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Kommentar von Jerzy Staus

Anspruch und Wirklichkeit

Wer für hehre Ziele eintritt, dem genügt es völlig, dafür zu sein. Und dann wieder zur Tagesordnung überzugehen. Persönliche Konsequenzen: unnötig.

Im Jahr 2018 fand in Würzburg die Landesgartenschau statt. Das Sonntagsblatt berichtete damals ausführlich über „Tiny Houses“ – wörtlich: „Winzige Häuser“. Sinn des Ganzen: Platzsparend wohnen, um der Zersiedlung der Landschaft entgegenzuwirken. Die Realität: Im Jahr 2020 steht in der Zeitung, dass die Deutschen jetzt größer bauen wollen. Wegen Corona seien sie mehr zuhause und brauchten daher mehr Platz. Dabei sind die Häuser hierzulande im internationalen Vergleich sowieso schon riesig. In Immobilienportalen gibt es fast nur Häuser zwischen 200 und 300 Quadratmeter. In Holland oder England wären das fast drei Häuser.

Seit längerem ist Klimaschutz das Thema schlechthin. Da sind sich alle einig. Die Realität: Die Autos der Deutschen werden seit Jahren immer größer und oft machen Immobilienkäufer lange Gesichter, wenn sie feststellen, dass ihr schwarzer Stadtpanzer leider nicht in die Garage des frisch gekauften Einfamilienhauses, Baujahr 1964, passt, weil die halt für einen Ford Taunus 17m gebaut wurde. Und: Trotz Klimakatastrophe haben Flugreisen weltweit Höchststände erreicht. Fazit: lauter große Erkenntnisse und keinerlei Konsequenzen. Dann kam Corona. Plötzlich die Überraschung: Man lebt auch ohne Trekkingtour in Peru.

Allerdings werden die Leute jetzt unleidlich. Hohe Infektionszahlen interessieren sie nicht mehr. Restaurants sollen gefälligst wieder öffnen, fordern 78 Prozent der Deutschen. Und Fitnessstudios. Eine Studie hat ergeben, dass man sich genau da ansteckt. Egal, man will sein bequemes Leben wieder, will auch wieder reisen. Konsequenzen möchte man nicht ziehen. Wer für hehre Ziele eintritt – Klimaschutz, Seuchenbekämpfung – dem genügt es völlig, dafür zu sein. Und dann wieder zur Tagesordnung überzugehen. Persönliche Konsequenzen: unnötig. Denn die Katastrophe findet sowieso nur im Actionkino statt. Wenn 2021 die „CO2-Bepreisung“ von Öl und Gas startet, werden daher viele wieder völlig überrascht sein, dass die Realität ungebeten auf Besuch kommt.    

Jerzy Staus

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