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Tabernakel mit Siegeslamm

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    Kommentar von Wolfgang Bullin

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    Fronleichnam ist das Fest, an dem Katholiken für ihren Glauben und für ihre Kirche auf die Straße gehen, eine Art Demonstration. Für manche mag das derzeit nicht mehr so selbstverständlich sein wie früher; sie haben Hemmungen, sich öffentlich zu einer Kirche zu bekennen, die so heftiger, zu großen Teilen auch noch berechtigter Kritik ausgesetzt ist. Allerdings gibt das derzeit öffentlich vorherrschende, negative Bild der Kirche nicht die ganze Wirklichkeit wieder.

    Zu kurz kommt dabei die Kirche als Gemeinschaft engagierter Menschen, die viel Gutes getan hat und tut und nach wie vor ein wichtiger Faktor für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist. Wiederholt wurde das jüngst beim Katholikentag in Stuttgart auch von Persönlichkeiten gewürdigt, die unverdächtig sind, PR für die katholische Kirche zu betreiben. Wer sich derzeit zur katholischen Kirche bekennt, wird wohl angefragt oder in Frage gestellt, bekommt aber vielleicht so auch die Gelegenheit, das verzerrte Bild wieder etwas zurechtzurücken. Nicht im Sinne von Beschönigen, sondern im Sinne von Vervollständigen.

    Ein solch vollständiges Bild kam beispielsweise in der Dankesrede von Kirsten Boie bei der Verleihung des diesjährigen Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises (Seite 10 in der aktuellen Ausgabe) zum Tragen. Sie hat nicht mit Kritik gespart, sowohl den Umgang mit dem Missbrauch und die Reform­unwilligkeit betreffend wie auch den Eklat, als die Bischofskonferenz 2021 die von der Jury gekürte Preisträgerin Elisabeth Steinkellner ablehnte. Aber zum einen formulierte sie diese Kritik konstruktiv, hart in der Sache zwar, aber verbindlich im Ton. Zum anderen sparte sie aber auch das nicht aus, was sie als evangelische Christin an der katholischen Kirche schätzt, was es ihr möglich macht, diesen Preis trotz allem anzunehmen, sogar mit Freude. Mit dieser gekonnten Rede gelang es ihr, die 2021 abgelehnte Preisträgerin in die Verleihung 2022 mit hineinzunehmen und dem von bischöflicher Seite so arg lädierten Preis seine Bedeutung wieder zurückzugeben.

    Wolfgang Bullin