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Würzburger katholisches Sonntagsblatt  > Nachrichten
Kommentar von Wolfgang Bullin
Bei den Menschen bleiben
Mit dem Thema Pfarreiengemeinschaften befasst sich Wolfgang Bullin, Chefredakteur im Sonntagsblatt.
Wolfgang Bullin
Fast ist es eine Punktlandung geworden: Bis zu diesem Sonntag, dem angezielten Termin, sind 157 von den insgesamt 164 in unserem Bistum geplanten Pfarreiengemeinschaften errichtet (siehe dazu auch die Seiten 18 bis 23). Das ist eine Zäsur, die Gelegenheit bietet, innezuhalten, durchzuatmen, Bilanz zu ziehen – eine Zwischenbilanz, denn dieser erste Fastensonntag 2010 bedeutet keinen Abschluss oder Endpunkt.  
 
Denn jetzt, nachdem die Strukturen geschaffen sind, der Rahmen sozusagen, geht es um die Inhalte, wie auch Bischof Friedhelm in seinem Hirtenwort zur Fastenzeit schreibt. Und es bestehen gute Chancen, dass der Bischof auch dabei auf das engagierte Mittun in den Gemeinden zählen kann. Natürlich hat es bei der Errichtung der neuen, größeren Seelsorgeeinheiten auch Ärger, Verdruss und unerfüllte Wünsche gegeben; aber die Veränderungen sind in unserem Bistum weitaus besser akzeptiert worden als in manch anderer Diö­zese.
 
Das ehrliche Be­­mühen der Diözesanleitung, die Menschen vor Ort von Anfang an in die Überlegungen einzubeziehen und Gewachsenes möglichst zu erhalten, waren sicher Gründe dafür. 
 
So besteht die Chance, dass auch in den größeren pastoralen Räumen Kirche vor Ort weiterhin lebendig bleibt, ein Gesicht hat. Denn das Engagement der Gläubigen in den Gemeinden ist jetzt, wo es darum geht, in den Rahmen Pfarreiengemeinschaft ein lebendiges Bild von Kirche zu zeichnen, noch mehr gefordert als beim Zimmern des Rahmens.
 
Dabei gilt es, sich immer wieder neu an der Lebenssituation der Menschen zu orientieren. Der Prozess einer sich stets erneuernden Kirche muss weitergehen – allerdings auf allen Ebenen, nicht nur in den Gemeinden. Zudem heißt Orientierung am Leben der Menschen auch:
 
Engagement, das über den eigenen Kirchturm, über das Gemeindeleben hinausreicht; heißt: Zusammenarbeit mit anderen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Einsatz, den katholische und evangelische Kirche im Kampf gegen den geplanten Abbau von Siemens-Ar­beits­plätzen in Bad Neustadt an den Tag legen (siehe Seite 15).
 
Veröffentlicht: 17.02.2010 Wolfgang Bullin
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