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Sonntagsblatt |
| Monika Oestemer. |
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Evangelium In jener Zeit fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zuviel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. Johannes 2,1–11 „Frage 100 Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche. Sie werden antworten: die Messe. Frage 100 Katholiken, was das Wichtigste ist in der Messe. Sie werden antworten: die Wandlung. Sage 100 Katholiken, dass das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist. Sie werden empört sein: Nein, alles soll bleiben, wie es ist!“ (Lothar Zenetti) Der Schrifttext von der „Hochzeit zu Kana“ ist ein beliebtes Evangelium. Nicht zuletzt uns Franken fasziniert es, wenn Jesus umgerechnet rund 600 Liter Wasser in „guten“ Wein verwandelt. Aus Wasser wird Wein, aus etwas Alltäglichem wird etwas Kostbares, Wertvolles. Es wird verwandelt, sagen wir. „Wandlung“, ein Wort, das in unserem Alltag eher selten vorkommt. „Wer sich wandelt, hat nichts getaugt“, sagte der Volksmund über viele Generationen. Mittlerweile hat sich unsere Gesellschaft diesbezüglich geändert: „Wer sich wandelt, gewinnt“, so ein Slogan. Eine Gesellschaft, die sich ständig verändert, wandelt, fordert auch von ihren Bürgern, dass sie sich von den Zeichen der Zeit anrühren lassen und immer wieder neu darauf einstellen. Und wie sieht es in unserer Kirche aus? Viele Katholiken haben den Eindruck, dass in unserer Kirche eher Stillstand statt Wandlung angesagt ist. Aber in jeder Messe feiern wir Wandlung: Brot und Wein werden in Leib und Blut Christi verwandelt. Doch wenn das alles wäre, würden wir dieser Feier nicht gerecht. In einem Lied heißt es: „Meine engen Grenzen, ... meine ganze Ohnmacht ..., mein verlornes Zutraun ..., meine tiefe Sehnsucht ..., bringe ich vor dich, wandle sie in Weite, ... in Stärke, ... in Wärme, ... in Heimat.“ Wenn wir dieses Lied singen, stellen wir uns mit unserem ganzen Leben vor Gott und bitten ihn, dass er unser Leben verwandle. Darum geht es auch, wenn wir Jesus Christus in den Zeichen von Brot und Wein empfangen. Wir bringen bei der Gabenbereitung stellvertretend Brot und Wein – „schlichte Zeichen“ – zum Altar und lassen sie uns neu schenken oder, wie es in einem Gotteslob-Lied heißt: „Wir legen unsre Gaben nieder ... Herr, schenk sie uns verwandelt wieder.“ Er schenkt sich uns verwandelt wieder, damit auch wir mit unserem brüchigen und zerbrechlichen Leben verwandelt werden. Von Mutter Teresa werden folgende Worte überliefert: „Keiner darf so aus der Kirche herausgehen, wie er hineingegangen ist.“ Wer Sonntag für Sonntag Gottesdienst feiert, wer Sonntag für Sonntag einen Gott feiert, der das Dunkel in Licht verwandelt, der aus dem Tode ins Leben geht, der das Zerbrochene heilen, Not und Mangel in die Fülle des Lebens verändern kann, wer diesen Gott feiert, der ist herausgefordert, auch sich selbst auf den Prozess der Wandlung einzulassen und sich selbst durch diese Feier im Geiste Jesu Christi verwandeln zu lassen. Wer so durchs Leben geht, wird die Welt und somit auch unsere Kirche in seinem Sinn verwandeln und sich mutig mit einer immer wieder neu sich verändernden Gesellschaft auseinandersetzen. Wo wir dieses Geschenk erahnen, wo unser Gott in seiner verwandelnden Kraft aufscheint, dort offenbart er uns seine Herrlichkeit. Dies ist kein alltägliches Geschehen, dies ist Hoch-Zeit. Die Autorin ist als Gemeindereferentin tätig in der Pfarreiengemeinschaft Würzburg-Heidingsfeld, im Liturgiereferat und als Sachbearbeiterin bei der Erstellung des neuen Gotteslobes.
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