän, auf die Reise". Und das tut der Kapitän dann auch.
 
Flusskilometer 2135:
Es hat nicht ganz gereicht: In Linz, nicht wie geplant in Passau, verlassen die Urlauber das Schiff, um mit Bussen in die deutsche Dreiflüssestadt zu fahren. Dort endet die Reise für die Würzburger Gruppe mit einem Gottesdienst im Dom und
einer sehr unterhaltsamen Stadtführung. Einen Tag später wird in den Straßen, durch die sie bummelt, das nächste Donau-Hochwasser stehen. So haben die Würzburger nicht nur viele wunderschöne Kulturdenkmäler und Naturschönheiten gesehen und viel über die politische und wirtschaftliche Situation der bereisten Länder erfahren, sondern auch einen Einblick in die Gewalt der Donau bekommen. Und sogar das Sonntags-Evangelium im Passauer Dom St. Stephanus schloss sich inhaltlich an die zurückliegende Reise an, denn es hieß dort: "Das Boot war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen."

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