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Kommentar von Wolfgang Bullin

Alles nur Zufall?

Das Weihnachtsgeschehen, die Menschwerdung Gottes, ist nicht zuerst den Priestern und Schriftgelehrten verkündet worden, sondern einfachen Hirten. Und der Auftrag, diese Botschaft weiterzutragen, auch.

Weil er „von einem Geistlichen der Diözesanleitung aufs übelste enttäuscht“ worden sei, hat unlängst ein Leser sein Sonntagsblatt-Abonnement gekündigt. Er habe kein Interesse mehr, „alles so weiter laufen zu lassen“, möchte vorerst auf Infos aus Würzburg verzichten.

Zum Kirchenaustritt reiche es noch nicht. Warum erwähne ich das an dieser Stelle? Nicht, weil ich ein Klagelied anstimmen will, sondern weil mir scheint, das daran einiges aufzuzeigen ist. Kirche hat an Bedeutung und Vertrauen verloren, immer mehr – auch engagierte – Menschen kehren ihr den Rücken.

Es greift zu kurz, dafür die gesellschaftliche Entwicklung verantwortlich zu machen oder gar die angeblich nicht mehr zeitgemäße Botschaft der Kirche. Verantwortlich für diese Entwicklung sind vielmehr diejenigen, die diese Botschaft vermitteln (sollen). Da gab es viel Versagen, besonders eklatant im Missbrauchsskandal.

Dass dabei wie auch bei anderen Affären vornehmlich die (geweihten) Amtsträger in der Kritik stehen, ist verständlich; schließlich haben sie ja das Sagen in der Kirche. Von daher sind Forderungen etwa nach dem Aufbrechen klerikaler Machtstrukturen berechtigt.

Es reicht aber keineswegs, unter Christen schon gar nicht, nur auf das Versagen von Amtsträgern zu zeigen. Vermittler der Botschaft sind nicht nur sie, sondern das ist jeder, der von sich behauptet, Christ zu sein. Das ist auch gut so. Denn gerade „gewöhnliche“, nicht hauptamtliche Christen haben, so sie für Glauben und Kirche einstehen, einen nicht zu unterschätzenden Glaubwürdigkeitsvorteil: weil es eben nicht ihr „Job“ ist, das zu tun.

Vermutlich werden ohnehin voriwiegend die in der katholischen Kirche „Laien“ Genannten es sein, die die Scharten, die das Amt geschlagen hat, auswetzen – sofern das überhaupt möglich ist. Das Weihnachtsgeschehen, die Menschwerdung Gottes, ist übrigens nicht zuerst den Priestern und Schriftgelehrten verkündet worden, sondern einfachen Hirten, Parade-Laien sozusagen. Und der Auftrag, diese Botschaft weiterzutragen, auch. Sollte das nur Zufall gewesen sein?     

WOLFGANG BULLIN

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