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Sonntagsblatt |
| Wolfgang Bullin |
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„Lebensgemeinschaft der Eltern (meist als Ehepartner) und ihrer unselbstständigen Kinder“ und „Grundgebilde des menschlichen Zusammenlebens“ lautet die Definition im dtv-Lexikon (Ausgabe 1997). Das ist zwar zutreffend, beschreibt aber nur mehr äußerst unzureichend, was mit dem Begriff Familie gemeint ist. Denn Familie ist in vieler Munde, seit Familienpolitik – zumindest in der politischen Rhetorik – wieder in ist. Und so vielfältig wie der Gebrauch des Wortes Familie sind auch die Vorstellungen, die damit verbunden werden. Und so wird um die Familie, das (richtige) Familienbild heftig gestritten. Dieser Streit ist zunächst einmal durchaus positiv, weil er dokumentiert, dass Familienpolitik als Zukunftsthema erkannt wurde und nicht mehr als Gedöns abgestempelt wird. Und wenn Familie (wieder) Thema ist, hat natürlich auch die Kirche etwas zu sagen. Zählt sie doch zu denen, die den Stellenwert der Familie – auch als Keimzelle für Staat und Gesellschaft – betonen und verteidigen. Und das nicht nur in Stellungnahmen und Papieren, sondern auch im Alltag, in der Praxis. Da wären die kirchlichen Beratungsangebote zu nennen, die entsprechenden seelsorgerischen Aktivitäten auf allen Ebenen kirchlichen Wirkens, die Dienste der Caritas, die Aktivitäten von Verbänden, insbesondere derer, die sich ganz speziell dem Thema Familie widmen wie der Familienbund der Katholiken oder die Katholische Elternschaft. Nicht zuletzt durch diese Aktivitäten hat die Kirche auch einen realistischen Blick für die Lebenswirklichkeit der Menschen und weiß, dass Familie mehr ist als die Eltern und Kinder. Bewusst hat man deshalb am Familiensonntag in den Jahren 2008 bis 2010 jeweils eine andere Familienphase in den Blick genommen – allerdings unter dem gemeinsamen Motto „Liebe miteinander leben“. Denn darum geht es letztendlich: ermöglichen und Hilfen dazu geben, dass Menschen heute Familie, das heißt: Liebe, Treue und Verlässlichkeit, leben können. Das ist nicht das Hochhalten eines überholten Ideals, sondern angesichts zunehmender Entwurzelung und Verunsicherung höchst aktuell.
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